Siegens Pokalträume zerplatzen im Elfmeterschießen

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Da war die Welt noch in Ordnung: Die Sportfreunde-Spieler bejubeln das Führungstor. Fotos: Michael Handke

(wS/jk) Siegen – Fußball-Regionalligist Sportfreunde Siegen ist aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Gegen Zweitligist FSV Frankfurt unterlag die Mannschaft von Trainer Matthias Hagner in der ersten Hauptrunde vor 4.224 Zuschauern im Leimbachstadion mit 7:8 (3:3; 2:2;2:1) nach Elfmeterschießen. Die Sportfreunde-Elf verspielte dabei eine Zwei-Tore-Führung und verpasste die zweite Pokalrunde, die ihnen 268.00 Euro an Prämien eingebracht hätte.

Die erste gute Torchance in dem Pokalspiel unter Nieselregen und Flutlicht im Leimbachtal gehörte den Gästen aus Frankfurt. Vincenzo Grifo scheitert nach acht Minuten an Siegens Keeper Dominik Poremba, im Nachsetzen landete der Ball auf dem Querbalken. Glück für die Hausherren, die zuvor erstmals in Richtung FSV-Tor vorgeprescht waren. Einen Schussversuch von Zafer Yelen wehrte Poremba daraufhin zur Ecke ab (13.).

Dann die überraschende Führung für die Sportfreunde nach 16 Spielminuten: Ali Ibrahimaj hatte sich in den gegnerischen Sechzehner durchgetankt und legte die Kugel quer zu dem mitgelaufenden Stürmer Zouhair Bouadoud, der aus kurzer Distanz vollendete. Der Siegener Angreifer, der maßgeblich zum Einzug der Sportfreunde in die DFB-Pokal-Hauptrunde beigetragen hatte, erzielte sehr zur Freude der Fans das Führungstor für die Gastgeber.

Pokalfight im Leimbachtal

Pokalfight im Leimbachtal: Siegens Markus Hayer im Luftduell mit Marcel Kaffenberger.

Die Antwort der Frankfurter ließ nicht lange auf siuch warten. Einen Schuss von Grifo musste Torwart Poremba um den Pfosten lenken. Die FSV-Elf war darüber hinaus vor allem bei Standardsituationen gefährlich. Die Sportfreunde-Jungs nahmen ihrerseits den Kampf gegen den Zweitligisten an und lieferten ein munteres Spiel auf dem Rasen ab.

Nicht unverdient war damit das 2:0 für die Sportfreunde Siegen, das in der 32. Minute zu Buche stand. Nach einem langen Diagonalpass war Manuel Glowacz auf dem rechten Flügel auf und davon. Der Siegener Mittelfeldspieler passte in die Strafraummitte, wo Ali Ibrahimaj goldrichtig stand und einnetzen konnte. Der Jubel kannte keine Grenzen mehr: Von der Gegengeraden und der Haupttribüne im Leimbachstadion waren jetzt „Siegerland“-Sprechchöre deutlich zu hören. Der Grundstein für ein Siegener Weiterkommen im DFB-Pokal war scheinbar gelegt.

Vor der gut gefüllten Gegengeraden im Leimbachstadion feiern die Siegener Akteure das 2:0.

Vor der gut gefüllten Gegengeraden im Leimbachstadion feiern die Siegener Akteure das 2:0.

Doch der Gesang des Sportfreunde-Anhangs verstummte wieder, als Zafer Yelen den Anschlusstreffer für den Bundesligisten erzielte. Zwar konnte Poremba noch gegen Odise Roshi parieren, ließ das Spielgeräte aber noch vorne abprallen. Yelen bedankte und staubte ohne große Mühe ab (41.). Kurze Zeit später säumten Rauchschwaden das Leimbachstadion, da einige unbelehrbare Fans des FSV Frankfurt Feuerwerkskörper gezündet hatten. Mit dem knappen Vorsprung für Siegen ging es in die Kabine.

Zu Beginn der zweiten Hälfte waren dann die Mannen von FSV-Trainer Benno Möhlmann mit weiterhin deutlich mehr Ballbesitz am Drücker. Siegen geriet zunehmend unter Druck, doch zu zwingenden Torchancen kam der Zweitligist nicht. Die Partie fand in der ersten Viertelstunde nach der Pause überwiegend im Mittelfeld statt. Die Sportfreunde-Abwehr stand sicher in ihren Reihen und nur wenig zu.

Die Siegener verspielten gegen den Zweitligisten aus Frankfurt eine Zwei-Tore-Führung.

Die Siegener verspielten gegen den Zweitligisten aus Frankfurt eine Zwei-Tore-Führung.

