Experten raten: Vorsicht beim Baumrückschnitt

(wS/si) Siegen – Vor allem Bäume in der Stadt sind verstärkten Ansprüchen und Belastungen ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, sie zu erhalten und zu pflegen. Gerade Schnittmaßnahmen an den Ästen sollten daher auf das notwendige und biologisch verträgliche Maß begrenzt werden.

Um alle Besonderheiten in diesem Zusammenhang zu erklären, informierte die Umweltabteilung der Stadt Siegen jetzt zu einer Veranstaltung mit einem Vortrag des Baumexperten Mirko Wäldchen. Zahlreiche Hauseigentümer, aber auch Vertreter örtlicher Garten- und Landschaftsbaufirmen nutzten dabei die Gelegenheit, konkrete Fragen an den Baumgutachter zu stellen.

Kappungen sind die schädlichste Form des Baumschnitts. Foto: Stadt

Kappungen sind die schädlichste Form des Baumschnitts. Foto: Stadt

„‘So viel wie nötig – so wenig wie möglich‘, muss der Leitsatz einer verantwortungs-vollen Baumpflege sein“ erklärt Marko Wäldchen. Er wies vor Ort darauf hin, dass jede Schnittmaßnahme in der Baumkrone nicht nur Auswirkungen auf die äußere Gestalt des Baumes, sondern auch auf sein Wurzelwerk habe. „Je nach Ausmaß des Rückschnitts sterben auch Teile des Wurzelwerks ab. Dadurch kann der Baum in einen dramatischen Versorgungsnotstand geraten. Er reagiert dann mit einen verstärkten Wachstum von Seitennästen rund um die Schnittstelle. Diese Äste sind aber nur schlecht verankert und drohen nach einigen Jahren abzubrechen.“

Anstatt eine Gefahr zu beseitigen, würden so durch unfachliche Schnitte oft erst Gefahrenbäume geschaffen. Dabei entstehe auch ein Vermögensschaden, der bei großen Bäumen über 20.000 Euro betragen kann. „Wenn schon ein Baumrückschnitt erforderlich wird, müssen unbedingt die einschlägigen Baumschutzrichtlinien beachtet werden. Nur dann kann der Schaden an den Bäumen gering gehalten werden.“ Auch die Wahl des richtigen Zeitpunkts des Rückschnitts kann helfen, spätere Faulschäden an den Bäumen zu vermeiden.

“Unfachliche Rückschnitte können gemäß Baumschutzsatzung der Stadt Siegen mit einem Bußgeld bis zu 50.000 Euro geahndet werden“, erläutert Dr. Bernhard Kraft, Leiter der Umweltabteilung. „Leider“, so Dr. Kraft weiter, „kommt es im Stadtgebiet immer wieder zu Kappungen, der schädlichsten Form des Baumschnitts, bei der die ganze Baumkrone entfernt wird.“

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