TuS Ferndorf landet im Sinkflug auf Platz 18 der Liga

(wS/red) Kreuztal-Ferndorf 18.02.2021 | Leistung des TuS Ferndorf reichte wieder nicht für 60 Minuten

Es war der letzte Spieltag der Hinrunde in dieser von Corona und einer großen Verletztenmisere gebeutelten Saison.
Dabei war die erste Halbzeit sehr gut, eine massiv agierende Ferndorfer Abwehr machte dem möglichen Aufstiegsaspiranten, dem TuS Nettelstedt-Lübbecke viel Mühe.

Die Ostwestfalen legten direkt mit hohem Tempo und schnellen Spielzügen los und gingen so auch schnell mit 2:0 in Führung. In der dritten Minute konnte dann ein gut aufgelegter Torben Matzken auf 1:2 verkürzen. Eigentlich wäre jetzt der Gegner am Zug gewesen, war er auch, der Ball flog auf der rechten Rückraumseite der Ferndorfer hin und her, dann legte die Nummer 23 ihn mehr oder weniger für seinen Mitspieler ab, der das aber nicht so wirklich realisierte. Einzig und allein Mattis Michel betrachtete dies als Ostwestfälisches Gastgeschenk, schnappte sich den Ball, rannte los und knallte den verblüfft dreinschauenden Ostwestfalen das Spielgerät in die Maschen.


Heftige Proteste von Chefcoach Emir Kurtagic und Spielern prallten aber am Schirigespann ab und das Tor galt.
Der nächste Angriff des Gegners klappte dann besser, sie legten wieder vor. Und die Mannen aus der Stählerwiese konterten mit Torben Matzken und Josip Eres und es stand 4:3. In den kommenden 3-4 Minuten fehlte das Zielwasser, ein Ball von Ferndorf ging übers Tor und zwei weitere wehrte der 38-jährige Torhüter der Ostwestfalen ab. Nicht so der TuS N-Lübbecke, obwohl Lukas Puhl einen Ball abwehrte erzielten sie einen Dreierpack zum 4:6.

Andreas Bornemann 5 Tore

Gästetrainer Emir Kurtagic
Danke an Ferndorf für das wirklich sehr faire Spiel und seht zu, dass ihr die Punkte noch holt.

Ich bin mir sicher, dass ihr wieder in die richtige Richtung kommt.

Danach war es ein Hin und Her, wobei sich Muskelpaket Andreas Bornemann gleich mit 4 Treffern zurückmeldete, nachdem er am letzten Spieltag mit Null Toren zufrieden sein musste. Die Anzeigetafel zeigte mittlerweile ein 9:12 an, als sich kurz darauf unser Neuzugang Niklas Diebel anschickte sein erstes Tor für den TuS Ferndorf zu erzielen. Mit diesem Tor läuteten die Ferndorfer die letzten 4 Minuten der ersten Halbzeit ein und nun nahm sich der Gegner auch mal Zeit für ein paar Fehler. Heißt, Ferndorf machte mit zwei mal Mattis Michel und Julian Schneider kurzen Prozess und lag auf einmal mit 13:12 in Front, was aber unser Gegner bis zur Sirene auf 13:13 verkürzte.

Soviel zur 1. HZ, die bis auf kleine Fehler wirklich gut war, darauf kann man aufbauen für künftige Spiele. Nicht so mit den Leistungen in der 2. HZ, die schon in den letzten Spielen ziemlich unterirdisch verliefen. Da sind so um die 40. Minute rum immer so 8-10 Minuten in denen die Leistung total in den Keller geht. Es war die 37. Minute, Julian Schneider erzielte grade eins seiner 4 wirklich tollen Tore zum Stand von 17:16. Das sollte doch jetzt Ansporn sein, da auch weiter zu machen um die ersten 2 Punkte seit langem einzufahren.

Josip Eres 5/4 Tore

Doch jetzt begann die Leidenszeit in der Stählerwiese, Fehler, die der Vergangenheit angehören sollten wurde wieder gemacht, Fehlpässe, Fehlwürfe und unkonzentrierte Aktionen, das volle Programm halt.Und jeder dieser Fehler wurde vom Gegner eiskalt bestraft und in Tore umgemünzt.
Die Ostwestfalen zogen weiter ihren Highspeed-Handball durch mit traumhaften Aktionen und Ferndorf hatte dem nichts entgegenzusetzen.
TuS Nettelstedt lag nun mit 17:21 vorne und man schrieb die 45. Minute, Ferndorf somit fast 9 Minuten ohne Treffer. Zu dem Zeitpunkt gab es auch den Torwartwechsel, Lukas Puhl ging auf die Bank und Tim Hottgenroth übernahm und wehrte auch direkt den ersten Ball ab.

