Sieben Handlungsfelder für mehr Studienerfolg

Erfolgreicher Abschluss des Maschinenhaus-Transfer-Projekts an der Uni Siegen

Dr. Norbert Völker (r.) überreichte Prof. Dr. Karsten Kluth das Teilnahme-Zertifikat an der Initiative  „Maschinenhaus – Campus für Ingenieure“ | Foto: © Uni Siegen

Dr. Norbert Völker (r.) überreichte Prof. Dr. Karsten Kluth das Teilnahme-Zertifikat an der Initiative „Maschinenhaus – Campus für Ingenieure“ | Foto: © Uni Siegen

Siegen (wS/pm) | „Was lange währt, wird gut“, freute sich Prof. Dr. Karsten Kluth, Prodekan für Lehre an der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Siegen, zum Abschluss des Maschinenhaus-Transfer-Projekts. Seit Februar 2014 haben Vertreter der Universität mit Experten des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagebau e.V. (VDMA) sowie des HIS-Institut für Hochschulentwicklung e.V. im Rahmen von Workshops gemeinsam Faktoren identifiziert, die den Studienerfolg fördern, aber auch beeinträchtigen können, über bestehende Verfahren zur Qualitätssicherung diskutiert und neue Ideen entwickelt. Sieben Handlungsfelder rund um das Maschinenbau-Studium sind entstanden. „Wir haben uns die Zeit genommen, die Ideen in konkrete Maßnahmen zu überführen und diese Maßnahmen Schritt für Schritt umzusetzen. Unser Ziel ist, die hochwertige Ausbildung an der Universität Siegen sicherzustellen und weiter zu verbessern“, erläuterte Kluth.

Effizienter Wissenserwerb als Handwerkszeug für Studium und Beruf

Das erste Handlungsfeld sind „Zusätzliche Lehr- und Lernformen“, hier geht es im ersten Teilaspekt um „Wissenschaftliches Arbeiten im Studium“. Studierende sollen stärker mit Methodenkompetenz und Techniken wissenschaftlichen Arbeitens vertraut gemacht werden. „Um den Wissenserwerb zu erleichtern, bieten wir unseren Studierenden zusätzliche Begleitseminare an. Wir haben hier Bedarf erkannt und mit dieser Maßnahme für eine Verbesserung gesorgt“, erklärte Kluth. Weitere Maßnahmen befinden sich in der Entwicklungs- und Umsetzungsphase. Dazu zählen zusätzliche Übungs- und Tutoriengruppen, aber auch die Schaffung von weiteren studentischen Arbeitsplätzen. „Mit der Maschinenhaus-Initiative sind viele wertvolle Ideen für uns entstanden, wir haben viele Ansätze für Qualitätsverbesserungen erarbeitet“, sagte M. Sc. Andreas Martini, Academic Advisor am Department Maschinenbau der Uni Siegen, der das Maschinenhaus-Transfer-Projekt betreut hat.

„Schneller und systematischer Wissenserwerb ist auch im Berufsleben essenziell“, erklärte Axel E. Barten, Vorstandsmitglied des VDMA und geschäftsführender Gesellschafter der Achenbach Buschhütten GmbH. „Es ist für uns Unternehmen wichtig, dass die jungen Ingenieurabsolvent-Innen in der Lage sind, sich selbstständig und schnell in neue Themenbereichen einzuarbeiten.“ Die Sorge um gut ausgebildete Ingenieurinnen und Ingenieure, die auch aufgrund der deutschlandweit hohen Abbrecherquoten in den Fachrichtungen Maschinenbau und Elektrotechnik fehlen, hat den VDMA bewogen, seine Maschinenhaus-Initiative ins Leben zu rufen. Das Maschinenhaus steht für ein Lehrkonzept, das sich an der studentischen Biografie ausrichtet und damit den Lernenden in den Mittelpunkt der Betrachtung rückt. „Dazu gehört auch ein breiter Kompetenzerwerb, der wichtige Schlüsselqualifikationen, wie z.B. Techniken zum wissenschaftlichen Arbeiten, einschließt“, ergänzte Dr. Norbert Völker, Projektleiter im Bereich Bildung beim VDMA.

Insgesamt 28 Maschinenhaus-Transfers werden zurzeit an deutschen Hochschulen durchgeführt bzw. vorbereitet oder sind bereits abgeschlossen. Alle teilnehmenden Hochschulen erhalten zum Abschluss das „Maschinenhaus-Teilnahmezertifikat“ und werden damit in den Kreis der Transfer-Hochschulen aufgenommen. Die Universität Siegen zählt nun dazu.

Über das Maschinenhaus – die VDMA-Initiative für Studienerfolg

Das Maschinenhaus als Campus für Ingenieure besteht aus zwei Phasen: Gemeinsam mit dem Partner, dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, wurde das theoretische Fundament gelegt. Zunächst wurden die Studienbedingungen in den Fachbereichen und Fakultäten des Maschinenbaus und der Elektrotechnik analysiert. Darauf aufbauend entstand das Referenzmodell für gute Lehre, das mithilfe einer Befragung aller Hochschulen weiter ausgearbeitet wurde. Fallstudien an ausgewählten Pionierhochschulen stellten das zentrale Element zur Praxiserprobung dar. Phase zwei läuft seit Jahresbeginn 2013. Mit mehreren VDMA-finanzierten Beratertagen an Fachhochschulen und Universitäten im gesamten Bundesgebiet gelangt die Theorie in die Hochschulpraxis. Eine Toolbox mit den erfolgversprechendsten Maßnahmen, Indikatoren und Instrumenten übersetzt das Konzept für die Praxis. Im „Erfahrungsaustausch (ERFA) Maschinenhaus“ kommen Fachleute von Hochschulen zweimal jährlich zusammen, um über aktuelle Fragen rund um das Thema Qualitätsmanagement und Lehre zu diskutieren. Darüber hinaus hat der VDMA am 5. Mai 2015 zum zweiten Mal den mit 100.000 Euro dotierten Hochschulpreis verliehen. Preisträger und damit „Bestes Maschinenhaus 2015“ ist der Fachbereich „Elektrotechnik, Maschinenbau, Technikjournalismus“ der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Das Maschinenhaus-Projekt läuft noch bis 2018.

 

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