Zurück zur Tradition

300 Gäste im Casino auf dem Hachenberg

(wS/red) Erndtebrück 07.03.2017 | Im letzten Jahr wurde in Erndtebrück wegen des Jubiläums „50 Jahre Luftwaffenstandort Erndtebrück“ und dem damit verbundenen Großen Zapfenstreich auf den gemeinsamen Jahresempfang von Gemeinde und Garnison verzichtet. Doch in diesem Jahr wurde die gute Tradition wieder aufgegriffen.

Bürgermeister der Edergemeinde Henning Gronau und Oberst Lars Hoffmann, Standortältester der Hachenberg-Kaserne begrüßten in diesem Jahr unter den fast 300 Gästen auch wieder viel politische Prominenz. Foto: Daniel Heinen

Bürgermeister der Edergemeinde Henning Gronau und Oberst Lars Hoffmann, Standortältester der Hachenberg-Kaserne begrüßten in diesem Jahr unter den fast 300 Gästen auch wieder viel politische Prominenz. Foto: Daniel Heinen

Wieder viel Prominenz zu Gast

Die Gemeinde und Garnison Erndtebrück lud kürzlich bereits zum siebten gemeinsamen Jahresempfang in die Hachenberg-Kaserne ein. Der Bürgermeister der Edergemeinde, Henning Gronau und der Standortälteste der Hachenberg-Kaserne, Oberst Lars Hoffmann, begrüßten dabei annähernd 300 Gäste im Casino der Kaserne. Unter den Besuchern war auch viel politische Prominenz, wie der Abgeordnete des Deutschen Bundestages, Volkmar Klein (CDU) sowie die ehemalige Bundestagsabgeordnete Helga Daub (FDP). Aus dem nordrhein-westfälischen Landtag folgten die Abgeordnete Angela Freimuth (FDP) und der Abgeordnete Falk Heinrichs (SPD) der Einladung auf den Hachenberg. Von militärischer Seite fand Brigadegeneral Burkhard Pototzky, Abteilungsleiter Einsatz und Leiter der Operationszentrale Luftwaffe des Zentrum Luftoperationen in Kalkar, den Weg in die Edergemeinde.

Oberst Lars Hoffmann (r.), Standortältester und Bürgermeister Henning Gronau (4.v.r.) begrüßten u.a. Gästen aus der der Politik den  Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Volkmar Klein (3.v.r.) im Hachenberg Casino. Foto: Joshua Breit

Oberst Lars Hoffmann (r.), Standortältester und Bürgermeister Henning Gronau (4.v.r.) begrüßten u.a. Gästen aus der der Politik den Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Volkmar Klein (3.v.r.) im Hachenberg Casino. Foto: Joshua Breit

Betriebsklima stimmt

In Anlehnung an den Dauereinsatzauftrag, in dessen Rahmen der Einsatzführungsbereich 2 zusammen mit seinem Schwesterverband, dem Einsatzführungsbereich 3, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr den deutschen Luftraum überwacht und fliegende Geschwader sowie verschiedene NATO-Partner bei ihren Vorhaben unterstützt, verdeutlichte Oberst Hoffmann. „Wir wissen in Erndtebrück schon immer, was der Slogan „Bundeswehr im Einsatz“ bedeutet. So spüren wir seit einigen Jahren aber auch selbst verstärkt die  Auswirkungen des globalen, aber auch innerdeutschen Engagements unserer Streitkräfte.“ Konkret bedeutet dies, dass auch der Luftwaffenstandort Erndtebrück eine zunehmende Zahl von Soldaten in Auslandseinsätze schickt, wobei hier nahezu die ganze Bandbreite vertreten ist. „Aktuell haben wir z. B. Kameraden auf dem Balkan, im Baltikum, in der Türkei, in Mali, im Niger, in Qatar, in Kuwait, im Irak sowie Jordanien im Einsatz“, verdeutlicht der Standortälteste. „Dass die Qualität unserer Auftragserfüllung in Deutschland hoch ist, erzähle ich Ihnen nicht einfach nur als überstolzer oder gar selbstverliebter Kommandeur“, betont Oberst Hoffmann und führt in der Folge aus, dass im Frühjahr und Sommer 2016 gleich zwei unangekündigte taktische Überprüfungen (sogenannten Readiness Verifications) stattgefunden haben. „Mit besonderer Genugtuung habe ich hingenommen“, so der Oberst, „dass der TeamChief, ein sehr erfahrener Kanadier, zu mir sagte, dass er schon sehr viele Überprüfungen durchgeführt habe, aber selten so einen ausgeprägten Team-Spirit gesehen hat, wie bei uns. Unser Betriebsklima stimmt also!“