TRAINER ROBERT ANDERSSON
Lukas Puhl spielt zwar wieder, aber es reicht nach der langen Verletzung noch nicht für volle 60 Minuten

Aber auch er konnte die Niederlage nicht verhindern, die Ostwestfalen ließen erkennen, dass es für sie nur ein Saisonziel gab, den Aufstieg in die 1. Liga. Ferndorf bäumte sich nochmals auf, um die Niederlage abzuwenden und als Josip Eres in der 50. Minute das 22:24 erzielte war nochmal ein Schein am Horizont, der aber schnell verblasste. Der Gegner zog die Zügel noch einmal an und es folgte ein neuer Fünferpack, der sie in der 59. Minute auf das 22:29 brachte. Andreas Bornemann ins leere Tor und Torben Matzken kurz vor Schluß, dann war das Spiel zu Ende, der TuS Ferndorf verlor mit 24:30, gefühlt vielleicht 1-2 Tore zu hoch, aber absolut verdient.

TRAINER ROBERT ANDERSSON
Wir können nicht wie der TuS Nettelstedt-Lübbecke 60 Minuten volles Tempo gehen

Robert Andersson hat nun die schwierige Aufgabe, das Team auf das Samstagspiel in der Stählerwiese gegen den TV Großwallstadt einzuschwören, denn die werden hocherhobenen Hauptes unsere Halle betreten, haben sie doch Gummersbach in der Schwalbe-Arena bezwungen. Zudem gewannen Konstanz und Emsdetten ihre Spiele und das brachte Ferndorf auf den vorletzten Tabellenplatz. Bis zum 10. Tabellenplatz gibt es nur 1 Team, das weniger Spiele absolviert hat wie die Siegerländer, alle anderen haben mehr. Und zwischen dem 10. und dem 18. Tabellenplatz liegen 5 Pluspunkte Differenz und nun müssen Punkte her.

Ferndorf kann doch Handball spielen, sie haben es doch nicht verlernt, zu Saisonbeginn lief es ja Super, aber da waren auch alle gesund. Nun haben wir keinen wirklichen Linksaußen, obwohl Julian Schneider auf der Position einen Klasse Job macht. Im Rückraum läuft es noch nicht so wirklich, Torben Matzken werden wir sicherlich mal in der 1. BL sehen, aber noch ist er nicht soweit. Neuzugang Christopher Klasmann, der im letzten Spiel noch glänzte, kam hier nicht so zum Zug. Und Niklas Diebel braucht noch Einsatzzeiten, das läuft noch nicht so flüssig, kann es aber auch noch nicht, er ist ja grade erst gekommen.

TRAINER ROBERT ANDERSSON
Die Tore aus dem Rückraum haben gefehlt, wir waren da zu statisch

Auch noch erwähnenswert:
– Die Sponsorenwerbung hat den Hallenboden wiedergefunden
– In der 48 Min. kam ein Pass diagonal übers Feld auf Niklas Diebel zu, den er eigentlich nicht mehr erreichen konnte. Doch mit einem Hechtsprung und einem linken Haken a la Henry Maske beförderte er das Ding ins Tor, absolut sehenswert, das Tor des Tages für uns.
– Niklas Diebel hat jetzt sein eigenes Trikot und trägt die Rückennummer 47
-Wer gedacht hat, Niklas Diebel hätte eine lange Anreise zum Training und zu den Heimspielen, der irrt, er hat in Ferndorf „Unterschlupf“ gefunden.

TuS Ferndorf gegen TuS Nettelstedt-Lübbecke 24:30 (13:13)

Tor: Lukas Puhl 6 Paraden, Tim Hottgenroth 3 Paraden

Tore:
Andreas Bornemann 5
Josip Eres 5/4
Torben Matzken und Julian Schneider 4
Mattis Michel 3
Niklas Diebel 2
Christopher Klasmann 1

Fotos: TuS Ferndorf/Peter Trojak – Bericht: P. Trojak

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