Sportfreunde ziehen in DFB-Pokal-Hauptrunde ein

(wS/jk) Siegen – „Berlin, Berlin! Wir fahren nach Berlin“ – die Fans der Sportfreunde Siegen feierten den 2:1 (0:0)-Sieg ihrer Mannschaft im Halbfinale des Krombacher Verbandspokals gegen den SC Verl wie eine Meisterschaft. Partystimmung also im Leimbachtal, das nach dem Schlusspfiff Kopf stand. Denn die Siegener haben damit die erste DFB-Pokal-Hauptrunde – samt garantierten TV-Einnahmen von 100.000 Euro – in der kommenden Saison erreicht, da beide Westfalenpokal-Finalisten direkt qualifiziert sind.

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„Das war das i-Tüpfelchen auf die letzten zwei Jahre, welches diese Mannschaft, die es in der nächsten Spielzeit so nicht mehr geben wird, gesetzt hat“, sprach Trainer Matthias Hagner seinem Team ein großes Kompliment aus. „Aufgrund der zweiten Halbzeit war der Sieg am Ende auch verdient“, lobte der Ex-Profi, der auch ein Stück weit Stolz auf seine Jungs war. Nachdem die achtminütige Nachspielzeit abgelaufen war, gab es kein Halten mehr.

Nach 8 Jahren wieder im DFB-Pokal

Die Spieler feierten mit ihren Fans, die den Rasen des Leimbachstadions stürmten. Nach einem packenden Pokal-Fight am Mittwochabend vor 3.290 Zuschauern brachen alle Dämme. In einem intensiven Spiel waren die beiden Regionalliga-Konkurrenten stets auf Augenhöhe. „Wir haben einen Tick mehr Willen gezeigt“, analysierte Hagner, der nach Spielende ebenfalls ausgelassen jubelte. Seit 2006 sind die Siegener erstmals wieder im DFB-Pokal vertreten.

SFSVerl01Jetzt winkt ein attraktiver Erstrunden-Gegner mit klangvollem Namen wie FC Bayern München, Borussia Dortmund, FC Schalke 04 oder 1. FC Köln – auch wenn eine Vielzahl der Akteure auf dem Rasen dann nicht mehr die Siegener Farben tragen werden. Für die Sportfreunde Siegen war es jedenfalls das „Spiel des Jahres“, in dem es auch darum ging, die klamme Vereinskasse aufzufüllen. Nur allzu verständlich, dass dieser Erfolg wie ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte bejubelt wurde, hatte man doch in den Wochen zuvor auf dieses Match hingefiebert. Den Tag wird man so schnell nicht vergessen.

Die Partie begann ausgeglichen. Die erste große Chance verbuchten die Hausherren, als Alexander Hettich in der 27. Minute einen ersten Warnschuss in Richtung Verler Tor abgab. Der Ball zischte am Gehäuse der Gäste vorbei. Auf der Gegenseite traf Simon Engelmann nach Doppelpass mit Matthias Haeder nur das Außennetz (33.). Torlos ging es also in die Pause. Nach dem Seitenwechsel hatten die Siegener etwas mehr vom Spiel und durch André Dej in Folge eines Eckballs von Manuel Glowacz (53.) die nächste Gelegenheit.

Der Siegener Pokalheld sieht Rot

Eine Schrecksekunde erlebte der Siegener Anhang, der sich während diesem Pokalspiel statt im Fanblock auf der Haupttribüne wie in alten Zeit auf der Gegengeraden positioniert hatte, nach einer gespielten Stunde. Den Schussversuch von Philip Semlits klärte Sportfreunde-Verteidiger Sascha Eichmeier auf der Torlinie. Vier Minuten später köpfte Zouhair Bouadoud nach einer Glowacz-Flanke noch über das Tor.

SFSVerl03Weitere vier Minuten später machte es der Franzose im Siegener Trikot besser: Glowacz setzte einen 22-Meter-Freistoß an den Querbalken. Den Abpraller verwertete Bouadoud per Kopf zum 1:0 (68.). Doch Freud und Leid lagen hier dicht beieinander. Weil er bei seinem Torjubel auf den Zaun der Gegengeraden kletterte, sah der Sportfreunde-Torschütze zum zweiten Mal den gelben Karton von Schiedsrichter Daniel Rott. Nach seiner Gelb-Roten Karte durfte Bouadoud vorzeitig zum Duschen.

Die Verler kamen gegen dezimierte Siegener somit zurück ins Spiel und setzten die Sportfreunde-Abwehr unter Druck. Doch zwingende Torchancen sprangen dabei nicht heraus. Verl lief die Zeit davon. Währenddessen brachte ein Konter der Heimmannschaft die Vorentscheidung: Hettich zog in den Strafraum und bediente mit einem genialen Zuspiel den mitgelaufenen Dej, der keine große Mühe mehr hatte, das 2:0 zu schießen (86.).

Leimbachstadion wird zum Tollhaus

Der Anschlusstreffer von Nico Hecker in der langen Nachspielzeit (96.) kam zu spät für die Wende. Er profitierte von einem Torwartfehler von Yannik Dauth, der etwa eine Viertelstunde vor Schluss für den verletzten Kevin Rauhut eingewechselt wurde. Dann war Schluss und der Jubel des Sportfreunde-Anhangs kannte keine Grenzen mehr.

Der Einzug in die DFB-Pokal-Hauptrunde (15. bis 18. August) ist perfekt und im Stadionrund blickte man in vollends zufriedene Gesichter. Im Endspiel des Westfalenpokals treffen die Sportfreunde Siegen übrigens auf den Drittligisten Preußen Münster.

Sportfreunde Siegen – SC Verl 2:1 (0:0).

Siegen: Rauhut (76., Dauth), Koronkiewicz, Weber, Schadeberg, Eichmeier, Zeh, Grebe, Glowacz (83., Maouel), Hettich, Dej (87., Veselinovic), Bouadoud.

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Bericht: Jürgen Kirsch
Fotos: Marvin Müller
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