Philharmoniekonzert am 23. Oktober im Apollo mit Brahms‘ 3. Sinfonie

Tsialis dirigiert Theodorakis

(wS/ap) Siegen | Der Dirigent Stefanos Tsialis spricht acht Sprachen – aber seine wichtigste ist die neunte: die Musik. Denn der 1964 in Griechenland geborene Dirigent, der unter anderem bei Leonard Bernstein und Vaclav Neumann gelernt hat, gilt weltweit als führender Interpret der Werke seines Landsmanns Mikis Theodorakis.

Der Dirigent Stefanos Tsialis (Foto: Akriviadis)

Der Dirigent Stefanos Tsialis (Foto: Akriviadis)

Außerdem auf dem Spielplan des Sinfoniekonzertes am Freitag, 23. Oktober, 20 Uhr, im Siegener Apollo-Theater an der Morleystraße 1: Karl Goldmarks „Der gefesselte Prometheus“, eine Konzertouvertüre, die den großen Einfluss Richard Wagners auf den damals sehr berühmten Komponisten deutlich macht. Und jene 3. Sinfonie von Johannes Brahms, über die Clara Schumann schrieb: „Welch ein Werk, welche Poesie, die harmonischste Stimmung durch das Ganze, alle Sätze wie aus einem Gusse, ein Herzschlag, jeder Satz ein Juwel!“

Stefanos Tsialis, Sohn eines Griechen und einer Dänin, studierte Klavier am Konservatorium in Thessaloniki und danach Musikwissenschaften an der Universität in Kopenhagen. An der Wiener Musikhochschule vervollständigte er seine Ausbildung mit den Fächern „Dirigieren“ und „Korrepetition“.

Am Staatstheater Meiningen, wo er 1. Kapellmeister und stellv. Generalmusik-direktor tätig war, arbeitete er mit Regisseuren wie Peter Konwitschny, August Everding und Christine Mielitz zusammen. 1995 brachte er dort die Oper „Medea“ von Mikis Theodorakis zur deutschen Erstaufführung. Es war der Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit mit dem Komponisten.

Von 1997 bis 2004 wirkte Tsialis als Chefdirigent der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie. Seiner künstlerischen Arbeit ist es zu verdanken, dass das Orchester offiziell als musikalischer Botschafter der Bundesrepublik unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Johannes Rau fungierte. Von 2009 bis 2012 war er Chefdirigent und Künstlerischer Leiter der Thüringen-Philharmonie Gotha.

In den Spielzeiten 2001 bis 2004 war Stefanos Tsialis ständiger Gastdirigent der Berliner Symphoniker und seit 2006 des Staatsorchesters Athen. Er hat unter anderem mit den Stuttgarter Philharmonikern, der Staatskapelle Weimar, den Hamburger und Nürnberger Symphonikern, dem Kopenhagener Philharmonischen Orchester, dem Wiener Tonkünstlerorchester, dem Orchestre Symphonique de Montréal und dem Staatsorchester Thessaloniki zusammen gearbeitet. Gastauftritte führten ihn in die meisten EU-Länder, die Türkei, die USA, nach Russland, Kasachstan und Kanada. Er hat bei CD-Produktionen für die Labels Genuin und Centaur sowie in Fernseh- und Rundfunkaufnahmen für die ARD, Deutschland Radio Kultur, den MDR, den NDR, den rumänischen, griechischen und südafrikanischen Rundfunk mitgewirkt.

Über Mikis Theodorakis schreibt Martin Walser: „Engagierte Musik, aber sie blieb griechisch. Das ist immer eine Art Schönheitsgarantie, wenn eine Musik aus einer Folklore lebt, ohne in ihr unterzugehen.“ Der 1925 geborene Komponist ist heute in Griechenland fast ein Nationaldenkmal. Sein „Adagio für Flöte, Streicher und Percussion“, das die Philharmonie Südwestfalen erstmals in Südwestfalen aufführt, entstand 1993, in einer Zeit, als sich der Komponist stark einsetzte für eine türkisch-griechische Aussöhnung und dafür teilweise heftige Feindschaft erntete.

Karten (19 – 33 Euro, ermäßigt 11 – 25,50 Euro) gibt es an der Apollo-Theaterkasse (Di-Fr. 13-19 Uhr, Sa. 10-14 Uhr sowie eine Stunde vor der Vorstellung), an den Vorverkaufsstellen oder online: www.apollosiegen.de. Telefonische Kartenbestellung sind während der Theaterkasse-Öffnungszeiten möglich: 02 71 / 77 02 77-2.

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