Frühe Beratung und Elterntrainer ausbilden

wS/hi  – Hilchenbach – Mit Landrat Paul Breuer hatte sich jetzt ein besonderer Gast im AWO-Familienzentrum Hilchenbach angemeldet. Im Rahmen seines Aktionstages „Landrat vor Ort“ informierte er sich gemeinsam mit Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab und Vertretern der Kommunalpolitik über die Arbeit der Tageseinrichtung für Kinder, die zurzeit von 103 Mädchen und Jungen besucht wird. Nicht alles, was für die jüngsten Bürger Hilchenbachs angeboten wird, ist neu, aber dennoch: „Familie hat sich in den letzten acht Jahren stark gewandelt“, resümierte Einrichtungsleiterin Juliane Lork.

Schon seit 20 Jahren bietet die Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt eine Betreuung für Kinder im Alter von unter drei Jahren. „Damals hatten wir neun Kinder, die über Mittag blieben. Später haben wir jüngere Kinder mit ins Boot genommen“, berichtet Lork dem Landrat. In vier von fünf Gruppen gibt es heute Plätze für die Jüngsten, so die Familienzentrums-Leiterin: „Immer mehr Eltern, die in Hilchenbach gebaut haben, sind berufstätig.“  Eine Tatsache, die auch für Paul Breuer entscheidend ist. „Bei Herausforderungen Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren, müssen wir flexibel helfen können“, sagte der Landrat und verwies insbesondere auch auf die Herausforderungen durch den Rechtsanspruch auf eine Betreuung von Kindern unter drei Jahren.

Bislang musste in Hilchenbach keine Familie auf der Suche nach einer U3-Betreuung abgewiesen werden. „Unsere Angebotsquote liegt deutlich über 30% der Plätze, die Nachfrage aber unter 30%“, bestätigte Hans-Peter Hasenstab. Damit alleine ist es jedoch nicht getan, wenn es um familienfreundliche Lebensbedingungen geht. „Die Arbeitgeber müssen sich mit den Arbeitszeiten mehr auf die Eltern einstellen“, forderte Juliane Lork. Auch vorübergehende Krankheitsphasen der Kinder seien ein besonders Problem, zumal das gesetzlich verankerte Kinderkrankengeld begrenzt sei. „Mit dieser Fragestellung müssen wir uns intensiv befassen!“, unterstrich der Landrat. Für die Politik und die Anbieter von Kindertagesbetreuung stelle sich die Frage, wie man das steuern könne.

Intensiv diskutierten die Anwesenden über die Entwicklung, dass Eltern auf die Aufgabe der Erziehung nicht mehr vorbereitet sind. Die Stärkung der Familien sei ihm, so Breuer, ein besonderes Anliegen. „Die Familienzentren können daran mitwirken. Wir müssen mehr dafür tun, bekannt zu machen, was ein Familienzentrum ist“, sagte er. Die Erziehungskompetenz von Familien müsse weiter gestärkt werden, indem u.a. Eltern gezielt auf diese Rolle vorbereitet wird werden. Hier könnten Familienzentren gezielt Kurse anbieten – in jedem Familienzentrum vor Ort ein anderer, um die Eltern zu stärken.

Mehr Elterntrainer auszubilden, war ein weiterer Vorschlag von Juliane Lork, um Eltern bei der Kindererziehung zu unterstützen. Mit dem Angebot „Frühe Hilfen“ führte Paul Breuer ein weiteres Angebot ins Feld, das sich insbesondere an junge Familien nach der Geburt des Babys richtet. „Wir geben flexible Beratung und ermöglichen Hilfe zur Selbsthilfe“, erläuterte Breuer. Ein wichtiger begleitender Schritt, damit Eltern die Erziehung ihrer Kinder selbstverantwortlich meistern können.

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