VIDEO: Bundesweite Großrazzia gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel – Festnahmen in Siegen

Bundesweiter Schlag der Bundespolizei gegen mutmaßliches Netzwerk der Organisierten Kriminalität | Größte Zugriffs- und Durchsuchungsmaßnahmen seit Bestehen der Bundespolizei | GSG 9 ebenfalls beteiligt

(wS/ots) Siegen  18.04.2018 | Am Mittwochmorgen wurde, im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, bundesweit eine Großrazzia gegen die Organisierte Kriminalität durchgeführt (wir berichteten in einer Erstmeldung). In Siegen fanden Razzien in zwei Gebäuden in der Friedrichstraße und in einem weiteren Objekt an der Eiserfelder Straße statt.

Über 1.500 Beamte der Bundespolizei haben ab den frühen Morgenstunden zeitgleich in 12 Bundesländern 62 Bordelle bzw. Wohnungen durchsucht und dabei 7 Haftbefehle vollstreckt. Damit waren das die personell größten Exekutivmaßnahmen seit Bestehen der Bundespolizei.

Bundesweite Großrazzia gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel (Siegen/NRW)

Beitrag & Kamera: Kay-Helge Hercher / wirSiegen.de

Zum Kern der Gruppierung zählen 17 Beschuldigte. Die Gruppierung soll thailändische Frauen und Transsexuelle mit erschlichenen Schengen-Visa ins Bundesgebiet eingeschleust haben. Der Reisezweck soll dabei von vorneherein in der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit durch Ausübung der Prostitution und Überschreitung der Gültigkeitsdauer des erteilten Visums bestanden haben. In Deutschland sollen die eingeschleusten thailändischen Staatsangehörigen im Rotationsprinzip nahezu im gesamten Bundesgebiet in Bordellen eingesetzt worden sein. Sie mussten den Erkenntnissen zufolge nahezu 100% ihres Arbeitslohns an den jeweiligen Betreiber des Massagestudios abführen, um so den Schleuserlohn abzuarbeiten. Dieser soll regelmäßig zwischen 16.000 und 36.000 EUR betragen haben. Der Ertrag der verfolgten Gruppierung dürfte im siebenstelligen Bereich liegen. Die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Bexbach mit Sitz in Frankfurt am Main führt das entsprechende Ermittlungsverfahren im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main seit Februar 2017.

Gegenstand des Ermittlungskomplexes sind der Verdacht der banden- und gewerbsmäßigen Einschleusung von Ausländern, des Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung, der Ausbeutung von Prostituierten, der Zuhälterei, des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt sowie der Steuerhinterziehung.

Der Bundesminister des Innern, Horst Seehofer, erklärt hierzu: „Der Bundespolizei ist ein harter und in seinem Ausmaß beispielloser Schlag gegen ein bundesweit verzweigtes Netzwerk der Organisierten Kriminalität gelungen. Viele hunderte Frauen und Männer waren der menschenverachtenden grenzenlosen Profitgier von Schleusern über Jahre und Landesgrenzen hinweg ausgeliefert. Diesem skrupellosen Vorgehen und der sexuellen Ausbeutung in einem abscheulichen Ausmaß konnte heute ein Ende gesetzt werden. Ich danke allen Beteiligten für ihren Einsatz.“

O-Ton des Präsidenten des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann: „Es geht den Kriminellen nicht um humanitäre Fluchthilfe, sondern um persönliche Bereicherung in Form menschenverachtender Ausbeutung. Erneut zeigt sich: Organisierte Schleusungskriminalität ist häufig erst der Anfang für weitere Verbrechen!“

Fotos: Kay-Helge Hercher / wirSiegen.de

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