Schüler-Ausstellung im Hilchenbacher Rathaus

wS/hi – Hilchenbach – Welche Aufgaben kann das Fach Kunst an einer Schule wie dem Gymnasium Stift Keppel erfüllen? Ganz sicher geht es nicht um die Vermittlung der Fähigkeit, schöne und dekorative Bilder anzufertigen oder einen „guten Geschmack“ zu erwerben – was immer das sein mag. Kreativität und die Freude am praktisch-gestalterischen Arbeiten spielen natürlich eine große Rolle. Aber sie sind kein Selbstzweck. Vielmehr gehen wir davon aus, dass im Kunstunterricht das Erlernen bestimmter Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten den Schülerinnen und Schülern hilft, grundlegende Kommunikationskompetenzen zu erwerben.

Bilder sind Texte. Gegenüber sprachlich vermittelten Texten haben sie so ihre Eigenheiten: sie sagen nicht unbedingt mehr als tausend Worte, sie kommunizieren anders. Das macht es zuweilen schwer, sie zu verstehen. Erst recht, wenn es um zeitgenössische Kunst geht.

Hier wird gezeigt, dass es möglich ist, die – zuweilen fremdartigen – Codes zu entschlüsseln. Die Kenntnis tradierter Bilder, Bildmuster und Zeichencodes und der Personen, die diese Bildwelten geschaffen haben, bietet dazu eine wichtige Voraussetzung. In den unterschiedlichen Jahrgangsstufen wird dies exemplarisch und altersgerecht erarbeitet, mit dem Ziel, Bilder (und allgemein visuell vermittelte Botschaften, zum Beispiel auch in den Naturwissenschaften) kompetent lesen zu können.

Dabei wird jeweils jahrgangsstufen- und lerngruppenspezifisch eine innige Verbindung von theoretischer Betrachtung, praktischer Produktion und Auseinandersetzung mit eigenen Produkten und/oder Produkten der Mitschülerinnen und Mitschüler angestrebt: Kopf, Herz, Hand. So können Theorie und Praxis eine sinnvolle Einheit bilden und dem Jugendlichen grundlegende Fähigkeiten vermitteln, auch über den engeren Bereich des Fachs Kunst hinaus, um kompetent in einer von Medien und Bildern dominierten Gesellschaft Zusammenhänge zu erkennen, zu reflektieren und fundiert zu urteilen. In der Verknüpfung dieser drei Lernbereiche geht es damit letztlich um eines: Kenntnisse nutzbar zu machen. Nutzbar im Sinne einer Handlungskompetenz, der Fähigkeit, selbständig und sozial verantwortlich visuell zu kommunizieren und zu produzieren.

In der Ausstellung werden etwa 50 Arbeiten, die in diesem Kontext in den letzten Jahren entstanden sind – aus allen Jahrgangsstufen und in unterschiedlichsten Medien und Techniken des Gestaltens – gezeigt.

Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab wird die Schau am Dienstag, den 14. Januar 2014 um 17 Uhr eröffnen und Dr. Jochen Dietrich, Kunstlehrer des Gymnasiums Stift Keppel, im Anschluss dazu eine Einführung geben. Auch die Künstlerinnen und Künstler sind anwesend. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Im ersten und zweiten Stockwerk des Rathauses ist die Ausstellung während der Rathaus-Öffnungszeiten (Montag bis Donnerstag 7 – 16.30 Uhr und Freitag 7 – 12.30 Uhr) bis zum 30. April zu besichtigen.

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