(wS/red) Netphen 14.05.2026 | Radfahren erfreut sich wachsender Beliebtheit, besonders seit der Siegeszug der Pedelecs auch längere Strecken und steile Anstiege im Siegerland mühelos bewältigbar macht. Doch die neue Mobilität bringt auch Herausforderungen mit sich. Um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, bietet die Stadt Netphen in Kooperation mit der Verkehrswacht Siegerland-Wittgenstein am Donnerstag, den 28. Mai 2026, ein spezielles Sicherheitstraining für Personen ab 60 Jahren an.
Training für mehr Souveränität im Alltag
Das kostenfreie Angebot richtet sich an alle Seniorinnen und Senioren, die sicherer mit ihrem elektrisch unterstützten Zweirad unterwegs sein möchten. Von 14:00 bis 17:00 Uhr vermitteln Experten auf dem Rathausplatz (Amtsstraße) praktische Tipps und Kniffe für den Umgang mit dem Pedelec.
Interessierte werden gebeten, ihr eigenes, verkehrssicheres Pedelec oder E-Bike sowie einen Fahrradhelm mitzubringen. Auch wetterangepasste Kleidung ist für die Übungen im Freien ratsam. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr. Eine Anmeldung ist bis zum 22. Mai bei der Mobilitätsmanagerin der Stadt Netphen, Frau Buro, erforderlich (Tel.: 02738 603-132 oder E-Mail: c.buro@netphen.de).
Die Schattenseite des Booms: Unfallzahlen steigen
Hintergrund solcher Präventionsangebote ist eine besorgniserregende Entwicklung in der Unfallstatistik. Während das Fahrradfahren als gesund und umweltfreundlich gilt, verdeutlichen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes das Risiko: Im Jahr 2025 starben in Deutschland 462 Menschen bei Fahrradunfällen – ein Anstieg um 3,8 % gegenüber dem Vorjahr.
Besonders kritisch ist die Lage bei den Pedelecs. Hier ist die Zahl der Todesopfer langfristig drastisch gestiegen – von 36 Getöteten im Jahr 2015 auf 217 im Jahr 2025. Vor allem die Gruppe der Senioren ist gefährdet: Fast zwei Drittel (61,5 %) aller tödlich verunglückten Radfahrenden waren 65 Jahre oder älter; bei den Pedelec-Nutzer beträgt dieser Anteil sogar 67,3 %. Die oft unterschätzte Geschwindigkeit der E-Bikes und das höhere Gewicht der Räder führen bei Stürzen oder Kollisionen häufiger zu schweren Verletzungen.

Anmerkung der wirSiegen.de-Redaktion
Bei aller Sympathie für Initiativen wie das „Stadtradeln“: Eine ehrliche Einordnung ist wichtig. Fahrradfahren ist zweifellos gesund, bietet frische Luft, Spaß und Bewegung – doch auch wenn 100.000 Kilometer oder mehr zusammenkommen, lässt sich das Weltklima dadurch keineswegs beeindrucken. Die rechnerischen CO₂-Einsparungen sind im globalen Maßstab mathematisch kaum relevant; wer anderes behauptet, verkauft Symbolik als Wirkung. Dennoch ist die Aktion als lokale Verkehrspolitik legitim, um das Bewusstsein für die Infrastruktur zu schärfen.
Kritisch zu betrachten ist jedoch das Sicherheitsrisiko. Jährlich verunglücken zehntausende Radfahrer, hunderte davon tödlich – mit steigender Tendenz durch den E-Bike-Boom. Ein Aufruf zum Umstieg ist ohne die gleichzeitige Debatte über sichere Wege und gegenseitige Rücksichtnahme gefährlich unvollständig. Kilometer sammeln: gerne – aber bitte mit Realismus und beiden Händen am Lenker.
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