Klangvolle Visionen: Das Frühjahrskonzert der Musikkapelle Werthenbach in Hainchen

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(wS/hgm) Netphen 19.03.2026 | Unter Volldampf stand am vergangenen Samstagabend in der
vollbesetzten Kultur- und Begegnungsstätte in Hainchen die Musikkapelle Werthenbach.
Dies allerdings in einer konzertenten Form, wobei die unter dem Dirigat von Johanna Knecht
stehende Musikkapelle das Publikum in eine Traumwelt entführte.
„Traumwelten“ nämlich lautete auch das Motto des diesjährigen Frühjahrkonzertes, das
durchaus als kräftiger Nachschub zum ausverkauften Jubiläumskonzert im November des
vergangenen Jahres 2025 betrachtet werden kann. Geschäftsführerin Marianka Hammer
begrüßte die vielen Gäste, unter ihnen Marco Müller, Bürgermeister der Stadt Netphen und
Daniel Crecklow, Vorsitzender des Volksmusikerbundes, Kreisverband Siegen-Wittgenstein.
Die Moderation oblag Katja Eling. Alle Titel wurden auf eine Leinwand projiziert – zum Teil in
moderner KI-Technik. Selbst die Dirigentin wurde mit „Face Swap“ in eine Garde-Uniform
integriert.
Johanna Knecht leitet die Musikkapelle Werthenbach seit Anfang 2023 und ist ausgebildete
Musikpädagogin (Studium an der Universität Siegen) mit Fokus auf Blasorchesterleitung (C-
Lehrgänge an der Landesmusikakademie NRW). Sie ist eine junge, engagierte Dirigentin, die
viel Modernität und Frische in diese Kapelle hineingebracht hat.
Gleich mit dem 1. Titel, der „Olympic Fanfare“ wurde eine Welt voller Visionen vermittelt.
Das Stück verkörpert den Traum von Höchstleistungen, wurde es doch von John Williams für
die Olympischen Spiele 1984 geschrieben. Das Bild einer urbanen Traumwelt wurde gleich
danach im 2. Titel, „City of Dreams“ offeriert. Nämlich in Singapur, einer Stadt, die niemals
schläft. Es war schon beeindruckend, mit welcher Präzision die Musikkapelle diese Werke
umsetzte. Sie ist in den einzelnen Registern gut besetzt und verfügt auch über eine
entsprechende Percussion.
Die weiteren Titel waren „Vidda“, eine Komposition, die in die Weite der Hochebene
Norwegen entführte und tiefe Ruhe vermittelte, sowie „Imagasy“, ein Werk, das eine
Mischung aus „Imagination“ und „Fantasy“ ist – ein Bild mit Klangfarben. Und eben diese
Farbe haben die Werthenbacher in ihrer Musik. Nicht etwa technisch kühl, sondern auch
dynamisch pulsierend.
„Earth Song“ lautete der Titel der letzten Darbietung vor der Pause. Ein Ruf nach Frieden in
einer von Krieg zerrissenen Welt, was gegenwärtig leider bittere Realität ist. Und dieses
Werk verdeutlicht den Traum vom Frieden in ruhigen, schwebenden Klängen.
Im zweiten Teil des tollen Konzertes ging es dann etwas schwungvoller zu. Mit Erinnerungen
an Vergangenes, Feste und fröhliche Erlebnisse. Dieses vollzog sich zunächst mit dem
„Deutschen Marsch“ und sofort hinterher mit dem Traum von ewiger Jugend: Forever
Young“ – ein Welthit aus den 80ern. Ja, Tradition kann auch eine Traumwelt sein! Hierbei
gab es ein fantastisches Solo zu hören: Tenorsaxophon: Marco Hock; Flügelhorn: Florian
Finé und Altsaxophon Katharina Herrmann.
Anschließend ging die Musikkapelle im „Little Mermaid Medley“ „auf Tauchgang“ in eine
Traumwelt unter Wasser und öffnete das Tor zur Disney-Phantasie: Es geht darin um Meeresrauschen, Abenteuer und Liebe sowie den Traum der kleinen Meerjungfrau an Land
zu leben.
Mit „Invincible“ entführten die Werthenbacher dann das Publikum in eine Traumwelt der
Stärke. Komponiert wurde das Stück für die „Invictus Games“, eine internationale
Multisportveranstaltung, die erstmals 20214 stattfand und für kranke und verletzte
Angehörige des Militärs gedacht ist. Gesanglich übermittelte diese Stärke die Musikerin und
eigene Sängerin Steffi Kneip in sehr gekonnter Form!
„Johannländer Power pur“, kann man da nur sagen. Dies brachte dann die Musikkapelle in
„Selections from The Greatest Showman“ klar zum Ausdruck, ein Werk in dem eine
Traumwelt voller Licht. Mut und Visionen in Töne umgesetzt wurde. Unglaublich, was aus
Blasinstrumenten alles herauszuholen ist. Und das kann manchmal auch bewusst
disharmonisch klingen, um den Charakteren der einzelnen Parts gerecht zu werden.
Und danach war man mit der Interpretation von „Toto on Tour“ schon am Ende des
Konzerts – einer Traumwelt aus Rock und Rhythmus. In diesem Stück wird mit Songs, die
Generationen geprägt haben, eine ganz andere Atmosphäre auf die Bühne gebracht.
Damit schloss sich der Kreis des Repertoires, denn der erste Frontman der Band „Toto“ ist
der Sohn von John Williams – dem Komponisten des ersten Stückes in einem Programm
voller Träume.
„Ich hoffe, dass Sie den einen oder anderen Traum noch mit nach Hause nehmen“, meinte
die Moderatorin Katja Ehling. Und das sicherlich, nahm doch der Beifall orkanartige Formen
an, so dass noch eine Zugabe fällig war. Und die war in der Tat ein lieblicher Traum: Nämlich
das Lied „Guten Abend, Gut´ Nacht“. Als Solist brillierte Florina Finé auf dem Flügelhorn –
einfach ein wunderschönes Konzert!

Text und Fotos: Hans-Gerhard Maiwald

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