(wS/dia) Siegen 14.05.2026 | Bei einer Fortbildungsveranstaltung des Diakonie Klinikums Jung-Stilling im Haus der Siegerländer Wirtschaft informierten sich rund 120 Fachkräfte über aktuelle Standards im Umgang mit Schwangerschaftsdiabetes. Die Organisatorin und Chefärztin Dr. Flutura Dede betonte dabei die Notwendigkeit einer engen, interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Gynäkologen, Diabetologen und Hebammen.
Risiken und moderne Überwachung
Weltweit sind etwa 15 bis 20 Prozent aller Schwangeren von Gestationsdiabetes betroffen. Da diese Stoffwechselstörung oft erst während der Schwangerschaft auftritt, gelten Betroffene als Risikoschwangere. Professorin Dr. Tanja Groten von der Uniklinik Köln erläuterte in diesem Zusammenhang die Vorteile des kontinuierlichen Glukosemonitorings (CGM). Ein Sensor im Unterhautfettgewebe misst dabei rund um die Uhr die Werte und übermittelt diese in Echtzeit, etwa an ein Smartphone. Diese Methode kann helfen, ein überdurchschnittlich hohes Geburtsgewicht beim Neugeborenen zu vermeiden, da Lebensstil und Therapie präziser angepasst werden können.
Gefahren für das Neugeborene
Markus Pingel, Chefarzt an der DRK-Kinderklinik Siegen, beleuchtete die Folgen eines schlecht eingestellten mütterlichen Diabetes, wie etwa die diabetische Fetopathie. Mögliche Komplikationen für das Kind sind:
- Unterzuckerung (Hypoglykämie)
- Atemnotsyndrome
- Gelbsucht und Elektrolytstörungen
Aufgrund dieser Risiken sollten betroffene Frauen in Kliniken mit neonatologischer Versorgung entbinden; bei Insulinpflicht wird ein Perinatalzentrum der Level 1 oder 2 empfohlen.
Therapiebausteine im Alltag
Für die Behandlung ist eine strukturierte Blutzuckerselbstkontrolle essenziell – meist viermal täglich. Dr. Dede nannte zudem konkrete Maßnahmen für den Alltag:
- Ernährung: Eine ausgewogene Kost mit ca. 170 Gramm Kohlenhydraten täglich, verteilt auf sechs Mahlzeiten.
- Bewegung: Mindestens dreimal pro Woche moderate Aktivität wie zügiges Gehen.
- Insulin: Falls Zielwerte nicht erreicht werden, erfolgt eine individuell angepasste Insulintherapie.
Auch nach der Entbindung bleibt die Betreuung wichtig, da für diese Kinder langfristig ein erhöhtes Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck und Stoffwechselstörungen besteht.

Teilten ihr Wissen beim Siegener Pränatalsymposium, organisiert vom Diakonie Klinikum Jung-Stilling (von links): Dr. Flutura Dede vom Siegener Diakonie Klinikum, Professorin Dr. Tanja Groten von der Uniklinik Köln und Markus Pingel von der DRK Kinderklinik Siegen.

Rund 120 Ärzte, Hebammen und Pflegefachkräfte folgten der Einladung ins Haus der Siegerländer Wirtschaft.
Werbepartner der Region – AnzeigeIn eigener Sache
Hat Ihnen der Beitrag gefallen?
Unser wirSiegen-Team ist rund um die Uhr für Sie in Siegen und der Region unterwegs — und das kostenlos für alle Leser. Recherche, Fotos vor Ort, Technik und Deutschlands sagenhaft günstiger Super-Sprit 😉 kosten uns allerdings einiges an Zeit und Geld. Wenn Ihnen gefällt, was wir machen, motiviert uns ein kleiner Beitrag riesig — und hilft uns, weiter dranzubleiben. Schon der Preis eines Kaffees zählt.
Beträge für Handys, Autos und Mehrfamilienhäuser gehen natürlich auch 😉
Sicher per PayPal · auch ohne PayPal-Konto · einmalig oder regelmäßig










