Das schöne Siegerland – Oberes Schloss in Siegen

(wS/at) 29.06.2019 Siegen | Ausflugsziele Siegerland | Schlösser zeigen die Pracht vergangener Jahrhunderte. Mancher historische Prachtbau aber ist ganz gegenwärtig und verzaubert seine Besucher mit Schönheit und einem lebendigen Ausflug in die Geschichte. So ergeht es dem Schlossgast in Siegen.

Oben auf dem Berg über der Stadt thront das Kleinod, das die Siegener Oberes Schloss nennen. Das Schloss wurde im 15. Jahrhundert auf einer vor achthundert Jahren errichteten Burganlage errichtet. Hier haben die Erzbischöfe von Köln und die Grafen von Nassau ihre Macht demonstriert und ihre Herrschaft nicht nur symbolisch in Stein gegossen. Oberes Schloss und Unteres Schloss am Fuße des Burgberges gehörten einstmals zusammen, bis sie zwischen evangelischen und katholischen Fürsten aufgeteilt wurden. Heute wird das untere der beiden Schlösser Teil des Uni-Campus. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anlage immer wieder umgebaut und durch imposante Säle, Residenzräume und Hallen ergänzt. Seit 1747 verließen die Fürsten die Stadt, es residierten hier Amtmänner und Behörden. Im Jahre 1905 wurde dort das Siegerlandmuseum eingerichtet, nachdem die Stadtväter die Anlage dem preußischen König abkauften und für das Volk öffneten.

Lustwandeln im herrschaftlichen Schlossgarten

Die malerische Schlossanlage wird durch ein Torhaus betreten. Es öffnet sich der Blick auf Schlosspark und Hauptburganlage im Zentrum, die sich um einen Burghof gruppiert. Mächtige Schlossmauern umgeben die Anlage wie ein schützender Mantel. Im Schlossgarten wachsen vielerlei Blumen, darunter Zehntausende Tulpen. Im Garten lässt es sich zwischen duftenden Blüten, plätschernden Brunnen, ehrwürdig alten Bäumen, zur Ruhe einladenden Bänken und anregenden zeitgenössischen Skulpturen märchenhaft flanieren. Eines dieser Werke erinnert an den 1577 in Siegen geborenen Jahrtausendkünstler Peter Paul Rubens. Hier wird nachvollzogen, wie sich die Fürsten und ihre Familien vergnügt haben. Das Wandeln in den Gärten tut so mancher Besucherseele auch heute noch gut. Der Blick über die Mauern im Schlossgarten öffnet eine herrschaftliche Aussicht über ganz Siegen, das zu Füßen des Beobachters liegt. Im Sommer werden unter einem Zeltdach Kulturveranstaltungen durchgeführt. Dieser Gärten sind ein fürstlicher Ort für den Verzehr mitgebrachter Picknicks. Im Schloss ist ein Café verfügbar.

Vergangenheit und Zukunft im Siegerlandmuseum

Die wahre Pracht der früheren Fürstenresidenz erschließt sich dem Besucher im Inneren, wo das Museum eingerichtet ist. Das Siegelandmuseum zeigt die teilweise wundervoll dekorierten historischen Säle und Hallen. Mit zukunftsgewandten Mitteln wird die die Geschichte der Region erzählt. An der Konzeption wirkten Studenten und Professoren der Universität mit. Aus der Präsentation alter Gemälde in den alten Räumen und neuester Museumstechnik entsteht ein aufregender Kontrast. Der Rubenssaal präsentiert wertvolle und prächtige Werke des Meister Peter Paul Rubens. Eines seiner ersten Auftragswerke, die für die Medici gefertigte Kreuzabnahme, hat seinen Weg nach einer abenteuerlichen Wanderung in das Siegerlandmuseum gefunden und wird dort ausgestellt.

Im Museum steht ein spannendes interaktives Stadtmodell, in dem die Geschichte der Stadt im Dialog dreidimensional erlebt wird. Das Museumsinstrument wurde von Spezialisten der Universität unter anderem mit dem Instrument des 3D-Drucks hergestellt. Im Modell werden Infos zur Geschichte der Stadt, wissenschaftliche Quellen und Kontroversen aus der Vergangenheit sichtbar. Im Dach des Schlosses zeigt die Ausstellung nachvollziehbar die Wohnkultur des ehemaligen Grafenhauses. Wechselnde Themenausstellungen bringen neuen Stoff in das Museum.

Fotos: Andreas Trojak / wirSiegen.de

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