Jung-Stilling-Krankenhaus: Neue Notfallaufnahme ab Mitte April

wS/js     Siegen      –  Eine Zentrale Notaufnahme auf fast 1000 Quadratmetern ist im Siegener Jung-Stilling-Krankenhaus der zukünftige Dreh- und Angelpunkt für die Notfallbehandlung. Das Behandlungsspektrum reicht von Knochenbrüchen über Atemnot, Brust- und Bauchbeschwerden bis hin zu schwersten Verletzungen, die mit dem am Krankenhaus stationierten Rettungshubschrauber eingeflogen werden. In der neuen Notaufnahme werden auch Patienten mit gynäkologischen und urologischen Beschwerden versorgt: etwa, wenn sie an einer Nierenkolik leiden oder die Wehen vorzeitig einsetzen.

Rund vier Millionen Euro investierte die Klinik in den Neubau mit angeschlossener Notfallzufahrt. Ärzte aus einem Dutzend verschiedener medizinischer Fachbereiche widmen sich hier dem Patienten – und das im Ernstfall gleichzeitig. Gastroenterologie, Kardiologie, Unfallchirurgie, Thoraxchirurgie, Gefäßchirurgie, Viszeralchirurgie, Neurochirurgie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Gynäkologie, Urologie, Onkologie, Radiologie sowie Anästhesie vereinen sich in der Zentralen Notaufnahme.

Verschiedene Fachzentren sind zusätzlich in die Notaufnahme integriert, darunter Kopfzentrum, Bauchzentrum, radiologisches Zentrum und eine Polytrauma- Einheit. Was auf den ersten Blick unübersichtlich erscheinen mag, hat Struktur und ist für viele Patienten überlebenswichtig erklärt Dr. Michael Baumgart, Chefarzt der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie: „Unfallpatienten erleiden häufig Verletzungen des gesamten Körpers – da ist eine fachübergreifende medizinische Zusammenarbeit unumgänglich.“ Denn verletzt seien oft nicht nur verschiedene innere Organe, sondern auch Kopf, Rippen sowie Arme und Beine.

Während der Internist die Bauchorgane mit Ultraschall untersucht, versorgt der Unfallchirurg offene Wunden oder gebrochene Knochen, Mund-, Kiefer-, Gesichts- und Neurochirurgen behandeln den Kopfbereich und der Anästhesist leitet eine Schmerztherapie ein. Sind auch Harnblase oder Gebärmutter betroffen, unterstützen Urologen und Gynäkologen das ärztliche Team.

Sieben Untersuchungs- und Behandlungsräume ermöglichen es, mehrere Patienten parallel zu versorgen. Zwei Schockräume sind so ausgestattet, dass Schwerverletzte umgehend beatmet und überwacht werden können. In zwei Eingriffsräumen werden Wunden genäht oder ausgekugelte Gelenke eingerenkt. Vitalfunktionen wie Puls, Blutdruck oder Sauerstoffsättigung können an fünf Plätzen überwacht werden. Ein Bereich für Röntgendiagnostik ergänzt das Raumangebot.

Auch wenn Experten- und Raumvielfalt etwas anderes vermuten lassen, ist die Zentrale Notaufnahme nicht nur für schwerverletzte Patienten gedacht. Gebrochene Finger oder Schnittwunden werden ebenso behandelt. Für alle internistischen Probleme ist die Aufnahme ebenfalls bestens ausgestattet, wie Chefarzt Professor Dr. Joachim Labenz bestätigt. So gibt es bei Magen-Darm-Blutungen, Atemnot, Brustschmerzen oder Bewusststeinstörungen eine zentrale Anlaufsstelle. Klinikums-Geschäftsführer Hubert Becher bringt das auf eine einfache Formel: „Für alle Patienten mit einem nicht terminierten Krankenhausaufenthalt führt der direkte Weg in die Zentrale Notaufnahme.“ Hier wird auch entschieden, ob ein Patient im Krankenhaus bleiben muss oder rein ambulant behandelt werden kann.

Rund um die Uhr sind hier ein ärztliches und pflegerisches Team einsatzbereit. „Nicht der Patient muss für Untersuchung und Behandlung die entsprechenden Fachabteilungen aufsuchen, sondern die jeweiligen Ärzte kommen zum Patienten in die Notaufnahme“, erklärt Becher die Organisationsstruktur. Zusätzliche Wege zum Röntgen oder EKG blieben dem Patienten dadurch erspart.

In Betrieb genommen wird die Zentrale Notaufnahme am Montag, 16.April.  Wenn die ersten Patienten am Montag, 16. April, in der Zentralen Notaufnahme behandelt werden, dann wurde der Ernstfall bereits geprobt. Gemeinsam mit Malteser Hilfsdienst, Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz wurden die wichtigsten Notfallszenarien geübt. Rettungsfahrzeuge, Rettungsassistenten sowie Pflege- und Notarzt-Teams waren über mehrere Stunden am Jung-Stilling-Krankenhaus im Einsatz. Schauspieler mimten schwerst- und leichtverletzte Patienten.

Damit im Notfall jeder Handgriff sitzt, wurden sämtliche Abläufe vor und in der Zentralen Notaufnahme simuliert und trainiert. Geübt wurde, wie „Verletzte“ im Rettungswagen erstversorgt und an das Team der Notaufnahme übergeben werden. In der Notaufnahme probten Ärzte und Pflegekräfte die interne Organisation, indem Untersuchungs- und Behandlungsabfolge trainiert wurden.

Weitere Informationen zur neuen Notaufnahme gibt es unter

www.diakonie-klinikum.com/index.php?id=3408.

Fotos: Jung Stilling Krankenhaus

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