CDU-Kreistagsfraktion begrüßt Krankenhaus-Kompromiss

Zusammenarbeit und Trägervielfalt liegt im Interesse der Patienten

(wS/red) Siegen – Die CDU-Kreistagsfraktion ließ sich jetzt von Hans-Jürgen Winkelmann, Geschäftsführer des Siegener Marien-Krankenhauses, eingehend über das Ergebnis der Krankenhaus-Strukturgespräche informieren. Die sechs Träger mit acht Einrichtungen und 2217 Krankenhausbetten in Siegen-Wittgenstein hatten eine gemeinsame Zukunfts-Vorstellung präsentiert, wie der NRW-Krankenhausplan 2015 in der Region umgesetzt werden soll. „Im Ergebnis werden netto 137 Betten abgebaut, das sind 7,4 Prozent und damit nicht ganz die vom Land geforderten 9 Prozent“, erläuterte Winkelmann. Er erwarte, dass Aufsichtsbehörden und Kassen dennoch diesem einvernehmlich gefundenen Kompromiss zustimmten. Denn ansonsten „sei wieder alles offen“.

CDU_LogoDie CDU-Fraktion begrüßte die gefundene Lösung: „Wir erkennen darin eine Lösung, die einen fairen Ausgleich beinhaltet und kein Haus oder Träger existentiell belastet“, urteilte Vorsitzender Bernd Brandemann. Letztlich stärke eine vertiefte Zusammenarbeit mit Synergieeffekten die Trägervielfalt im Interesse der Patienten.

Kornelia Busch-Pfaffe, Vorsitzende des Kreis-Gesundheitsausschusses unterstütze ausdrücklich die Stärkung der Kinder- und Jugendpsychiatrie mit insgesamt 34 stationären Betten und 18 teilstationären Plätzen: „Hier besteht die Perspektive, die bestehende Unterversorgung endlich zu beenden“. Auch die Erhöhung der teilstationären Angebote von 52 auf 95 entspräche dem aktuellen Bedarf. Das psychiatrische Versorgungskonzept umfasst Siegen-Wittgenstein und den Kreis Olpe mit insgesamt 329 Plätzen in der Erwachsenenpsychiatrie.

Eingehend wurde die beabsichtigte Stärkung der Altersmedizin diskutiert. Hier wird ein Schwerpunkt im Diakonie-Krankenhaus Kredenbach mit 50 vollstationären Betten geschaffen, das Angebot umfasst zugleich 15 teilstationäre Plätze. „Uns ist darüber hinaus angesichts der Größe des Kreises ein umfassender geriatrischer Versorgungsverbund mit Häusern in Siegen sehr bedeutsam“, unterstrich Kornelia Busch-Pfaffe. In der Erörterung war auf den Paradigmenwechsel für die Medizin im hohen Lebensalter hingewiesen worden, nicht nur die „Krankheit“ zu sehen, sondern ebenso auf Selbständigkeit im Alter und Lebensqualität zu achten.

Bei der Frühgeborenenversorgung bestand große Übereinstimmung, den höchsten Versorgungslevel in der Region zu erhalten. Dafür seien die Fallzahlen vorhanden. Das Land sieht zukünftig insgesamt 30 solcher Perinataleinrichtungen vor, bislang sind es in NRW 62. Winkelmann nannte die Vergleichszahlen zu Nordeuropa: „Schweden verfügt insgesamt über drei Zentren. Das zeigt, dass wir von einer anderen Versorgungsqualität ausgehen“.

In der abschließenden Diskussion über die Situation der Häuser insgesamt nannte Fraktionsvorsitzender Bernd Brandemann die nicht erfüllte „duale Finanzierung“ als einen Hauptgrund für den vielfach bestehenden Druck. Danach sind die Krankenkassen für die Betriebskosten über Fallpauschalen oder Pflegesätze verantwortlich, während das Land die Investitionskosten für Gebäude und Geräte tragen soll. Bei Einführung dieses Systems in den 70er Jahren zahlten die Länder noch 20 Prozent der Krankenhausausgaben, aktuell seien es weniger als vier Prozent. Hans-Jürgen Winkelmann bestätigte den Missstand: „NRW nimmt den letzten Rang bei der Investitionsfinanzierung ein“.

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