Brustkrebs-Früherkennung: Screening-Alter wird ausgeweitet

(wS/dia) Siegen 26.09.2023 | Dr. Michael Blazek, Programmverantwortlicher Arzt der Screening-Einheit Siegen-Olpe-Hochsauerland, begrüßt bundesweite Entscheidung Siegen/Olpe.

70.000 Frauen erkranken jährlich neu an Brustkrebs. Das Mammakarzinom gilt somit als häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Wird der Krebs in einem frühen Stadium erkannt, stehen die Heilungschancen sehr gut. In speziellen medizinischen Zentren, sogenannten Mammographie-Screening-Einheiten, konnten sich bislang Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren auf Brustkrebs untersuchen lassen. Dieses Alter wird nun angehoben: Alle zwei Jahre Anspruch auf ein Mammographie-Screening haben nun bundesweit bald auch Frauen zwischen 70 und 75 Jahren. „Eine Entscheidung, die wir sehr begrüßen und auf die wir seit Jahren warten“, sagt Dr. Michael Blazek, gemeinsam mit Dr. Volker Brandenbusch Programmverantwortlicher Arzt der Mammographie-Screening-Einheit Siegen-Olpe- Hochsauerland. Denn: „Mit dem Früherkennungsprogramm können wir Leben retten“, so der Mediziner.

Bei der Mammographie handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust.
Das deutschlandweite Mammographie-Screening-Programm hat das Ziel, Brustkrebs in einem so frühen Stadium zu entdecken, in dem der Tumor noch sehr klein ist – und so die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass er noch nicht in die Lymphknoten oder andere Organe gestreut hat. In Siegen stehen hierfür drei Mammographie-Geräte der neuesten Generation zur Verfügung. Das Screeningangebot in der Einheit in Olpe wird ab dem 1. Januar 2024 an einem neuen, modernisierten Standort mit erweiterten Zeiten angeboten.
Gute Nachrichten gibt es zudem aus der Siegener Wichernstraße: „Gerade erst wurde unsere Screening-Einheit rezertifiziert“, so Dr. Blazek. Externe Prüfer – etwa der Kooperationsgemeinschaft Mammographie aus Berlin – kontrollierten die Einheit auf höchste Qualitätsbedingungen, sei es in Sachen Workflow oder aus medizinischer Sicht. „Alle Punkte wurden bei uns sehr gut bewertet“, so der Programmverantwortliche Arzt. Eingeladen zum Screening werden die Teilnehmerinnen per Post durch die Zentrale Stelle in Münster, die die Daten über die Einwohnermeldeämter erhält. Die Umstellung, die mit der Alterserhöhung einhergeht, ist komplex. „Ziel ist es, dass nun auch Frauen zwischen 70 und 75 Jahren angeschrieben und eingeladen werden“, erläutert Dr. Blazek. Dies wird allerdings voraussichtlich noch einige Monate dauern. Bis dahin sind Frauen der entsprechenden Altersgruppe selbst gefragt und müssen aktiv werden: Wer einen Screening-Termin wahrnehmen möchte, kann ihn selbst über die Zentrale Stelle in Münster einfordern.
In Zukunft könnte die Zahl der Teilnehmerinnen noch weiter steigen, wie Dr. Blazek ausführt: „Erwägt wird derzeit, dass künftig auch jüngere Frauen einen Anspruch auf Mammographie bekommen sollten. Dies gelte dann für die Altersgruppe der 45- bis 49-Jährigen.“ Eine Entscheidung stehe allerdings derzeit noch aus.

Mehr zum Thema erfahren Interessierte unter www.mein-mammo-screening.de. Die Zentrale Stelle in Münster ist unter Telefon 0251/929 5000 erreichbar.

Dr. Michael Blazek, programmverantwortlicher Arzt der Mammographie-Screening-Einheit mit Standorten in Siegen, Olpe, Bad Berleburg und Arnsberg.

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