Verein INVEMA übersetzt Speisekarten in Blindenschrift

Teilhabe ermöglichen – Speisekarten in Braille-Schrift

(wS/red) Kreuztal 07.03.2017 | Barrieren, die die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen behindern, gibt es überall und in vielfältiger Form! Um darauf aufmerksam zu machen, dass Barrieren nicht nur aus vorhandenen Treppenstufen oder fehlenden barrierefreien Toiletten bestehen hat sich der Verein INVEMA aus Kreuztal dazu entschlossen, Barrieren für blinde Menschen in der heimischen Gastronomie zu reduzieren und die vorhandenen Speisekarten in Brailleschrift zu übersetzen und auszudrucken.

Symbolfoto: Ralph Aichinger / pixelio.de

Verein INVEMA übersetzt Speisekarten in Blindenschrift (Symbolfoto: Ralph Aichinger / pixelio.de)

Braille-Schrift besteht aus Punktmustern, die mit den Fingerspitzen als Erhöhungen zu ertasten sind. Diese Form der Schrift ermöglicht es blinden oder stark sehbeeinträchtigten Menschen, Texte mit den Fingern zu lesen. Im Alltag sind fast alle Texte, Broschüren oder eben auch die Speisekarten nur in der bekannten Schwarzschrift vorhanden. Für Sehende ist ein Restaurant- oder Kneipenbesuch meist ein ganz normaler Bestandteil der geselligen Freizeit- und Abendgestaltung. Doch wie ist es, wenn mir meine Begleitung die Speisekarte vorlesen muss, da ich die Buchstaben nicht erkennen kann? Oder wenn ich mich bei der Auswahl meines Abendessens auf das Wohlwollen des Personals verlassen muss, weil ich ohne fremde oder technische Hilfe keine Texte lesen kann? Sehenden Besuchern fällt dieser Missstand häufig gar nicht auf. Aber blinde oder stark sehbeeinträchtigte Menschen fühlen sich hier oft behindert und in ihrer Teilhabe beeinträchtigt. Aus diesen Gründen wird die Speisekarten-Aktion – die der Verein bereits einmal in den 90´er Jahren durchgeführt hat – erneut ins Leben gerufen.

Der Verein INVEMA hat bereits von sich aus einige Restaurants und Gaststätten ausgewählt, welche nun mit der Idee des Projektes konfrontiert werden, hofft aber auf rege Beteiligung und positive Resonanz möglichst vieler Restaurantbetriebe, die sich gerne beim Projekt „Barrierefreiheit“ des Vereines INVEMA melden können: „Durch die Aktion möchten wir möglichst viele Anbieter und auch andere Sparten auf die Thematik aufmerksam machen und allen das Angebot machen, kostenlos ihre Speisekarten von uns übersetzen zu lassen“ führt Jonas Schäfer, einer der Projektmitarbeiter, aus.

Die Aktion geschieht im Rahmen des Projektes „Barrieren abbauen – Teilhabe ermöglichen“, welches seit April 2016 vom Kreis Siegen-Wittgenstein gefördert und vom Verein INVEMA umgesetzt wird. Zudem wird die Aktion von der Aktion Mensch im Rahmen der Förderaktion „Noch viel mehr vor“ unterstützt. Ziel des Projektes und der Aktion sind es, auf das Recht auf Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung und auf die damit verbundenen Barrieren und Hemmnisse aufmerksam zu machen, zu sensibilisieren und ebendiese zu beseitigen – zum Beispiel eben in Form von Speisekarten in Braille-Schrift. Denn, so Projektleiterin Daniela Dickel: „Barrierefreiheit ist die Grundvoraussetzung für eine inklusive Gesellschaft und beinhaltet nicht nur das Vorhandensein von Rampen oder Aufzügen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, sondern vielmehr auch das Schaffen günstiger Rahmenbedingungen für Menschen mit Seh- oder Hörbeeinträchtigungen, für Menschen mit sogenannter geistiger Beeinträchtigung oder auch alte Menschen!“

Weitere Informationen über das Projekt, Ziele und das Angebot erfahren Sie online unter www.invema-ev.de oder im direkten Kontakt mit dem Leitungsteam. Kontakt INVEMA e.V.: Daniela Dickel (d.dickel@invema-ev.de) / Jonas Schäfer (j.schaefer@invema-ev.de)- Tel.: 02732-55290-0

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