Eine der wenigen Siegener Torgelegentheiten ließ Mirson Volina ungenutzt. Nur eine halbe Minute zuvor für Konstantin Möllering eingewechselt, schoss er nur knapp am Frankfurter Gehäuse vorbei (70.). Auf der anderen Seite dann der Schock für die Sportfreunde: Schiedsrichter Rene Rhode aus Rostock zeigte auf den ominösen Punkt. Yannick Geisler verursachte einen Strafstoß, indem er Denis Epstein regelwidrig stoppte. Den fälligen Elfmeter verwandelte Edmond Kapllani sicher zum 2:2 (72.).

Alles wieder offen in der heißen Schlussviertelstunde des Pokal-Fights. Das Spiel stand nun auf Messers Schneide. Zunächst scheiterte Engels an der Fußabwehr Porembas (75.), dann musste FSV-Keeper Patric Klandt einen Schuss von Manuel Glowacz parieren. (81.). Derweil verfehlte auch der inzwischen ins Spiel gekommene Sportfreunde-Spieler Mathias Hartwig nur knapp sein Ziel (83.).

Die Fernsehbilder aus dem Stadion belegten, dass der Treffer zum 3:2 für Siegen regulär gewesen ist.

Die Fernsehbilder aus dem Stadion belegten, dass der Treffer zum 3:2 für Siegen regulär gewesen ist.

Nur 120 Sekunden später hatte die Sportfreunde-Elf von Trainer Matthias Hagner abermals das Glück auf ihrer Seite. Bei einem Frankfurter Angriff parierte zunächst Poremba, dann rettete das Lattenkreuz (85.). Im Gegenzug lief Mirson Volina allein auf das Frankfurter Tor zu, ehe er von Marcel Kaffenberger gefoult wurde. Für die Notbremse sah der FSV-Spieler folgerichtig die Rote Karte und musste vorzeitig zum Duschen. Beim anschließenden Freistoß von Manuel Glowacz aus 18 Metern, der von Bouadoud noch abgefälscht wurde, zappelte der Ball zwar im Netz. Doch Referee Rohde gab den Treffer wegen vermeintlicher Abseitstellung nicht.

Der Unparteiische erntete ein Pfeifkonzert des Siegener Publikums. Auch die Fernsehbilder, die im Stadion aufgenommen wurden, bewiesen, dass der Treffer regulär war. Nichtsdestotrotz ging es nun die Verlängerung. Edmond Kapllani erlöste den Zweitligisten nach acht Minuten in der „Extra-Time“. Nach Vorarbeit von Alexander Huber traf er per Kopfball für die Hessen. Die Zeit lief der Hagner-Elf, die sich noch nicht aufgegeben hatte, davon.

Zunächst verspielte der eingewechselte Sven König eine verheißungsvolle Torchance, dann forderten die Siegener Anhänger einen Elfmeter. Doch vergebens! Nach einer Hereingabe von Frisch bekam Tom Beugelsdijk das runde Leder an die Hand, der die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm. Doch dann war es doch noch passiert: Mit einem satten Schuss rechts oben ins Toreck hielt Zouhair Bouadoud die Siegener Pokalträume am Leben. Das Leimbachstadion wurde zum Tollhaus.

3:3 nach 120 Minuten – eine verrückte Partie fand ihre Entscheidung im Elfmeterschießen. Ausgerecht das Siegener Eigengewächs Serkan Dalman setzte den ersten Strafstoß der Sportfreunde in den Nachthimmel. Sportfreunde-Keeper Dominik Poremba wetzte die Scharte wieder aus und hielt den Elfmeter von Marc Andre Kruska. Aber auch Siegens Philipp Frisch konnte vom Punkt nicht treffen.

Poremba konnte dann auch den „Penalty“ von André Schembri halten und Sportfreunde-Youngster Sven König verwandelte. Alles wieder ausgeglichen. Alexander Huber und Mirson Volina scheiterten ebenfalls an den jeweiligen Keepern. Als Mathias Hartwig vergab und Frankfurts Tom Beugelsdijk einnetzte, waren die Siegener Pokalträume geplatzt. Mit 5:4 für den FSV endete das Elfmeterschießen.

Sportfreunde Siegen – FSV Frankfurt 7:8 (3:3; 2:2; 2:1) n.E.

Siegen: Poremba – Geisler, Dalman, Bauman, Ibrahimaj (98., S. König) –  Glowacz, Möllering (69., Volina), Keseroglu (59., Hartwig), Frisch  – Hayer, Bouadoud. –  Frankfurt: Klandt – Huber, Schlicke (11., Kaffenberger), Konrad, Beugelsdijk, – Epstein, Roshi (66., Engels), Kruska, Grifo – Yelen (66., Schembri), Kapllani.  –  Tore: 1:0 Bouadoud (16.), 2:0 Ibrahimaj (32.,), 2:1 Yelen (41.), 2.2 Kapllani (72., Foulelfmeter), 2:3 Kapllani (98.), 3:3 Bouadoud (118.). – Rote Karte: Marcel Kaffenberger (84., Frankfurt) wegen Notbremse. – Schiedsrichter: Rene Rhode (Rostock). – Zuschauer: 4224.

Bericht: Jürgen Kirsch

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