Windrad-Giganten höher als der Kölner Dom

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Rund 400 Besucher waren in die Mehrzweckhalle in Anzhausen gekommen. Die Aktionsgemeinschaft „Windkraft mit Abstand“ hatte eingeladen, um zu dem geplanten Windkraftpark mit den Bürgern zu diskutieren.

(wS/rile) Wilnsdorf-Anzhausen – Das Votum der rund 400 Besucher gestern Abend in der vollbesetzten Mehrzweckhalle Anzhausen war eindeutig: Kein Windkraftpark in den Ortsteilen Anzhausen und Flammersbach. Nur eine kleine Anzahl der Gäste artukulierte sich positiv für das Projekt.

 Giganten höher als der Kölner Dom

Gründe gegen einen Windpark konnte der Vorsitzend der Aktionsgemeinschaft „Windkraft-mit-Abstand“, Harald Fruhner vorlegen. Zu nah, zu laut, zu belastend, behauptet die Aktionsgemeinschaft zum geplanten Windkraftpark.  Zu Beginn seiner Ausführungen erklärte Harald Fruhner deutlich: „Wir befürworten einen sinnvollen Ausbau erneuerbarer Energien, fordern aber gleichermaßen Regeln ein, die das Wohl von Mensch und Natur in den Mittelpunkt stellen.“ Für den Windpark Anzhausen/ Flammersbach seien Anlagen mit einem Rotordurchmesser von 112 Metern und einer Gesamthöhe von mindestens 196 Metern Höhe geplant. Es seien gigantische Windräder einer neuen Generation, die mindestens doppelt so hoch werden würden, wie die vorhandenen Windräder in Netphen-Salchendorf. Um die Größenordnungen dieser Giganten klar zu machen, fügte er die Beispiele der Siegtalbrücke an, die eine Höhe von 102 Metern aufweisen oder den Kölner Dom mit 157 Metern Höhe.

Flächenbedarf  entspricht  5 Fußballfeldern

Der Flächenbedarf des geplanten Windparks beläuft sich auf ca. 35 ha entsprechend 5 Fußballfeldern. Nicht eingerechnet seien dabei die befestigten Schneisen für die Zuwegung.

Die Aktionsgemeinschaft weist ebenso auch auf die Folgen in der Natur hin. Das geplante Areal, das direkt an ein Natuschutzgebiet grenzt beeinträchtige ebenso die Lebensräume bedrohter Tierarten. Deshalb sehe auch der Naturschutzbund Siegen-Wittgenstein die Ausweisung des Gebietes als Windkraftzone kritisch.

 Lärmbelästigung für die Menschen nicht unerheblich

Auch die Lärmbelästigung durch die Windrad-Giganten bezeichnete Fruhner als nicht unerheblich und hatte dafür auch gleich konkrete Beispiele parat. Eine Windkraftanlage weise einen Schalldruck von 3×104,5 Dezibel auf. Windkraftanlagen des hier geplanten Typs könnten einen Schalldruck von deutlich über 100 Dezibel entwickeln. Vergleichsweise sei das nachts fast so laut wie ein Zug, der 100 Dezibel entwickelte. Das entspräche einer Lärmbelästigung eines vorüber fahrenden Schnellzuges, einem Moto-Cross Rennens oder einem Rockkonzert. Im Gegensatz zu einem vorbei fahrenden Schnellzug liefen die Windräder ständig. Deshalb seien 1000 m Abstand zur Wohnbebauung, so wie sie die Gemeinde Wilnsdorf plane, viel zu wenig. Die Aktionsgemeinschaft fordert daher „Keine Ausweisung einer Windkraftkonzentrationszone im Waldgebiet Hohe Roth/Haferhain/Schürscheid.

Forderung nach „maßvollem Umgang“ 

Es ginge in der Sache auch um den Wert der Immobilien, so Fruhner. „Vorwiegend wir Bürger bringen bringen uns mit mehr als 20 Mrd pro Jahr für die Energieumlage ein. Wir können berechtigt einfordern, dass maßvoll mit unserem reizvollen Orts- und Landschaftsbild, unserer intakten Natur und nicht zuletzt mit unserer gesundheitlichen Wohl- und dem Werterhalt unserer Immobilien umgegangen wird. Zurecht fordern wir auch die Einhaltung von Mindestabständen der 10-fachen Höhe eines Windrades.“ Fruhner sparte aber auch nicht mit Lob für die Gemeinde, die bisher Informationen gut rübergebracht und alles offen gelegt habe.

Unterstützung von Experten

Unterstützung gegen einen geplanten Windpark erhielt die Aktionsgemeinschaft auch vom SGV-Vorsitzenden Jochen Niemand aus Netphen, der auf die Folgen für den Wald und die Natur noch einmal hinwies und harte Worte für die Pläne fand. Die Planer seien auf dem größten Schwachsinnspfad den es in NRW jemals gegeben habe!

Auf die Gefahren der Lärmbelästigung für die Menschen wies Dr. Joachim Ullrich von der Bürgerinitiative Siegtal hin.

Ebenso fand auch Berthold Daub von der Waldgenossenschaft-Deuz deutliche Worte und Argumente gegen den geplanten Windpark. „Wir haben hier eine Waldgegend, die fast in der ganzen Welt einzigartig ist. Und die sollten wir nicht zerstören. Die Betreiber der Windkraftanlagen ginge es lediglich um Geld. Und wenn schließlich die Windkrafträder keinen Ertrag mehr brächten, würden sie einfach stillgelegt. Und dann würden diese Giganten für immer in der Natur stehen, denn die versiegelten Flächen, in denen die Windräder eingebettet sind, wären nie wieder weg zu bekommen und blieben für immer und ewig im Boden. Dort sei die Natur dann großflächig gestorben.

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Die Aktionsgemeinschaft hatte u.a. auch Experten zum Thema „Windkraft“ eingeladen. Bericht/Fotos: Rita Lehmann

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