(wS/hi) Hilchenbach 08.05.2026 | Die Bagger sind verschwunden, die letzten Pflastersteine liegen an Ort und Stelle, und in den frisch angelegten Beeten zeigen sich die ersten Blüten: Der Bereich am sogenannten „Entré“ zum Hilchenbacher Marktplatz präsentiert sich nach knapp anderthalb Jahren Bauzeit grundlegend verändert. Von November 2024 bis März 2026 – also über volle 16 Monate hinweg – wurde am Ruinener Weg gearbeitet und parallel der Langenfelder Bach renaturiert, der unterhalb des Rathauses in Richtung der Bundesstraße „In der Herrenwiese“ verläuft.
Vom versiegelten Parkplatz zum offenen Bachlauf
Was sich in den vergangenen Monaten an dieser Stelle getan hat, ist beachtlich. Der frühere Parkplatz wurde zurückgebaut, ebenso die darunterliegenden Kanalrohre, in denen der Bach bislang verschwand. An ihrer Stelle entstand ein komplett neu angelegtes Gewässerbett. Auch die Gasleitungen mussten dafür verlegt werden. Im Gegenzug entstanden neue Parkflächen sowie ein einladendes, begrüntes Bachufer, das den Bereich optisch deutlich aufwertet.
Zwei Stimmen aus dem Tiefbau-Team
Begleitet wurde das Projekt seitens der Verwaltung von Olimpia Groth und Tom Heidel aus dem Fachdienst Tiefbau. Beide ziehen ein durchweg positives Fazit. „Durch den Abbruch des kanalisierten Bereichs wird der Bach aus seiner technischen Zwangsführung befreit und zu einem natürlichen Verlauf zurückgeführt. Damit entsteht ein ökologisch funktionsfähiger Lebensraum“, erläutern die beiden. Die Maßnahme bringe jedoch nicht nur ökologische und gestalterische Vorteile mit sich, sondern auch einen handfesten Sicherheitsaspekt: „Die Renaturierungsmaßnahme hat nicht nur eine optische Aufbesserung, sondern trägt auch zum Hochwasserschutz bei. Das Gewässer erhält mehr Raum zur seitlichen Ausbreitung, wodurch Hochwasser schadlos abgeführt und zwischengespeichert werden kann.“
Investition mit deutlicher Landesförderung
Finanziell war die Maßnahme kein kleines Vorhaben. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 1,87 Millionen Euro. Den Großteil dieser Summe – nämlich 1,34 Millionen Euro – steuerte das Land Nordrhein-Westfalen über sein Förderprogramm bei, mit dem Maßnahmen der Wasserwirtschaft für das Hochwasserrisikomanagement und zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie unterstützt werden.
Pflastersteine bekommen ein zweites Leben
Im Anschluss an die Arbeiten am Bach folgte der Vollausbau der Straße „Ruinener Weg“. Eine besonders nachhaltige Lösung gab es dabei beim Material: Als Randsteine kam das alte Kopfsteinpflaster zum Einsatz, das beim erst im vergangenen Jahr erneuerten Hilchenbacher Marktplatz ausgebaut worden war. Die Steine, die andernorts möglicherweise im Bauschutt gelandet wären, prägen nun das Erscheinungsbild der Straße – ein Stück gelebtes Upcycling im Straßenbau.
Barrierefreiheit deutlich verbessert
Auch in Sachen Barrierefreiheit hat sich an Ort und Stelle einiges getan. Rund um die Ampel an der Bundesstraße B 508 wurden neue taktile Bodenelemente verlegt, an der Straßenecke Markt/Ruinener Weg entstanden zusätzliche Querungshilfen. Diese baulichen Verbesserungen erleichtern Menschen, die mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Rollator unterwegs sind, den Alltag spürbar – und sind nach Einschätzung der Stadt ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Inklusion und Teilhabe im öffentlichen Raum.

Bürgermeister Kyrillos Kaioglidis, Schachtmeister und Polier Christopher Fischer, Stadtentwicklungsausschussvorsitzender Michael Stötzel, Fachdienstleiterin Tiefbau Tanja Erlebach-Theis, Mitarbeiterin Olimpia Groth sowie Bau- und Verkehrsausschussvorsitzender André Jung blicken auf den Langenfelder Bach.

Querungshilfen und taktile Elemente, wie hier im Bild zu sehen, fördern die Inklusion und Teilhabe. Darüber freut sich Fachdienstleiterin Tanja Erlebach-Theis sichtlich.

Pflasterstein-Upcycling: Für den Vollausbau des Ruinener Wegs wurde zum Teil das alte Kopfsteinpflaster aus dem Hilchenbacher Marktplatz verwendet.
Fotos: Stadt Hilchenbach






