Ein Maler in Hilchenbach: Lothar Grisebach

Ausstellung im Stadtmuseum Hilchenbach in der Wilhelmsburg vom 4. April bis 29. Mai

(wS/hi) Hilchenbach 29.03.2016 | Die Ausstellung „Kindheit und Schule auf dem Land“ des Vereins zur Erhaltung historischer Gerätschaften haben während der nur kurzen Laufzeit vom 15. Februar bis 20. März insgesamt immerhin 260 Besucher genutzt, um in die Geschichte eines besonderen Teils des Landlebens einzutauchen.

Die nächste Ausstellung präsentiert zwar auch wieder Werke aus der Vergangenheit, aber diesmal stehen Bilder eines Hilchenbacher Malers im Blickpunkt: Lothar Grisebach.

Nur selten kam es zu Ausstellungen seiner Werke, so zum Beispiel 1951 im Kölnischen Kunstverein, 1954 im Marburger Künstlerkreis und 1964 im Frankfurter Kunstkabinett.

Eines der von Lothar Grisebach geschaffenen Gemälde (Foto: Stadt Hilchenbach)

Eines der von Lothar Grisebach geschaffenen Gemälde (Foto: Stadt Hilchenbach)

In der jetzigen Schau im Stadtmuseum Hilchenbach in der Wilhelmsburg sind Arbeiten von Lothar Grisebach zu sehen, die die Familie Grisebach gesammelt hat, und Leihgaben von Privatpersonen und der Stadt Hilchenbach, die als „Geschenk aus dem Nachlass Lothar Grisebach“ dem Stadtarchiv übergeben worden sind.

Die Vorbereitung der Ausstellung hat Susanne Bensberg-Kraus aus Hilchenbach, eine Enkelin von Lothar Grisebach, übernommen. Bürgermeister Holger Menzel eröffnet die Ausstellung am Montag, dem 4. April, um 19.30 Uhr. Rainer Haarmann aus Schülp in Schleswig-Holstein, ein Freund des Künstlers Lothar Grisebach, hält dazu einen Kurzvortrag. Besucher sind zur Vernissage herzlich eingeladen. Zum Tag der Eröffnung wollen die drei Grisebach-Kinder aus der Schweiz, Marburg/Lahn und Diez/Lahn anreisen.

Besichtigt werden kann die Schau, zu der die Stadt Hilchenbach und die Familie Grisebach einladen, anschließend noch bis zum 29. Mai wie folgt: Montags 14.00 bis 19.00 Uhr, dienstags 14.00 bis 17.00 Uhr, mittwochs 10.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr, donnerstags 14.00 bis 17.00 Uhr, freitags 10.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr sowie sonntags 14.00 bis 17.00 Uhr. Für die Besichtigung des Stadtmuseums und der aktuell gezeigten Ausstellung gilt: Eintritt frei!

Mehr zu den Ausstellungen im Stadtmuseum erfahren Interessierte bei Museumsleiter Reinhard Gämlich unter Telefon 02733/288-260 und im Internet unter www.hilchenbach.de.

Zur Person Lothar Grisebach (1910-1989)

Lothar Grisebach wurde 1910 in Jena geboren. Er war das älteste Kind von fünf Kindern des Philosophen Eberhard Grisebach (1880-1945) und seiner Ehefrau Charlotte Grisebach geborene Spengler (1890-1974). Den größten Teil seiner Kindheit und Jugend, von 1915 bis zum Abitur 1928, verbrachte er bei seinen Großeltern mütterlicherseits, dem Lungenarzt Lucius Spengler (1858-1923) und dessen Gattin Helene Spengler geborene Holsboer (1870-1943) in Davos/Schweiz. Als kleines Kind erlebte Lothar Grisebach schon, wie der Maler und Grafiker Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) nach Davos kam und etliche Jahre lang aufs engste in seinem Großelternhaus verkehrte. Sein künstlerisches Talent wurde früh erkannt. Schon als er gerade erst acht Jahre alt war, tauschte Ernst Ludwig Kirchner mit ihm Zeichnungen.

Lothar Grisebach studierte Physik, promovierte 1935 und war wissenschaftlich tätig, um sich dann schließlich zwei Jahre später im Alter von 27 Jahren für ein Künstlerdasein zu entscheiden. Allerdings schien erst nach Ende des 2. Weltkrieges seine Chance für eine eigenständige künstlerische Tätigkeit gegeben. Da es aber zum Unterhalt seiner Familie nie ausreichte, entschloss er sich schließlich im Alter von 43 Jahren, eine Stelle als Kunsterzieher am Gymnasium in Hilchenbach, seit 1958 Jung-Stilling-Gymnasium, anzunehmen. Das sicherte die Existenz der Familie und ließ ihm auch Zeit für die eigene künstlerische Arbeit.

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