150-köpfige Truppe bereitet sich auf „Großen Zapfenstreich“ vor

Es wird nicht immer mit allen Soldaten gleichzeitig geübt, denn das Vorüben mit einzelnen Teilen ist wesentlich effektiver und effizienter. Erst im dritten Trainingsteil folgt dann die Vertiefung mit allen 150 Teilnehmern. Fotos (4): Daniel Heinen/Luftwaffe

Es wird nicht immer mit allen Soldaten gleichzeitig geübt, denn das Vorüben mit einzelnen Teilen ist wesentlich effektiver und effizienter. Erst im dritten Trainingsteil folgt dann die Vertiefung mit allen 150 Teilnehmern. Fotos (2): Daniel Heinen/Luftwaffe

(wS/bw) Erndtebrück 09.04.2016 | Der Luftwaffenstandort Erndtebrück wird in diesem Jahr ein halbes Jahrhundert alt und feiert dieses am 28. April mit einem „Großen Zapfenstreich“. Hauptmann Till Somborn hat die anspruchsvolle Aufgabe übernommen, die Soldatinnen und Soldaten des Luftwaffenstandortes Erndtebrück für den „Großen Zapfenstreich“ vorzubereiten. Da das betroffene Personal aufgrund des Dauereinsatzauftrages des Einsatzführungsbereich 2 im Rahmen der Luftraumüberwachung – durchgängig 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche – vorher nicht verfügbar ist, hat er dafür jedoch lediglich vier Tage Zeit bis zur Perfektion!

Harte Arbeit

Hauptmann Till Somborn hat die anspruchsvolle Aufgabe übernommen, die Soldatinnen und Soldaten des Luftwaffenstandortes Erndtebrück für den „Großen Zapfenstreich“ vorzubereiten. Foto: Peter Hanke/Luftwaffe

Hauptmann Till Somborn hat die anspruchsvolle Aufgabe übernommen, die Soldatinnen und Soldaten des Luftwaffenstandortes Erndtebrück für den „Großen Zapfenstreich“ vorzubereiten. Foto: Peter Hanke/Luftwaffe

Hauptmann Somborn muss das höchste militärische Zeremoniell mit einer 150-köpfigen Truppe sehr dezidiert einüben. Hierzu wird es zunächst wichtig sein, die Fähigkeiten im Formaldienst zu schulen, denn heutzutage steht der Formaldienst auftragsbedingt nicht mehr so im Mittelpunkt wie das in der Vergangenheit üblich war. Im Klartext: Grundstellung, Wendungen, Marsch, Präsentieren mit Gewehr, also alles das, was die/der Einsatzführungssoldat(in) auf dem Hachenberg, im täglichen Dienst eher selten bis gar nicht benötigt. „Der Marsch mit einer solch großen Formation ist nicht nur beeindruckend, sondern zunächst eine lange und harte Arbeit“, verdeutlicht der Hauptmann.

Im Endeffekt werden die Tage vom 25. bis 28. April in etwa nach folgendem Schema ablaufen: Beginnen wird Somborn am frühen Morgen zunächst nur mit einer Teilformation, bestehend aus zwei Waffenzügen zu je einem Offizier, drei Feldwebeln sowie 27 Unteroffizieren und Mannschaften. In der Folge trainiert der Offizier dann mit den Fackelträgern (immerhin 75 Soldatinnen und Soldaten). Erst im dritten Trainingsteil folgt dann die Vertiefung mit allen 150 Teilnehmern.

„Vorteil hiervon ist“, so erklärt Somborn, „dass nicht immer alle Soldaten gefordert werden und das Vorüben mit einzelnen Teilen wesentlich effektiver und effizienter ist“. Gleich nach den Mittagspausen geht das Prozedere dann wieder von vorn los. Ab Donnerstag stößt dann das Luftwaffenmusikkorps aus Münster sowie der Spielmannszug des Musikkorps der Bundeswehr aus Siegburg dazu.

Ansehnliches Bild

Da das betroffene Personal aufgrund des Dauereinsatzauftrages des Einsatzführungsbereich 2 im Rahmen der Luftraumüberwachung – durchgängig 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche – vorher nicht verfügbar ist, bleiben Hauptmann Somborn (v. l.) lediglich vier Tage zur Vorbereitung.

Da das betroffene Personal aufgrund des Dauereinsatzauftrages des Einsatzführungsbereich 2 im Rahmen der Luftraumüberwachung – durchgängig 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche – vorher nicht verfügbar ist, bleiben Hauptmann Somborn (v.l.) lediglich vier Tage zur Vorbereitung.

„Wenn man es richtig angeht“, so Somborn, „erleben selbst die hierbei eingebundenen Soldatinnen und Soldaten diese Aufgabe nicht als „Strafexerzieren“, sondern als Herausforderung und Verpflichtung zu gleich“. Seine ersten sieben Dienstjahre – nach dem Eintritt in die Bundeswehr in 1999 – verbrachte Hauptmann Somborn im Wachbataillon der Bundeswehr. In seiner Zeit in Berlin wurde er als Gruppenführer und stellvertretender Zugführer eingesetzt. Zu den Aufgaben des heutigen Stabsgebietsleiters zählten damals das tägliche Training mit den Soldatinnen und Soldaten sowie die Durchführung von Einsätzen im protokollarischen Ehrendienst wie beispielsweise Ehrenposten aber auch zahlreiche „Große Zapfenstreiche“, oft zu Ehren von hohen Staatsgästen.

Auch besondere Veranstaltungen wie die Führung des so genannten „Drillteams“ bei Einsätzen in der Max-Schmeling-Halle in Berlin und der Lanxess-Arena in Köln sowie anderen Militärmusikfesten waren dabei. Seit seiner Versetzung aus dem Wachbataillon wurde ihm einige Male die Aufgabe zu Teil, bei der Vorbereitung und Durchführung von hervorgehobenen Veranstaltungen mitzuwirken. So unter anderem auch bei Kommandoübergaben des Inspekteur der Luftwaffe. „Meine Erfahrung hieraus ist, dass auch eine Veranstaltung ohne direkte Beteiligung des Wachbataillons sehr wohl so durchgeführt werden kann, dass sie ein sehr ansehnliches Bild abgibt“, betont Somborn.

Erinnert sich gern zurück an die Zeit im Wachbataillon. Seine ersten sieben Dienstjahre – nach dem Eintritt in die Bundeswehr in 1999 – verbrachte Hauptmann Somborn im Wachbataillon der Bundeswehr. Foto: Peter Hanke/Luftwaffe

Erinnert sich gern zurück an die Zeit im Wachbataillon. Seine ersten sieben Dienstjahre – nach dem Eintritt in die Bundeswehr in 1999 – verbrachte Hauptmann Somborn im Wachbataillon der Bundeswehr. Foto: Peter Hanke/Luftwaffe

„Wenn es gelingt, den Soldatinnen und Soldaten die formelle Disziplin mit dem nötigen Drill, aber auch die Notwendigkeit der Ausbildung mit Spaß an der Sache nahe zu bringen, wird die Veranstaltung für alle zu einem besonderen Erlebnis“, ist sich Hauptmann Somborn sicher. „Auf die vor mir liegende Aufgabe aus etwa 150 Soldatinnen und Soldaten unseres Standorts eine eben solche Truppe zu formen, freue ich mich, wenngleich ich mir der Herausforderung durchaus bewusst bin!“
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