Europa-Dialog in der Weidenauer Bismarckhalle

„Europa muss positiv erfahrbar sein“

(wS/red) Siegen 08.11.2015 | Das Thema Europa ist in aller Munde. Das dachte sich auch der SPD Ortsverein Weidenau, als er in einer Vorstandssitzung beschloss, dies in einem öffentlichen Dialog mit dem Thema „Zukunft EU!?“ mit prominenten Gästen zu diskutieren.

Gemeinsam mit der Europaabgeordneten Birgit Sippel und der Buchautorin und Wirtschaftsredakteurin der taz, Anja Krüger, die sehr gerne für die erkrankte Ulrike Herrmann einsprang, diskutierten die Gäste über die Herausforderungen der EU in der Zukunft. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion durch Florian Rubens, ehemaliger ASTA-Vorsitzender und zurzeit freier Mitarbeiter bei Radio Siegen.

v.l.n.r.: SPD Ortsvereinsvorsitzender Reiner Lorenz, Anja Krüger, Europaabgeordnete Birgit Sippel, Moderator Florian Rubens. (Foto: Andreas Haßler)

v.l.n.r.: SPD Ortsvereinsvorsitzender Reiner Lorenz, Anja Krüger, Europaabgeordnete Birgit Sippel, Moderator Florian Rubens. (Foto: Andreas Haßler)

Für Anja Krüger müsse die europäische Identität gestärkt werden und Europa positiv erfahrbar sein.„Dies müsse auch durch frohe Botschaften kommuniziert werden“, so Krüger. „Die Wege aus der Krise können nur durch Investitionsprogramme für wirtschaftlich Schwache sowie durch eine Harmonisierung der Wirtschaftspolitik und der Steuerpolitik erreicht werden“. Krüger ist der Meinung, dass Europa sich in einer wirklich tiefen Krise befindet. Viele Länder würden sich weigern, Flüchtlinge aufzunehmen. Dies sei ein ganz großes Werteproblem. „Und darüber muss diskutiert werden. Was sind unsere Werte. Eine Demokratisierung wird man nur durch eine Verfassung erreichen“, forderte die Wirtschaftsredakteurin zum Abschluss ihres Kurzvortrages.

„Natürlich wird es die EU in Zukunft geben“. Das waren die ersten Worte von Birgit Sippel an die Gäste. „Die Währungsunion haben wir geschafft. Die Wirtschaftsunion haben wir noch nicht geschafft“, eine verständliche Aussage der Europaabgeordneten. Auch für Birgit Sippel war klar, dass Europa demokratischer werden muss. Doch dafür sollten wir unser eigenes Demokratieverständnis überprüfen. „Der Rechtsruck in Deutschland entsteht nicht, dass immer mehr Menschen rechts wählen, sondern, dass immer weniger Menschen wählen gehen“, sagte die Abgeordnete mit ernster Stimme. Für Sippel war es auch wichtig, dass der Finanzausgleich in der EU endlich her muss. „Aber was ist mit dem Länderfinanzausgleich in Deutschland. Wir haben einen eigenen Bedarf an der Debatte“, so Sippel weiter.

Sippelmachte deutlich, dass wir ein anderes Europa brauchen. „Wir brauchen eine breite politische Debatte, wie wir in Zukunft in Europa leben wollen“. Europa sei ein einzigartiges Konstrukt von Ländern, die sich freiwillig zusammen getan haben. Europa bringt gemeinsam ganz große Vorteile. „Daher sind gemeinsame Anstrengungen gefordert. Vor allem in der Flüchtlingshilfe“, forderte Sippel. „Wir haben zum Beispiel für die Flüchtlingscamps internationale Hilfe zugesagt, aber nicht bezahlt.“

Im Anschluss wurde das Publikum durch Fragen und Statements in die Podiumsdiskussion mit eingebunden.

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