ver.di ehrt verdiente Jubilare

(wS/red) Siegen-Weidenau 23.09.2016 | Rund 400 Jubilarinnen und Jubilare des ver.di Bezirks Siegen-Olpe konnten in diesem Jahr wieder geehrt werden. Eingeladen waren die Mitglieder, die in den Jahren 1946, 1951, 1956, 1966, 1976 und 1991 in die Gewerkschaft eingetreten sind. Viele von ihnen fanden den Weg in die festlich geschmückte Bismarckhalle in Weidenau. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di wurde 2001 aus den Gründungsorganisationen DAG, DPG, HBV, IG Medien und ÖTV gegründet. Verdiente, langjährige Mitglieder der Organisation zu ehren, ist ein fester Veranstaltungstermin im Gewerkschaftsjahr.

ver.di ehrt verdiente Jubilare. (Foto: ver.di)

ver.di ehrt verdiente Jubilare. (Foto: ver.di)

Zum Festakt hatte die ver.di-Vorsitzende Elke Fleßner den neuen Geschäftsführer der DGB-Region Südwestfalen, Ingo Degenhardt, eingeladen. Er stellte sich den Jubilaren vor und hielt auch die Festrede. Darin ging er auf die Herausforderungen der Gewerkschaften ein, die vor siebzig, sechzig oder fünfzig Jahren völlig andere waren als heute. Doch der gewerkschaftliche Gedanke sei immer derselbe: die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen, Solidarität untereinander und besonders mit den Schwächeren, Gerechtigkeit und Freiheit. „Das sind die Werte, die uns ausmachen, die wir verkörpern und die wir täglich leben. Um sich für soziale Gerechtigkeit und Sicherheit einzusetzen brauchen wir Menschen wie euch, die sich engagieren, mitmachen und Beiträge zahlen“, hob Degenhardt die Wichtigkeit des Engagements der Mitglieder für die gewerkschafts- und gesellschaftspolitischen Ziele der Gewerkschaften hervor.

Gleich zu Beginn seiner Rede wies Degenhardt auf einen erst kürzlich verzeichneten ver.di-Erfolg in der Gewerkschaftsarbeit hin. Beim neuen Nahverkehrsplan für Siegen-Wittgenstein und Olpe hatte ver.di-Chef Jürgen Weiskirch bemängelt, dass die Politik in der Debatte vergessen hatte, auf Sozialstandards für die Beschäftigten zu achten und das Tariftreue- und Vergabegesetz NRW auch bei eigenwirtschaftlicher Vergabe der Linienbündel-Konzession angewendet werden muss. „Bei den Vergabekriterien ist dies nun berücksichtigt“, so Degenhardt. „Wie dieses Beispiel zeigt, haben „Wir“ eine Gestaltungskraft, die wir uns an vielen Stellen bewusst machen müssen.“

In der heutigen Arbeitswelt gehe es um die Gestaltung von digitalisierten Arbeitsplätzen und Datenschutz, um Leiharbeit und prekäre Beschäftigungen, die immer noch an der Tagesordnung seien. Auch das Thema Rente sei nach wie vor brandaktuell. Ingo Degenhardt verwies auf die bundesweite Rentenkampagne und die gewerkschaftliche Kampagne zur Wiedereinführung der paritätischen Krankenversicherung. Zu beiden Themen hatte er Unterschriftenlisten mitgebracht.

Degenhardt ging auch auf die aktuelle politische Lage ein. Demokratische Grundrechte müssten derzeit verteidigt werden. Viele Brandstifter seien im Land unterwegs und dass nicht nur vor Flüchtlingsunterkünften. Er sei aber sicher, dass die Herausforderungen bewältigt werden können. Darum habe sich der DGB mit seinen Gewerkschaften auch dem von Landrat Andreas Müller initiierten Bündnis für „Vielfalt und Zusammenhalt in Siegen-Wittgenstein“ angeschlossen, dem auch ver.di angehört.

Die regionalen Schwerpunkte sieht Degenhardt in der starken Industrieregion, die es zu bewahren gelte. Standortsicherung, der Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, der Ausbau unserer Infrastruktur seien Kernthemen ebenso wie die so genannte „Route 57“ als Straßenverbindung zwischen Siegerland und Wittgenstein. „Kommt die Straße nicht, sind Arbeits- und Ausbildungsplätze gefährdet. Die Zukunft unserer Kinder und einer ganzen Region steht hier auf dem Spiel.“ Auch Arbeitgeber bräuchten für ihre Planungen Sicherheit. Produktionsverlagerungen seien keine gute Entwicklung. Eine weitere „Baustelle“ aufgrund der Produktpalette der heimischen Industrie seien marode Straßen und Brücken, in deren Sanierung unbedingt mehr finanzielle Mittel fließen müssten.

Die ver.di Bezirksvorsitzende Elke Fleßner ging in ihrem Grußwort auf die erfolgreiche Arbeit hier vor Ort ein. Seit vier Jahren ein positives Plus gegen den Trend in der Mitgliederentwicklung konnte sie den Gästen berichten. Aus ihrer Hand konnten die Jubilarinnen und Jubilare anschließend eine Ehrennadel und ein Präsent als Anerkennung entgegen nehmen. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von festlichen Gitarren- und Saxophonklängen des Duos Manfred Pohlmann und Dirko Jochum, die ihre Instrumente meisterhaft beherrschten. Der gemütliche Teil bot bei gutem Essen und Getränken die Möglichkeit des gemeinsamen Austauschs und Wiedersehens von lieben Kolleginnen und Kollegen.

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