Mietangebote für Wohnungen der unteren Preisklasse verteuerten sich im Kreis Olpe am stärksten

Mietangebote für Wohnungen der unteren Preisklasse verteuerten sich im Kreis Olpe am stärksten
Ergebnisse des vierten LEG-Wohnungsmarktreports NRW

Im Kreis Olpe verlangten Vermieter zwischen April 2012 und März 2013 mit 5,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter und Monat 3,9 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Besonders von den höheren Preisvorstellungen betroffen waren Wohnungssuchende mit eher kleinem Budget. In der unteren Preisklasse stiegen die Angebotspreise um 6,3 Prozent auf 4,33 Euro pro Quadratmeter und Monat. Die Preise für hochwertige Wohnungen blieben mit plus 0,3 Prozent nahezu konstant. In diesem Segment werden durchschnittlich 8,28 Euro pro Quadratmeter und Monat aufgerufen. Die durchschnittlichen Kaltmieten in Nordrhein-Westfalen zum Vergleich: Mittlere Wohnungen gab es für 6,05 Euro pro Quadratmeter und Monat, 4,25 Euro wurden für einfache Wohnungen verlangt, und Hochwertiges gab es für 11,41 Euro. Das ergab der LEG-Wohnungsmarktreport NRW 2013, eine Untersuchung der Wohnungsmärkte aller 864 Postleitzahlgebiete Nordrhein-Westfalens, die seit 2010 zum vierten Mal im Auftrag des Wohnungsunternehmens LEG in Kooperation mit dem Immobilienberatungsunternehmen CBRE durchgeführt wurde.

Wohnkostenquote bleibt ausgesprochen günstig
Nach einem Rückgang der mittleren Angebotsmiete zwischen 2009 und 2010 wurden die Mieter im Kreis Olpe in den darauffolgenden Jahren mit stetig steigenden Preisen konfrontiert. 2012 zahlten sie 0,21 Euro pro Quadratmeter mehr als drei Jahre zuvor (5,29 Euro). Die Wohnkosten (kalt) kletterten im selben Zeitraum um 26 Euro von 407 Euro auf 433 Euro, die warmen um 37 Euro von 638 Euro im Jahr 2009 auf 675 Euro 2012. Die anteilige Belastung der Haushalte durch die Wohnkosten hat im Laufe dieser Jahre dennoch kaum zugenommen. Diese komfortable Situation verdanken die Mieter ihrem Wohlstand, der ebenfalls gestiegen ist. Flossen 2009 durchschnittlich 10,6 Prozent der monatlichen Haushaltskaufkraft in die Wohnkosten, mussten die Olpener dafür drei Jahre später lediglich 10,7 Prozent von 4.060 Euro monatlich aufbringen. Bei der warmen Wohnkostenquote gelang den Mietern im Kreis sogar ein kleiner Einspareffekt: Statt 16,7 Prozent ihrer Haushaltskraft für die Warmmiete beiseite zu legen wie 2009, benötigten sie im vergangenen Jahr nur noch 16,6 Prozent. Rückläufige Wohnkostenquoten waren in diesem Zeitabschnitt nur in wenigen nordrhein-westfälischen Städten und Landkreisen zu beobachten. Im Rennen um die günstigste Wohnkostenquote der 54 nordrhein-westfälischen Standorte erreichte der Kreis Olpe Platz 4 von 54. Nur in Remscheid und Mülheim/Ruhr (jeweils 16,5 Prozent) sowie im Märkischen Kreis (15,9 Prozent) fällt die Wohnkostenquote noch mieterfreundlicher aus als im Kreis Olpe. Im nordrhein-westfälischen Durchschnitt liegt die Wohnkostenquote bei 12,5 Prozent kalt bzw. 18,9 Prozent warm.

Bautätigkeit bleibt trotz erwarteter Einwohnerrückgänge konstant
2012 hatten lediglich 4,4 Prozent der erwerbsfähigen Bewohner im Kreis Olpe keine Festanstellung. Die niedrige Quote wurde nur in den Landkreisen Coesfeld (3,1 Prozent) und Borken (4,2 Prozent) unterschritten. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten legte zwischen 2001 bis 2011 um 9,3 Prozent zu. Mit einer Kaufkraft von 21.478 Euro pro Kopf und Jahr gehört der Kreis zu den 15 wirtschaftlich stärksten Regionen im Bundesland. Trotz hoher Einkommen und attraktiver Beschäftigungsbedingungen hat Olpe mit Abwanderung und Überalterung zu kämpfen. So ging die Zahl der Kreisbewohner im Jahrzehnt zwischen 2001 und 2011 um 2,3 Prozent zurück, Tendenz weiter sinkend. Allerdings konnte der Kreis zwischen 2001 und 2011 einen Zuwachs der Haushalte von 5 Prozent verbuchen. Im Jahr 2020 wird die Zahl der Haushalte noch einmal 0,8 Prozent über dem aktuellen Niveau liegen. Trotz erwarteter Einwohnerrückgänge bleibt die Bautätigkeit konstant. 333 Wohnungen wurden 2011 fertiggestellt, 12 mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der Genehmigungen erhöhte sich im selben Zeitraum ebenfalls leicht von 270 genehmigten Bauanträgen in 2010 auf 283 im Jahr 2011.

Das gesamte Standortporträt des Kreises Olpe steht unter www.leg-nrw.de/wohnungsmarktreport als kostenloser Download zur Verfügung.

LEG-Wohnungsmarktreport NRW
Das Immobilienunternehmen LEG veröffentlicht den LEG-Wohnungsmarktreport NRW in diesem Jahr zum vierten Mal. Er entstand in Kooperation mit dem Immobiliendienstleister CBRE. Die Studie ist nach wie vor die einzige statistische Auswertung von Wohnungsmarktdaten mit wissenschaftlichem Anspruch, die lückenlos für alle Postleitzahlgebiete des Bundeslandes vorgenommen wurde. Der 266 Seiten starke Report enthält je 54 Mietpreis- und Wohnkostenkarten, in denen alle 864 Postleitzahlgebiete der 54 nordrhein-westfälischen Städte und Landkreise erfasst sind. Dazu wurden knapp 360.000 Mietangebote, 116.000 Kaufangebote für Eigentumswohnungen und rund 15.000 Kaufangebote für Mehrfamilienhäuser ausgewertet und um Daten zur Haushaltskaufkraft ergänzt. Die Wohnungsmarktdaten stammen von der empirica-systeme GmbH, die Kaufkraftdaten von der Michael Bauer Research GmbH, und die Leerstände wurden auf Basis des CBRE-empirica-Leerstandsindex ermittelt. Prognosen erfolgten auf Grundlage von Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Die Studie kann bei der LEG zum Preis von 595 Euro in deutscher und englischer Sprache erworben werden. Zusätzlich stehen die einzelnen Porträts der Städte und Landkreise im Internet unter www.leg-nrw.de zum kostenlosen Download bereit. Die fünfte Auflage des LEG-Wohnungsmarktreports NRW erscheint im Herbst 2014.