Siegen lacht über Ottos alte und neue Kalauer

wS/jk – Siegen – Otto Waalkes ist Kult. Er ist der Vorreiter deutscher Komiker gewesen, trainierte mit „Blödeleien“ die Lachmuskeln seines Publikums und räumte zurecht sämtliche Preise ab. Inzwischen sind einige Jahre ins Land gegangen und Otto, der Friesen-Jung, blödelt immernoch. Der mittlerweile 65-Jährige gastierte jetzt mit seinen „Ottifanten“ in Siegen und erklärte den fast 2.000 Besuchern in der Siegerlandhalle auch warum: „Ich bin geboren, um zu blödeln“, sang er.

Otto nimmt anhand von Fahnensignalen Siegerländer Orte aufs Korn. Fotos (4): Jürgen Kirsch/wirSiegen.de

Otto nimmt anhand von Fahnensignalen Siegerländer Orte aufs Korn. Fotos (4): Jürgen Kirsch/wirSiegen.de

Mit seinem gleichnamigen Bühnenprogramm erfindet der norddeutsche „Blödelbarde“ das Rad der Stand-Up-Comedy jedoch nicht neu. Stattdessen hat Otto Waalkes, der 2007 zuletzt in der Krönchenstadt die Halle füllte, seine alten Kalauer aufgewärmt und serviert sie nicht nur bei der inszenierten Koch-Show – dem Highlight seines Auftritts – auf der Bühne brühwarm seinem Publikum.

Zum Auftakt lässt sich Otto an einen Lügendetektor anschließen. „Ich habe für Siegen ein komplett neues Programm im Gepäck“, sagt er. Per „Stromschlag“ wird die Lüge abgestraft. „Nein, es sind die ganz alten Nummern wie immer“, fügt er an. Ein Licht leuchtet auf, der Komiker sagt die Wahrheit. Während der Gag die Gäste in der Halle zum Lachen bringt, umschreibt er die Show treffend.

Otto lauscht ... und hört den frenetischen Applaus seines Publikums.

Otto lauscht … und hört den frenetischen Applaus seines Publikums.

Denn wer Otto vor sechs Jahren bereits in der Siegerlandhalle gesehen hat, dürfte auf viel Bekanntes gestoßen sein. Der Norddeutsche parodiert diverse Schlager-Songs, macht sich mit Fahnensignalen über Siegerländer Ortsnamen lustig, übt sich im Puppenspiel und lässt selbstredend auch die „Hänsel und Gretel“-Nummer, in der er das Kinderlied auf Texte bekannter Kult- und Chart-Hits umdichtet, nicht aus.

Doch die bewährten Otto-Scherze zaubern seinen Zuschauern aus allen Altersgruppen, von Kindern und Jugendlichen über Erwachsene bis hin zu den Senioren, nach wie vor eine herzhaftes Lachen ins Gesicht. Sie kommen – nicht nur wegen der teuren Tickets – auf ihre Kosten. Die „Evergreens“ des Friesen-Jung unterhalten an solchen Abenden noch heute. Wenn Otto Unsinn macht, ist das einfach komisch.

Komiker Otto Waalkes brachte viel Altbekanntes und ein wenig Neues mit nach Siegen.

Komiker Otto Waalkes brachte viel Altbekanntes und ein wenig Neues mit nach Siegen.

Der Otto-Spaß in der Siegerlandhalle gipfelte in der bereits erwähnten Koch-Show, bei der alles in einen Topf geschmissen wird, was dort nicht hinein gehört, und auch das Publikum ordentlich sein „Fett“ wegbekommt oder unter anderem ein Kohlkopf in die Menge fliegt. Kurz zuvor präsentiert Otto doch noch eine neue Nummer: Er nimmt Heino, der sämtliche deutsche Chart-Hits coverte, aufs Korn und persifliert diese Songs.

Die Paradedisziplin des Friesen, der außerdem den „Otto-Gangart-Style“ zum Besten gibt. Was bleibt, ist ein unterhaltsamer Abend mit einem deutschen Komiker, der auch im hohen Alter noch nicht erwachsen werden will. Er ist – getreu dem „Unheilig“-Hit – „geboren, um zu blödeln“. Ottos Gags zünden weiterhin, doch ein Feuerwerk entsteht dabei nicht.

Ottos Fahnen-Nummer zum Show-Auftakt: Alte Kalauer, die heute noch zünden.

Ottos Fahnen-Nummer zum Show-Auftakt: Alte Kalauer, die heute noch zünden.

Bericht: Jürgen Kirsch
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