Feuerwehrkreuz in Silber für Thorsten Schneider – Jahresdienstbesprechung der Feuerwehr im Burbacher Bürgerhaus

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(wS/bu) Burbach 23.02.2026 | Das war eine dicke Überraschung. Auf der Liste der zu Ehrenden war sein Name nicht vorgemerkt. Aus gutem Grund: Schließlich verteilte Thorsten Schneider, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr in Burbach, im Rahmen der Jahresdienstbesprechung im Burbacher Bürgerhaus selbst die Urkunden an die verdienten Kameraden. Dass ihm selbst die zweithöchste Auszeichnung im deutschen Feuerwehrwesen verliehen wurde, blieb bis zuletzt ein streng und gut gehütetes Geheimnis. Schneiders Stellvertreter Tobias Schmidt oblag die Ehre, seinem Vorgesetzten und Freund das Feuerwehrehrenkreuz in Silber ans Revers zu heften.

„Er hat die Feuerwehr Burbach in einer sehr schweren Phase übernommen, als Euer Leiter Markus Schwarze im Januar 2024 plötzlich und unerwartet verstarb“, erinnerte Kreisbrandmeister Thomas Tremmel in seiner Laudatio auf den sichtlich überraschten Thorsten Schneider. Und direkt an den Geehrten gewandt: „Du hast mich beeindruckt mit deiner ruhigen, unaufgeregten Art. Du verlierst nicht viele Worte, aber in den Gesprächen, die wir geführt haben, hast Du mich auch mit deiner Fachlichkeit beeindruckt.“ Zunächst als kommissarischer Leiter, später dann offiziell ernannt, hatte Thorsten Schneider die Lücke, die Markus Schwarze hinterlassen hat, auf seine eigene persönliche Art geschlossen. Er habe die Truppe erst zusammengehalten und führe sie nun ebenso erfolgreich, wie sein Vorgänger. Damit habe Thorsten Schneider sich in besonderem Maße um das Feuerwehrwesen in Burbach verdient gemacht. Das Ehrenkreuz in Silber werde nur auf Antrag beim Deutschen Feuerwehrverband (DFV) verliehen, so der Kreisbrandmeister zur Wertigkeit der Auszeichnung. Thorsten Schneider nahm die Ehrung bescheiden entgegen und bedankte sich seinerseits bei den Kameradinnen und Kameraden: „Das ist eine Auszeichnung für die ganze Feuerwehr in Burbach, also für Euch alle. Ohne Eure Unterstützung wäre der Übergang nicht so gelungen. Ihr habt es mir leicht gemacht.“

Eine weitere ebenfalls außergewöhnliche Leistung hatten Thorsten Schneider und Bürgermeister Jonas Becker kurz vor dieser „Überraschungsehrung“ würdigen dürfen. Brandoberinspektor Hans-Jörg Ernesti erhielt die Sonderehrung des Verbandes der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen (VdF) für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Burbacher Wehr – „50 Jahre im aktiven Dienst, wohlgemerkt“, betonte Thorsten Schneider. Häufig werde diese Marke erreicht, nachdem ein Kamerad in die Ehrenabteilung gewechselt sei. „Aber Fünf Jahrzehnte im aktiven Dienst, das kommt nicht oft vor.“

Für 35 Jahre Mitgliedschaft erhielt außerdem Brandoberinspektor Jens Wildfeuer (Einheit Lippe) das Feuerwehrehrenzeichen in Gold.
Bürgermeister Jonas Becker lobte in seinem Grußwort das hohe Engagement der Feuerwehren im Allgemeinen und in Burbach im Speziellen: „Sie packen an, Sie ziehen die Uniform an, wenn sich andere ins Bett legen. Sie sind allzeit bereit – und zwar 24/7 an 365 Tagen im Jahr.“

Er sei nicht nur von der Leistungsstärke der Feuerwehrleute im Gemeindegebiet beeindruckt, sondern insbesondere von der Kameradschaft, die er hier erlebe. Diese habe sich zuletzt nach dem plötzlichen Tod eines Kameraden auch wieder „in den Tiefen des Lebens“ gezeigt, in der die Feuerwehrfamilie zusammengestanden habe. Aus der Einsatzbereitschaft und Verbundenheit der Feuerwehr zog er eine Verpflichtung für die Gemeinde: „Trotz angespannter Haushaltslage versuchen wir das Möglichste zu tun, um die Arbeit der Feuerwehr weiterhin bestmöglich zu unterstützen.“