Brigadegeneral Burkhard Pototzky (l.) im Gespräch mit Bürgermeister Henning Gronau (m.) und Oberst Lars Hoffmann (r.). Foto: Daniel Heinen

Brigadegeneral Burkhard Pototzky (l.) im Gespräch mit Bürgermeister Henning Gronau (m.) und Oberst Lars Hoffmann (r.). Foto: Daniel Heinen

Überregionaler Ruf

Auch das Klima zwischen Garnison und Gemeinde scheint zu stimmen. „Aber nicht nur für uns als Gemeinschaft ist die Bundeswehr sehr wichtig“ meint Bürgermeister Gronau und begründet sogleich: „Auch bei der Verteidigung unseres Landes nimmt die Hachenberg-Kaserne eine zentrale Rolle bei der Luftraumüberwachung ein. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wusste dies auf dem Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer in Siegen zu würdigen. Sie können sich sicherlich vorstellen, welche der Siegen-Wittgensteiner Kommunen in Ihrer Rede die häufigste Erwähnung fand?“ fragte der Bürgermeister in die Runde und liefert gleich die Antwort: „Es war Erndtebrück!“ Und das sagt Gronau „nicht ohne Stolz, denn es zeigt auch, dass uns die Bundeswehr auch überregional bekannt macht.“ Viel Freude hatte der Bürgermeister aber auch daran, dass das gute Verhältnis „gerade durch den Tag der offenen Tür vor zwei Jahren und den großen Zapfenstreich im letzten Jahr noch einmal für alle sichtbar nach außen getragen wurde. Es ist keine Beziehung, die nur auf dem Papier existiert, sondern eine, die greifbar ist und in die alle Menschen eingebunden sind.“

Für das musikalische Rahmenprogramm sorgte die Musik- und Singschule Erndtebrück. Foto: Daniel Heinen

Für das musikalische Rahmenprogramm sorgte die Musik- und Singschule Erndtebrück. Foto: Daniel Heinen

Dreiklang aus Einsatz, Ausbildung und Systemunterstützung

Der Teilbereich Einsatzführungsdienst firmiert zusammen mit der Militärischen Flugsicherung und der sogenannten Streitkräftegemeinsamen Taktischen Feuerunterstützung unter dem gemeinsamen Dach des Flugführungsdienstes. „Für uns als Ausbildungsstandort bedeutet dies, dass wir nun bestimmte Anteile der Ausbildung gemeinsam für alle drei Säulen vereinheitlicht durchführen“, verdeutlicht Oberst Hoffmann. Im Zuge dieser Bündelung gab es allerdings in Sachen truppendienstlicher Unterstellung einige Änderungen, die auch Erndtebrück betreffen. Nachdem nämlich die Ausbildung im Bereich der Militärischen Flugsicherung zwischenzeitlich von einem zivilen Unternehmen durchgeführt wird, „sind uns seit Anfang des Jahres die 15 verbliebenen militärischen Fachlehrer der Flugsicherung sowie jeweils 50 Lehrgangsteilnehmer in Kaufbeuren unterstellt worden“ erklärt Oberst Hoffmann. Mitte des Jahres wird den Erndtebrückern zudem noch der Ausbildungsanteil der Luftwaffe des Bereiches Streitkräftegemeinsame-Taktische-Feuerunterstützung (STF) unterstellt, für welchen in Idar-Oberstein ein Ausbildungszentrum aufgebaut wurde. Da seit jeher auch viele Einsatzführungsoffiziere in diesem – wie der Name schon sagt – streitkräftegemeinsamen Bereich arbeiten, bietet sich dieser Schritt im Rahmen der Bündelung von Fähigkeiten an. „Für den Ausbildungsstandort Erndtebrück“, fasst es der Standortälteste zusammen, „bedeutet dies eine weitere Stärkung.“ Zusammen mit dem Systemzentrum 25, das laut Oberst Hoffmann „zu Recht auch den Ehrennamen „Softwareschmiede der Luftwaffe“ trägt“, entsteht in der Edergemeinde ein „Erndtebrücker Dreiklang“. Besondere Synergieeffekte zieht man am Luftwaffenstandort nämlich aus der engen Zusammenarbeit des Einsatzpersonals mit den hochqualifizierten Mitarbeitern des Systemzentrums 25. „Ohne zu dick aufzutragen kann ich daher behaupten, dass andere Nationen neidvoll auf unseren Dreiklang aus Einsatz, Ausbildung und Systemunterstützung schauen“, verdeutlicht Oberst Hoffmann.