Wo die Heidelerchen trällern!

Naturverträgliche Erholung zum Schutz der Bodenbrüter auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Trupbach

(wS/si) Siegen – Das schöne Frühlingswetter lockt die Menschen jetzt wieder in die Natur und die klassischen Ausflugs- und Wandertage stehen bereits vor der Tür: 1. Mai, Christi Himmelfahrt und Pfingsten.

2015-04-24_Trupbach_Trupbacher_Heide_Foto_Stadt_Biostation_Trup_Heide_Wandergruppe_Foto_Stadt_SiegenDie Trupbacher Heide, der ehemalige Truppenübungsplatz der Belgier in Siegen und Freudenberg, gehört aufgrund seiner Ungestörtheit, der Nähe zum Siedlungsraum und der Fernblickmöglichkeiten über das Siegerland seit vielen Jahren zu einem der beliebtesten Ausflugs- und Erholungsziele für Wanderer, Erholungssuchende und Naturliebhaber. Gleichzeitig bietet die Trupbacher Heide, ein Naturschutzgebiet mit europäischer Bedeutung, einen großflächig zusammenhängenden Lebensraum für viele seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten.

2015-04-24_Trupbach_Trupbacher_Heide_Foto_Stadt_Siegen_01Bekanntermaßen zählen Naturschutzgebiete aufgrund ihrer extensiven Nutzung und damit verbundenen Vielfalt an Lebensräumen auch zu den attraktivsten Naherholungsgebieten bzw. Kulturlandschaften.„Eine behutsame Erholungsnutzung steht auch nicht im Widerspruch mit den Zielen des Naturschutzes“, informiert Dr. Heinz Meyer, Leiter der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein. Probleme bereiten hier aber ungelenkte und nicht mit dem Naturschutz in Einklang zu bringende Freizeitnutzungen abseits der Wege.

Bekannt ist, dass das Gebiet auch aufgrund seiner Bedeutung für verschiedene Tier- und Pflanzenarten einen europäischen Schutzstatus als FFH-(Flora-Fauna-Habitat)Gebiet genießt und sich in seinem Zustand nicht verschlechtern darf.

2015-04-24_Trupbach_Trupbacher_Heide_Foto_Stadt_Siegen_03Die zwischenzeitlich von einem Hüteschafbetrieb bewirtschafteten Heideflächen sind u.a. Lebens- und Brutraum für die seltene Heidelerche (lat. Lullulaarborea), einem Zugvogel, der als Kurzstreckenzieherin Südwesteuropa überwintert und im Frühjahr und Sommer die sonnenexponierten, trockensandigen Heide- und Magerrasenflächen auf dem Truppenübungsplatz bewohnt. In diesem Schutzgebiet besteht die größte Heidelerchen-Population in Südwestfalen. Die Heidelerche baut ein gut verstecktes Bodennest, meist in der Nähe von Bäumen, in das ab April drei bis sechs Eier abgelegt werden.

2015-04-24_Trupbach_Trupbacher_Heide_Heidelerche_Foto_Stadt_SiegenDie Untere Landschaftsbehörde weist darauf hin, dass es im Spannungsfeld Naturschutz und Erholung in den vergangenen Jahren immer wieder zu Problemen gekommen ist, weil sich einzelne Bürger nicht an die notwendigen Regeln halten und im Naturschutzgebiet campieren, zelten, Feuerstellen einrichten, Moto-Cross fahren oder ihre Hunde frei laufen lassen. Besonders empfindlich, zum Teil mit der Aufgabe der Brut, reagieren am Boden brütende Vögel wie die Heidelerche auf diese ungelenkten und im Schutzgebiet nicht zulässigen Freizeitaktivitäten. Diese Tätigkeiten stellen Ordnungswidrigkeiten dar und können von der Unteren Landschaftsbehörde mit empfindlichen Geldbußen geahndet werden.

2015-04-24_Trupbach_Trupbacher_Heide_Foto_Stadt_Siegen_02Die Untere Landschaftsbehörde bittet daher erneut alle Erholungssuchenden – zumSchutz nicht nur dieser seltenen Vogelart – dieVerbote des Naturschutzgebietes zu beachten und daher das Gebiet nur auf den vorhandenen oder durch den SGV gekennzeichneten Wegen A2, A3 und A4 zu betreten sowie Hunde grundsätzlich nur angeleint auszuführen.„Wandern und Natur erleben auf der Trupbacher Heide ist, auch wenn man auf den Wegen bleibt und den Hund anleint, zu jeder Jahreszeit ein tolles und lohnendes Erlebnis“ so Heinz Meyer. Mit etwas Glück können die Bürger dann auch in diesem und in den kommenden Jahren mit dem Fernglas die Heidelerchen beobachten oder den charakteristischen Gesang hören, der wohlklingend und schwermütig („lüre – lüre – lüre“) bereits im zeitigen Frühjahr im Singflug oder von Singwarten aus vorgetragen wird.“

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