Zweites Ersthelfertraining in Niederdresselndorf wieder ein großer Erfolg

(wS/bu) Burbach-Niederdresselndorf – „Das Interesse reißt nicht ab“, zog ein sichtlich zufriedener Kai Langenbach Fazit nach dem jüngsten Ersthelfertraining in der Hickengrundhalle. Rund 100 Interessierte waren gekommen, um sich über das Ersthelferkonzept Gemeinde Burbach zu informieren und gleichzeitig ihre Kenntnisse aufzufrischen, wie im Notfall geholfen werden kann. Ein Aspekt stand besonders im Mittelpunkt: Der plötzliche Herztod. „Alle 6 Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch am plötzlichen Herztod. Damit ist der plötzliche Herztod – zusammen mit den Herz-Kreislauf-bedingten Erkrankungen die häufigste Todesursache in Deutschland“, macht Kai Langenbach, Sprecher der Arbeitsgruppe „Ersthelferkonzept Gemeinde Burbach“, deutlich. “Die Chance, einen plötzlichen Herztod zu überleben, liegt in der Bundesrepublik Deutschland bei etwa 6 – 7 Prozent. In anderen Ländern ist die Überlebenschance deutlich höher. Wir haben in Deutschland und ganz speziell im Kreis Siegen-Wittgenstein einen sehr gut organisierten Rettungsdienst und sehr gute Kliniken. Jedoch verstreicht im Falle eines Kreislaufstillstands oft wertvolle Zeit, weil die im Notfall Anwesenden sich nicht trauen mit der Wiederbelebung zu beginnen und so die wichtige Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Grund hierfür ist oft die Angst etwas falsch zu machen, aber nichts ist im Falle eines Kreislaufstillstands schlimmer als nicht zu helfen.“ Die Gruppe, bestehend aus Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren und des DRK, hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren und konsequent mit verschiedenen Bausteinen zu informieren.

Auch der Burbacher Gemeinderat übte im Vorfeld einer Ratssitzung, welche Schritte unternommen werden müssen, um schnell Hilfe zu leisten.

Auch der Burbacher Gemeinderat übte im Vorfeld einer Ratssitzung, welche Schritte unternommen werden müssen, um schnell Hilfe zu leisten.

Dazu gehören auch die öffentlichen Ersthelfertrainings. „Prüfen – Rufen – Drücken“ lautet die Devise, die im Fall eines Falles Leben retten kann. „Es ist simpel und es muss niemand Angst davor haben, etwas falsch zu machen. Das schlimmste ist, einfach nichts zu tun, denn es kann jeden treffen.“ Um die Scheu zu nehmen, startete der Abend zunächst mit einem Einführungsvortrag. Hierin wurde das Konzept, dass seinen Ursprung in einem Beschluss des Gemeinderates findet, erläutert. So erfuhren die Besucher, dass die im Notfall Anwesenden durch ihr Handeln maßgeblich die Folgen für einen Betroffenen, der einen Kreislaufstillstand infolge eines plötzlichen Herztods erleidet, beeinflussen können. Langenbach stellte anschaulich dar, was überhaupt der plötzliche Herztod ist, wie man das Risiko minimieren kann, wie man ihn erkennt und was im Notfall zu tun ist. Anschließend ging es in die Praxisphase. An verschiedenen Stationen konnten die Besucher unter fachlicher Anleitung von fast 40 ehrenamtlichen Unterstützern die richtigen Wiederbelebungsmaßnahmen trainieren. Mit dabei war auch die Band „Inside Factory“, die das Training mit Songs untermauerte, die den Rhythmus hatten, wie er am besten bei einer Herz-Lungen-Massage angewandt wird. An Übungsdefibrillatoren konnte geübt werden, wie die Geräte richtig eingesetzt werden müssen. „Das ist auch ein Baustein unseres Engagements“, so Kai Langenbach. „In allen neun Dörfern in der Gemeinde Burbach sind öffentlich zugängliche Defibrillatoren installiert worden, so genannte AED. Sie sind leicht anwendbar und haben eine Sprachsteuerung, die dem Ersthelfer genau sagt, was er tun soll.“ Die Geräte sind in den 5 Sparkassenfilialen zu finden, in den Dörfern ohne Sparkasse hängen die Geräte außen an den Dorfgemeinschaftshäusern. „Ziel ist es, das Netz weiter auszubauen“, so Langenbach.

„Wir möchten, dass möglichst viele Menschen ausgebildet sind, sowie ein dichtes Netz an öffentlichen Defibrillatoren in der Gemeinde Burbach besteht. Auf diese Weise können Leben gerettet werden!“ So übten jetzt die Mitglieder des Burbacher Gemeinderates ebenfalls vor einer Sitzung den Umgang mit den Geräten und anhand von Puppen das dreigliedrige Schema „Prüfen – Rufen – Drücken“. Das bedeutet, ist ein Betroffener nicht ansprechbar, reagiert er nicht und atmet er nicht oder nicht normal (Prüfen), so muss umgehend ein Notruf abgesetzt werden (Rufen) und mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (Drücken) begonnen werden.

Für Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers ist dieses Engagement richtungsweisend. „Das solch ein Konzept mit ehrenamtlicher Hilfe in dieser Weise umgesetzt werden kann, ist einmalig. Ich hoffe, dass es Nachahmer findet.“

Foto: Gemeinde Burbach

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