So würden die Planungen für das neue Feuerwehrgerätehaus Niederdresselndorf weiter vorangetrieben und die nächsten Fahrzeuge seien schon bestellt. „Herzlichen Dank für Ihren und Euren Einsatz, und Gottes Segen und Bewahrung bei allen Einsätzen.“
In seinem Jahresbericht ließ Thorsten Schneider das Einsatzjahr 2025 in Zahlen und Bildern Revue passieren. 213-mal seien die Kameradinnen und Kameraden ausgerückt. Das sind neun Einsätze weniger als 2024 (222), dennoch habe sich die Anzahl seit 2023 (209) mit über 200 Einsätzen jährlich auf einem hohen Niveau eingependelt. Zudem setze sich der Trend fort, dass Feuer längst nicht mehr der häufigste Einsatzgrund sei.

31-mal sei die Wehr wegen Brände alarmiert worden, neunmal davon lautete die Meldung „Feuer 4“. Allein die Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen lägen mittlerweile gleichauf. Sogar doppelt so häufig fuhren die Kameradinnen und Kameraden für technische Hilfeleistungen raus (54-mal TH1 und 12-mal TH2). Auch die Anzahl der ABC-Einsätze (33) überstieg die Feuer-Alarmierungen.

Eine besondere Einsatzart in Burbach ist die Reanimation. 13-mal alarmierte die Leitstelle neben den Rettungswagen auch die Feuerwehr zu einer Wiederbelebung. „Die Idee dahinter: Je nachdem wie weit der Rettungswagen entfernt ist, sind wir schneller beim Patienten. Wenn nicht, dann sind die Sanitäterinnen und Sanitäter froh, dass sie Unterstützung haben“, erklärte Thorsten Schneider.
„Eine sehr gute Sache“, lobte auch Kreisbrandmeister Thomas Tremmel.
„Gefährlichstes Pflaster“, so resümierte Thorsten Schneider augenzwinkernd, bleibe weiterhin der Kernort Burbach mit 67 Einsätzen. „Das hat vor allem mit den vielen Brandmeldeanlagen zu tun“, relativierte er. In Holzhausen wurden 2025 insgesamt 26 Einsätze gezählt, in Würgendorf 24 und 20- mal wurden die Kameradinnen und Kameraden zu Einsätzen auf der A 45 gerufen.

Beim Personal gab es einen leichten Rückgang von 728 (2024) auf 720 (2025) zu verzeichnen. „Eine Momentaufnahme an einem nicht gleichbleibenden Stichtag“, so Thorsten Schneider. Gerade im Bereich der Kinderfeuerwehren schwanke die Zahl immer mal wieder. 136 Kinder seien hier im Vorjahr aktiv gewesen (im Jahr 2024: 149), die Zahl bei den Jugendlichen sei mit 117 recht stabil (121), abgesehen von den jungen Frauen und Männern, die in die Einsatzabteilung wechselten. Aktiv im Einsatz seien im vergangenen Jahr 283 Kameradinnen und Kameraden gewesen (288). Dazu kommen die Ehrenabteilung mit 81 (82) und die Unterstützungsabteilung mit 66 (54) Mitgliedern.
Gerade der hohe Anteil der Kinder- und Jugendabteilungen stimmten ihn für die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr in Burbach optimistisch, so Thorsten Schneider.

Beförderungen und Ernennungen zur / zum:
Feuerwehrfrau:
Marina Gemeinder (Niederdresselndorf)
Manuela Stoffel (Niederdresselndorf)
Oberfeuerwehrmann:
Finn Ole Aulrich (Holzhausen)
Luc Pascal Müller (Holzhausen)
Unterbrandmeister:
Marko Weber-Pavlic (Holzhausen)
Nele Marie Aulrich (Holzhausen)
Brandmeisterin:
Julia Edelmann (Gilsbach)
Brandmeister:
Peter Blum (Oberdresselndorf)
Jörg Bröcher (Burbach)
Hauptbrandmeister:
Sascha Vogel (Burbach)
Brandoberinspektor:
Ingo Petri (Lippe)

Bei der Jahresdienstbesprechung der Freiwilligen Feuerwehr Burbach gab es zahlreiche Beförderungen und Ehrungen durchzuführen.


Foto: Gemeinde Burbach

Überraschung: Der Leiter der Feuerwehr, Gemeindebrandinspektor Thorsten Schneider (r.), wurde mit dem Feuerwehrehrenkreuz in Silber ausgezeichnet, das ihm sein Stellvertreter Tobias Schmidt ans Revers steckte.

Fotos: Gemeinde Burbach

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