Test-Spiel aus der Hand gegeben: TuS Ferndorf unterliegt TUSEM Essen mit 27:30

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(wS/Red) Kreuztal 29.01.2026 | Ferndorf bis zur 41. Minute vorne, am Ende aber ohne Sieg

Endstand TuS Ferndorf gegen TUSEM Essen: 27:30 (14:13)

Unsere Nationalmannschaft hat gestern zeitgleich mit dem Ferndorf-Spiel ihr Match bravourös gegen Weltmeister Frankreich gewonnen.

Der TuS indes hatte nicht so viel Glück, er musste sich vor eine Minuskulisse von ca. 40 Zuschauern eingestehen, dass man dieses Match nicht hätte verlieren müssen/dürfen.

Die Aufgabe war nicht so schwer, man hat es sich selber schwer gemacht, denn Essen war nicht die bessere Mannschaft.

Es war kein Spiel auf Augenhöhe, der TuS war über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft, konnte sich jedoch nie entscheidend absetzen. Ferndorf geriet bis zur 41. Minute, über beide Halbzeiten hinweg, kein einziges Mal in Rückstand, was die Kräfteverhältnisse gut beschreibt. Erst in der 41. Minute ging TUSEM Essen erstmals mit 21:20 in Führung.

Ferndorf haderte mit seiner Chancenverwertung, wir haben 16 Fehlwürfe und 11 technische Fehler gezählt. Man vergab, teils freistehend, Tore, spielte in Situationen ab, wo man selber hätte werfen können. Es war trotz alledem ein schnelles Spiel, doch zum Ende hin sanken die Chancen für Ferndorf, denn auch da verwarf man einfache Bälle und der Gegner nahm diese Geschenke dankend an. Die Führung der Essener in der 41. Minute hatte keinen Bestand, Ferndorf fand immer wieder Lösungen, so gab es danach Zwischenstände von 23:22 oder auch das 25:24 in der 55. Minute durch Marvin Mundus. Wie schon oft haben wir in den letzten 5 Minuten Spiele aus der Hand gegeben. So war es auch diesmal, es fehlt noch die Konstanz, ein Spiel über 60 Minuten zu kontrollieren und am Ende für sich zu entscheiden. Nach dieser letzten 25:24-Führung gab der TuS das Ruder aus der Hand und die Gäste übernahmen das Kommando. Durch vermeidbare Ferndorfer Fehler ließ es sich der Gegner nicht nehmen davonzuziehen. Und das machten sie in der Manier einer spielbestimmenden Mannschaft, die sie eigentlich gar nicht waren. Ferndorf stemmte sich nochmal dagegen, 25:25, 26:26, doch dann spurteten die Essener nach vorne, Marvin Mundus erzielte zwar noch das 27:28 in der 58 Minute, doch es folgten das 27:29 und 27:30. Wenn die Fehlerquote nicht so hoch wäre, hätte Ferndorf das Ding locker für sich entscheiden können. Eingesetzt und mit weiteren Spielzeiten versehen war Neuzugang Finn Scharnweber, der auf seiner Rechtsaussenposition spielte und auch 1 Tor erzielte. Er macht einen richtig guten Eindruck und sorgt auch für Entlastung .

An unseren Torleuten lag es letztlich nicht, Can Adanir (1. HZ) und Filip Baranasic (2. HZ) kamen auf jeweils gute 7 Paraden, das ergibt eine gute Gesamtquote.

Nicht zum Einsatz kam Hampus Dahlgren, wie uns Ceven Klatt wissen ließ, hatte Hampus eine Zerrung im Oberschenkel und deswegen wurde er geschont. Nach einem Hinweis des Physiotherapeuten und Rücksprache mit Hampus haben wir uns entschlossen, ihn nicht spielen zu lassen, um einen Muskelfaserriss oder einer größeren Muskelverletzung aus dem Weg zu gehen.

Torschützen:

Gabriel da Rocha Viana 5, Julius Meyer-Siebert, Marvin Mundus und Tom Jansen je 4, Julius Fanger und Josip Eres je 3, Daniel Hideg 2, Finn Scharnweber und Mattis Michel je 1

Gibt es sonst etwas zu berichten?

