(wS/red) Kreuztal, den 08.05.2026| Kampf, Herz, Leidenschaft, jetzt erst recht
Vorbericht: TuS Ferndorf gegen HSG Nordhorn Lingen am Samstag, 09.05.2026 um 18:00 Uhr
Wenn die letzten vier Spiele einer Saison anstehen, gibt es keine Grauzonen mehr. Für den TuS Ferndorf beginnt mit dem Heimspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen die Phase der Endspiele. Und dass, obwohl die Ferndorfer mit 22:38 Punkten als Tabellendreizehnter eigentlich eine Ausgangslage haben, die große Hoffnung erlaubt, meiner Meinung nach dürfte der Verein damit durch sein in Punkto Klassenerhalt.

Der Rückenwind aus dem letzten Spiel könnte kaum größer sein. Beim HSC 2000 Coburg feierte Ferndorf einen beeindruckenden 33:27 Auswärtssieg. Über 60 Minuten hinweg dominierte der TuS die Partie, ein DYN-Moderator brachte es auf den Punkt, Coburg hätte wohl noch Stunden spielen können, ohne eine Lösung zu finden. Besonders bemerkenswert war dieser Erfolg angesichts der extrem angespannten Personalsituation.
Es fehlten Soeren Servos, Julius Meyer Siebert, Hampus Dahlgren, Fynn Herzig, Valentino Duvancic, Fabian Hecker, Filip Baranasic und Jonas Wilde, Tom Jansen stand nur für einen möglichen Kurzeinsatz bereit. Die Langzeitverletzten Jonas Wilde, Julius Meyer Siebert, Hampus Dahlgren und Valentino Duvancic werden den Verein ja zum Saisonende verlassen.
Mit 838:864 (-26) Toren zeigt sich beim TuS Ferndorf ein differenziertes Bild. Während die Tordifferenz auf den ersten Blick negativ wirkt, gehört die Defensive zu den großen Stärken der Mannschaft. 864 Gegentore, damit gehört Ferndorf zu den stärksten Defensivreihen der Liga und stellt aktuell die viertbeste Abwehr. Die kompakte Defensive und die Torhüterleistungen sind ein klarer Stabilitätsfaktor. Im Angriff hingegen fehlte über weite Strecken der Saison auch bedingt durch die vielen Ausfälle die Konstanz, was die negative Differenz erklärt. Das erfuhr allerdings in Coburg eine starke Wende, denn wir haben wahrscheinlich die bisher stärkste Offensivleistung gesehen.
Im Tor überzeugt in dieser Saison Can Adanir mit 238 Paraden. Offensiv wird die Last auf mehreren Schultern verteilt. Josip Eres führt die interne Torschützenliste mit 113 Treffern an, davon 58 Siebenmeter. Daniel Hideg kommt auf 101 Feldtore und starke 70 Assists. Marvin Mundus steht bei 96 Toren, davon 12 Siebenmeter, sowie 26 Assists. Tom Jansen erzielte 93 Tore und bereitete 40 Treffer vor. Julius Fanger bringt es auf 81 Tore und 50 Assists, das sind schon beeindruckende Zahlen.
Der Gegner aus Nordhorn reist als Tabellensechster mit 38:22 Punkten an und bringt damit genau die umgekehrte Bilanz mit. Das Torverhältnis von 892:882 ergibt ein Plus von 10 Treffern. Die Mannschaft von Trainer Mark Bult kommt bisher auf 18 Siege, 2 Unentschieden und 10 Niederlagen. Die letzten fünf Spiele verliefen wechselhaft mit Sieg-Sieg- Niederlage-Sieg-Niederlage.

Ein Schlüsselspieler ist Torhüter Kristian van der Merwe mit starken 274 Paraden. Im Angriff ist Frieder Bandlow der herausragende Akteur mit 179 Toren, davon 55 Siebenmeter, sowie 94 Assists. Maximilian Lux kommt auf 124 Tore, Tarek Marschall auf 114 Feldtore und Elias Ruddat auf 111 Treffer.
Das Hinspiel am 05.12.2025 verlor Ferndorf mit 32:28. Auch damals war die Personalsituation extrem angespannt, Trainer Ceven Klatt standen lediglich 9 Feldspieler zur Verfügung. Can Adanir verbuchte 5 Paraden, Filip Baranasic kam auf 4. Die meisten Treffer erzielten Tom Jansen und Julius Meyer Siebert mit jeweils 6 Toren, Valentino Duvancic und Schnabl trafen je 4 Mal. Auf Seiten der Nordhorner glänzte Kristian van der Merwe mit 14 Paraden, Bandlow erzielte 8 Tore, Berlo und Zintel jeweils 4.
