Siegener Medizinwissen ist in Japan gefragt

Studenten aus Sapporo besuchen Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Diakonie Klinikum Jung-Stilling

(wS/red) Siegen 20.04.2017 | Für manche japanische Medizinstudenten führt der Weg nicht nur in die Hörsäle der Universität Hokkaido in Sapporo, sondern auch in das Diakonie Klinikum Jung-Stilling nach Siegen. Um mehr über innovative und komplizierte Operationstechniken in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und die Organisation der Fachabteilung zu lernen, haben ein Professor, drei Studenten und eine Zahnärztin den langen Flug nach Deutschland auf sich genommen.

Professor Berthold Hell, Chefarzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie im Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen, teilt sein Expertenwissen mit japanischen Kollegen in Fukushima und Sapporo. Foto: Diakonie in Südwestfalen gGmbH

Eine Woche lang besuchten sie den Chefarzt Professor Berthold Hell in dem Siegener Krankenhaus, um Einblicke in seine Arbeit zu gewinnen. Professor Hell gilt international als anerkannter Experte auf dem Gebiet der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Bereits seit einigen Jahren pflegt er enge Kontakte nach Asien. Um aus dem kollegialen Wissensaustausch eine intensive Zusammenarbeit erwachsen zu lassen, haben das Diakonie Klinikum Jung-Stilling und die japanische Universität in Sapporo sogar einen Kooperationsvertrag geschlossen. Dabei arbeitet Professor Hell eng mit Professor Hiroki Nagayasu zusammen, der ebenfalls zu den Gästen zählte. Denn deutsche Medizin ist in Japan hoch angesehen. „Meine Kollegen dort schätzen das organisierte und gezielte Vorgehen in deutschen Kliniken“, erklärt Professor Hell. Darüber hinaus unterscheiden sich die Operationen.

Während in Japan überwiegend Mund und Kiefer operiert werden, verlagert der deutsche Chirurg mitunter ganze Gesichtspartien um Fehlstellungen zu korrigieren oder führt wiederherstellende Operationen nach Tumoren im Kieferbereich durch. Er ist sich sicher: „Beide Seiten profitieren von der Kooperation und können ihren eigenen Erfahrungsschatz durch den der anderen erweitern.“

Aber nicht nur Mediziner und Studenten aus Asien kommen nach Siegen. Im vergangenen Jahr flog auch Professor Hell zweimal nach Japan. Dort zählte er unter anderem zu den Referenten eines internationalen Kongresses und sprach dort vor rund 100 Kollegen, die unter anderem aus China, Frankreich, Indonesien, Schweden und Russland anreisten. Sein Thema: Die Ausbildung von Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgen in Deutschland.

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