Grundschüler sammelten 187 Euro für Flüchtlinge

„Praktizierte Nächstenliebe“

(wS/nk) Neunkirchen | Sie haben Autos gewaschen, die Straße gefegt, geflötet, Hunde ausgeführt und Waffeln gebacken. 187,- Euro hat die vierte Klasse der Grundschule Struthütten gesammelt, und dieser Betrag soll nun den Flüchtlingen der Gemeinde Neunkirchen zugutekommen. Johannes Schneider ist Leiter des Fachbereichs Soziales, Schule, Ordnung und somit zuständig für diejenigen Menschen, die ihre Heimat verlassen und in Neunkirchen ein vorläufiges Zuhause gefunden haben. Er war jetzt zu Gast bei den Viertklässlern und ihrer Religionslehrerin Anne Capito, um den Betrag entgegenzunehmen.

Die Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse der Grundschule Struthütten, und Lehrerin Anne Capito (vierte von links) konnten Fachbereichsleiter Johannes Schneider (Mitte) jetzt einen Umschlag mit 187,- Euro überreichen. Das Geld soll Flüchtlingskindern zugutekommen. (Foto: Gemeinde Neunkirchen)

Die Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse der Grundschule Struthütten, und Lehrerin Anne Capito (vierte von links) konnten Fachbereichsleiter Johannes Schneider (Mitte) jetzt einen Umschlag mit 187,- Euro überreichen. Das Geld soll Flüchtlingskindern zugutekommen. (Foto: Gemeinde Neunkirchen)

Im Religionsunterricht war den Kindern die Idee gekommen, Spenden für die Flüchtlinge zu sammeln: Der Auszug aus Ägypten stand auf dem Lehrplan. Anne Capito stellte den Exodus, bei dem Mose das Volk Israel mit Gottes Hilfe aus der ägyptischen Sklaverei führte, mit Egli-Figuren anschaulich dar. Schnell erkannten die Kinder die Parallelen zu dem aktuellen Flüchtlingstreck. Als dann mit dem 10-jährigen Osama aus Syrien auch noch ein betroffener Junge in die Klasse kam, war den Schülerinnen und Schülern schnell klar, dass sie ihm und seiner Familie – stellvertretend für all die vielen tausend Menschen, die sich derzeit auf der Flucht befinden, helfen wollten.

„Im Klassenverband haben wir an Möglichkeiten überlegt, Spender zu mobilisieren“, erklärte Anne Capito. Beeindruckt war die Pädagogin nicht nur von dem großen Engagement der Schüler, sondern auch von der Unterstützung aus der Bevölkerung: „Das ist gelebte Nächstenliebe.“

Auch Johannes Schneider lobte die tolle Aktion. Er erklärte seine Aufgabe in der Verwaltung und beantwortete geduldig die zahlreiche Fragen der Kinder zum Thema Flüchtlinge. Schneider bestärkte die Schülerinnen und Schüler darin, die Flüchtlingskinder in ihre Spiele und Freizeitgestaltung einzubeziehen: „So lernen sie die deutsche Sprache schneller und können sich hier viel besser zurechtfinden.“

Genau da setzt auch die Verwaltung an: Von den 187,- Euro wird sie ein interaktives Sprachlernprogramm kaufen, das in der ehrenamtlich organisierten Kinder- und Hausaufgabenbetreuung in Altenseelbach angewendet werden soll. „Das Erlenen der deutschen Sprache ist für die Flüchtlinge die wichtigste Voraussetzung, um sich zurechtzufinden und zu integrieren“, bekräftigte Schneider.

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