Auffällig ist die jüngste Auswärtsbilanz der HSG Nordhorn‑Lingen, zwar holten die Rot‑Weißen zuletzt einen Sieg beim Tabellenletzten HC Oppenweiler‑Backnang, doch die vier Auswärtsspiele zuvor in Coburg, Lübeck‑Schwartau, Potsdam und Bietigheim gingen allesamt verloren.
Für Ferndorf wird entscheidend sein, die Energie, Leidenschaft und defensive Stabilität aus dem Coburg Spiel mitzunehmen. Wenn die Abwehr erneut so kompakt steht und Adanir und/oder Filip Baranasic einen guten Tag erwischt, kann der TuS auch gegen einen individuell stark besetzten Gegner bestehen. Gleichzeitig braucht es im Angriff den Biss wie schon in Coburg.
Die Ausgangslage ist klar, vier Spiele verbleiben, jedes davon ist ein Endspiel. Der TuS Ferndorf hat in Coburg ein starkes Zeichen gesetzt. Jetzt gilt es, vor heimischer Kulisse nachzulegen und den nächsten wichtigen Schritt zu gehen.
Wie der Kader aussehen wird, wird davon abhängig sein, was sich im Lazarettbereich getan hat, Tom haben wir letzte Woche zumindest auf der Bank gesehen, das heißt aber auch nicht viel. Hampus, Filip und Valentino waren im letzten Spiel nicht dabei und bei Soeren muss man auch abwarten, ob er Einsatzzeiten bekommen könnte. Bei Nico ist klar, dass er nicht spielen kann nach seiner OP und natürlich auch Fabian Hecker und Julius Meyer-Siebert nicht, Coach Ceven Klatt hat auch schon schönere Zeiten erlebt.
Die Halle wird trotzdem wie fast immer, brechend voll sein, die Brigade C wird brennen, die Füchse jagen ein Trommeltornado durchs Rund und die Tribünen werden beben. Ziel, zwei Punkte und damit den sicheren Klassenerhalt (meine Meinung)
Jetzt geht es nicht mehr um Tabellenrechnerei, jetzt geht es um Herz, um Kampf und um jeden einzelnen Zentimeter auf der Platte. Jeder Zweikampf, jeder Block, jeder Treffer kann jetzt den Unterschied machen.
WIR – IHR – EIN TEAM – EIN ZIEL
denn: DAS IST FERNDORF – DAS BIST DU
Bericht und Einschätzung zum Restprogramm mit Schwierigkeit: Peter Trojak
Collage: Andreas Domian
CEVEN KLATT: Grundsätzlich muss man sagen, dass Nordhorn zu den Top-Teams gehört, mit ihnen endet quasi die Spitzengruppe in der Tabelle. Sie sind jetzt noch 1 Punkt hinter Hagen und zwei, drei Pünktchen hinter Potsdam, haben also noch Anschluss nach ganz vorne. Sie gehören aber auch seit Jahren zu den Top-Teams in der Liga und haben mit van der Merwe einen sehr starken Torhüter. Mit Frieder Bandlow den wahrscheinlich besten Halbrechten der Liga und mit Tarek Marschall auf Halblinks auch einen sehr torgefährlichen Akteur sowie mit Elmar Erlingsson auf der Rückraummitte einen sehr umsichtigen Spielgestalter mit einer guten Kooperation, mit einem guten Kreisläufer-Zusammenspiel. Das sind die Leute, die bei uns in der Vorbereitung auf das Spiel besondere Beachtung bekommen werden.
Ansonsten wird es für uns darum gehen, eine ähnlich konzentrierte Leistung abzurufen, wie wir es in den letzten Spielen getan haben. Da klammere ich jetzt mal Nettelstedt aus, weil es da kräftemäßig nicht möglich war. Aber ansonsten haben wir zuletzt sehr gut angegriffen und wie auch schon in der gesamten Saison gut verteidigt.
Die Kadersituation ist nicht befriedigend, das muss man ganz klar sagen, und ich kann auch heute nicht sagen, wer spielen wird oder wer nicht spielen wird. Klar ist, dass wir viel improvisieren müssen und uns Dinge überlegen müssen, um über die 60 Minuten konkurrenzfähig zu sein.