SELBSTVERSTÄNDLICH, wer gestern in der Halle war, wird am Spielfeld ein unbekanntes Gesicht mit einem weißen Stirnband gesehen haben, der auch Einsatzzeiten im Match bekam. Es handelt sich um den 19-jährigen Rückraum-Links-Spieler Soeren Servos (1,90m), derzeit beim Bergischen HC unter Vertrag, ausgestattet auch mit einem Zweitspielrecht für Opladen.

Soeren erzielte zwar noch kein Tor, wusste aber mit seiner Schnelligkeit und Wurfkraft voll zu überzeugen. In einigen Aktionen erinnerte er stark an den früheren Mirza Sijaric, Ball fangen, drehen, werfen und fast wäre es auch zum Tor gekommen.

Soeren hat per „Gastspielrecht“ am Testspiel teilgenommen. Zudem deutet vieles darauf hin, dass er demnächst zum TuS Ferndorf wechselt oder kurz vor einem Wechsel steht. Die Verantwortlichen haben signalisiert, dass man sich intensiv um Soeren bemüht und das sich die Verhandlungen in einer aussichtsreichen Position befinden. Soeren bringt eine gute Tiefe und eine gute Dynamik mit, es war ja für ihn auch das erste Mal und das ohne Training, da hat man dann auch noch keine großen Erwartungen. Aber man sieht schon jetzt, was man von ihm bekommen kann, so Ceven Klatt.

Hört sich doch gut an, drücken wir dem also TuS und seinen Fans die Daumen für eine Spielerverpflichtung.

CEVEN KLATT zum Spiel: Ich denke, es war grundsätzlich ein gutes Spiel für beide Mannschaften, wo wir, insbesondere heute, nochmal viel versucht haben verschiedene Konstellationen zu spielen, damit auch nochmal jeder Spielzeit bekommt. Man merkt, dass Tom Jansen lange nicht da war, dass er dann auch wieder ein bisschen besser reinkommt. Mit Soeren Servos haben wir heute einen Spieler dabeigehabt, der noch nicht bei uns gespielt hat. Für Finn Scharnweber auch, einfache Konstellationen in der Abwehr, das war ein guter Test für uns, um da auch mal das ein oder andere zu probieren und man hat, glaube ich, auch gesehen, dass wir unterschiedliche Phasen haben, in verschiedenen Besetzungen, wo Sachen wirklich gut funktioniert haben. In der Anfangsphase, die erste Viertelstunde, gefiel mir unsere Abwehr gut, wir kriegen da auch einen guten Zugriff auf das Essener Spiel in der Konstellation. Wir haben auch immer wieder gute Tore über das Tempo. Was mir nicht gefallen hat, ist die Chancenverwertung in den Nahtstellen. Ich finde, in der breiten Position zwischen eins, zwei, fünf und sechs lassen wir zu viele Bälle liegen, alleine in der 2. HZ sieben Bälle, das ist zu viel.

Wir erspielen uns dann die Chancen, kriegen die Tiefe, die wir so oft ansprechen, verwerten da aber nicht gut genug. Wir haben da aber noch ein oder anderthalb Wochen Zeit, wo wir daran arbeiten können. Es ist jetzt gut zu erkennen, was funktioniert und woran wir noch arbeiten müssen, und da kann man aus so einem Spiel die Lehren ziehen.

JULIUS FANGER: Es war nicht das Ergebnis, das wir uns erhofft hatten. Wir hatten uns schon vorgenommen das Spiel zu gewinnen, auch wenn es „nur“ ein Testspiel ist. Wir haben dann aber auch viel durchgewechselt, haben Soeren Servos viel Spielzeit gegeben, dass er da auch einfach gut reinfindet. Wir hatten wieder gute Sachen und viele nicht so gute Sachen und am Ende scheitern wir, wie so oft ein Stück weit an den technischen Fehlern und den verworfenen Bällen.

Wir haben zu viele Bälle zwischen eins, zwei und fünf, sechs, die wir schießen. Das sind keine hundertprozentigen Chancen, aber gute Chancen, wo wir mehr von reinmachen müssen. Emotionen und Kampfwille fehlen so ein bisschen und dann ist es immer schwierig, das hinzukriegen. Dennoch ist es unsere Erwartungshaltung, dass wir das hinkriegen.

Bericht/Collage: Peter Trojak

Fotos: Verein

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