Ergebnis der Wärmeplanung Burbach: Dezentrale Lösungen statt Fernwärme – Gemeinderat entscheidet am 2. Juli

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(wS/bu) Burbach 25.06.2026 | Nach knapp zwei Jahren ist die kommunale Wärmeplanung der Gemeinde Burbach abgeschlossen. Das Ergebnis ist eindeutig: Ein zentrales Fernwärmenetz wird es in Burbach nicht geben. Den offiziellen Schlussakkord bildete eine öffentliche Abschlussveranstaltung im Bürgerhaus, zu der rund 50 Bürgerinnen und Bürger kamen.

Dorina Ludwig vom beauftragten Büro „energielenker“ aus Frankfurt, das den Planungsprozess intensiv begleitet hat, brachte die wesentliche Erkenntnis auf den Punkt: „Die Straßen sind voll.“ Es fehle schlicht der Platz, um ein Fernwärmenetz wirtschaftlich zu verlegen. Auch die Nutzung von Abwärme sei allenfalls punktuell eine Möglichkeit; das Potenzial für Solarenergie sei zwar höher, reiche aber für ein zentrales Netz nicht aus. Für Burbach bedeute das: Die Gemeinde muss auf dezentrale Lösungen setzen. Eine rechtliche Verpflichtung für Hauseigentümer leite sich aus der kommunalen Wärmeplanung ausdrücklich nicht ab.

Wärmepumpe in Verbindung mit Gebäudedämmung als beste Option

Gänzlich ausgeschlossen seien kleinere, lokale Wärmenetze nicht, erläuterte Ludwig auf Nachfrage. Wo die örtlichen Gegebenheiten es zuließen, könnten etwa Bürgerenergiegenossenschaften gegründet oder Gebäudenetze in Nachbarschaften realisiert werden. Auch Oberflächengeothermie komme standortabhängig als Alternative in Betracht. Als beste und breit einsetzbare Lösung, Burbacher Immobilien vom fossilen Heizen zu entkoppeln, empfahl die Fachfrau jedoch die Umrüstung auf Wärmepumpen in Kombination mit einer wirksamen Gebäudedämmung.

Experten: Förderprogramme nutzen, Stromnetze sind gerüstet

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit geladenen Fachleuten wurde offen eingeräumt, dass die energetische Wende ihren Preis hat. Gleichzeitig wiesen die Experten auf bestehende Fördermöglichkeiten hin – etwa über KfW-Programme und KfW-Kredite, die eine schrittweise und solide finanzierte Sanierung auf Basis eines unabhängigen Energieberatungsplans ermöglichten.

Jonas Leyener von Westenergie konnte die Sorge zerstreuen, dass die Stromnetze den wachsenden Anteil an Photovoltaikstrom nicht aufnehmen könnten. Der aktuelle Ausbaustand stelle die Netze vor keine Probleme. Zudem würden die Netze parallel zur Entwicklung – auch bei den Speicherkapazitäten – weiter ertüchtigt und ausgebaut. Darüber hinaus seien die europäischen Stromnetze bereits so eng miteinander verknüpft, dass auf Einspeisespitzen ebenso wie auf Wind- und Dunkelflauten flexibel reagiert werden könne.

Bürgermeister: „Auch viele kleine Maßnahmen können einen großen Effekt haben“

Bürgermeister Jonas Becker, der die Gäste bei der Abschlussveranstaltung begrüßte, betonte, dass der Weg zur Klimaneutralität bis 2045 eine große gesellschaftliche Herausforderung sei – die jedoch nicht zwingend großer Lösungen bedürfe. „Auch viele kleine Maßnahmen können einen großen Effekt haben“, sagte er. Unabhängig von gesetzlichen Vorgaben könne jeder für sich prüfen, was sinnvoll für Haus, Geldbeutel und Umwelt sei.

Formal wird der Gemeinderat den Abschlussbericht in seiner nächsten Sitzung am 2. Juli verabschieden. Anschließend wird er auf der Homepage der Gemeinde Burbach unter www.burbach-siegerland.de veröffentlicht.

Rund 50 Bürgerinnen und Bürger verfolgten die Abschlussveranstaltung zur kommunalen Wärmeplanung im Bürgerhaus Burbach.

Foto: Gemeinde Burbach

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