Nahversorgung in Geisweid soll sich verbessern: Jury votierte für Schoofs-Entwurf

(wS/si) Siegen – Politik und Verwaltung sind sich einig: Im Geisweider Zentrum rund um das Rathaus muss sich die Nahversorgung und Bürgerinnen und Bürger dringend verbessern. Defizite in diesem Bereich waren bereits im städtebaulichen Entwicklungskonzept von 2008 und erneut im Einzelhandelsentwicklungskonzept von 2013 dargelegt worden; als geeignete Entwicklungsfläche nahmen die Experten das Areal des Parkhauses unter Einbeziehung des östlichen Rathausumfeldes in den Blick. Durch die Schließung des REWE-Nahkaufs in der Rathausstraße verschlechterte sich die Lage in diesem zentralen Versorgungsbereich weiter.

So könnte das Geisweider Zentrum in Zukunft aussehen. Foto: Stadt

So könnte das Geisweider Zentrum in Zukunft aussehen. Foto: Stadt

Da sich zwischenzeitlich mehrere Investoren zur Entwicklung des Areals gemeldet hatten, beauftragte der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Siegen die Verwaltung Ende 2013, ein Investorenauswahlverfahren durchzuführen. Im September 2014 wurde öffentlich ausgeschrieben, am 28. November 2014 endete die Bewerbungsfrist.

Nach Vorprüfung durch die Verwaltung beriet am 21. Januar 2015 eine Jury unter Vorsitz von Bürgermeister Steffen Mues über die eingereichten Entwürfe. In der Jury waren Vertreterinnen und Vertreter aller Fraktionen im Rat der Stadt Siegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung sowie die Geschäftsführung der KEG Siegen mbH.

Zur Wahl standen zwei Entwürfe: der der Schoofs Immobilien GmbH, Kevelaer, mit Rathke Architekten, Wuppertal, und der der Fa. Runkel Treubau, Siegen mit Almasi und Stein GbR, Siegen. Bei dem Entwurf der Fa. Schoofs Immobilien GmbH handelt es sich um einen zweigeschossigen Baukörper, der im Erdgeschoss einen Lebensmittelvollsortimenter mit 1.650 m² Verkaufsfläche und im Obergeschoss ein Parkdeck vorsieht. Der Markt weist eine nahezu quadratische Grundfläche auf und öffnet sich mit einer transparenten Glasfassade in Richtung Ratstrakt des Rathauses. Das Parkraumangebot wird durch ebenerdige Stellplätze ergänzt, die die gesamte südliche Grundstücksfläche einnehmen.

Der Entwurf sieht eine Neugestaltung des Freiraumes im Sinne einer Nivellierung der Höhenlagen vor, um die Fußgängerzone als zentrales Element bis zum heutigen hinteren Eingangsbereich des Rathauses weiterführen zu können. Im Zentrum des Entwurfs der Firma Runkel steht ein zweigeschossiger Baukörper, der im Erdgeschoss eine Parkebene und im Obergeschoss einen Lebensmittelvollsortimenter mit 1.680 m² Verkaufsfläche vorsieht. Der Markt weist eine rechteckige Grundfläche auf, die sich entlang der Geisweider Straße erstreckt.

Das Parkraumangebot wird durch eine offene Parkpalette im Obergeschoss ergänzt, die parallel zum Ratstrakt des Rathauses verläuft. Dieser Entwurf sieht einen Übergang zum Rathaus Geisweid in Form eines Steges vor. Der Eingangsbereich des neuen Marktes befindet sich an der Ecke Rijnsburger Straße/Geisweider Straße und wird durch eine großzügige Glasfassade in Szene gesetzt.

Die Jury überzeugte letztendlich der Entwurf der Firma Schoofs. In der Begründung heißt es: „Der Entwurf stellt die Funktion und Abläufe eines Vollsortimenters sicher. Dazu gehören die Abwicklung des Parksuchverkehrs, die Erschließung sowie die Anordnung der Verkaufsflächen und notwendigen Nebenräume. Die Jury sieht die besonderen Stärken des Entwurfes in der funktionalen Einbindung des Marktes in die direkte Umgebung und seine Anbindung an die Fußgängerzone.

Durch die nach hinten versetzte Erdgeschosszone entsteht ein großzügiger Stadtraum. Die Lage des Eingangsbereiches und die Transparenz der Glasfassade stellen sicher, dass der öffentliche Raum belebt wird und somit Synergieeffekte mit den angrenzenden Geschäftslagen entstehen können. Getrübt wird dieser Eindruck durch die Anlage von Stellplätzen in diesem Bereich. Ein weiterer Kritikpunkt der Jury bezieht auf die Materialwahl der geschlossenen Fassadenanteile im Erdgeschoss.

Fazit: Das zentrale Ziel des Investorenauswahlverfahrens ist die Stärkung des zentralen Versorgungsbereiches des Stadtteils Geisweid. Der Entwurf der Fa. Schoofs überzeugt durch die funktionale Einbindung des Vollsortimenters, wohingegen der Entwurf der Fa. Runkel hier Defizite aufweist. Daher beauftragt die Jury die Verwaltung der Universitätsstadt Siegen, die Verhandlungen mit der Fa. Schoofs aufzunehmen.“

Wie Bürgermeister Steffen Mues sagte, soll der zuständige Fachbereich Stadtentwicklung und Strukturförderung die Verhandlungen mit dem Investor schnellstmöglich aufnehmen und hierbei neben dem Grundstücksgeschäft noch offene Fragen der baulichen und funktionalen Konzeption klären. Das Verhandlungsergebnis werde dann als Beschlussvorlage den politischen Gremien vorgelegt.

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