BRD – Lawinen – Gefährliche und unberechenbare Naturgewalt

(wS/red) BRD 14.01.2019 | Lawinenabgänge gehören zu den bedrohlichsten Naturgewalten in den winterlichen Gebirgen.

Ganze Siedlungen, Straßen und Hotelhochburgen sind zurzeit in den Alpen bedroht. Doch wie entstehen Lawinen und wie kann man sich schützen?

Lawinen

Gefährliche und unberechenbare Naturgewalt

Lawinenabgänge gehören zu den bedrohlichsten Naturgewalten in den winterlichen Gebirgen. Ganze Siedlungen, Straßen und Hotelhochburgen sind zurzeit in den Alpen bedroht. Doch wie entstehen Lawinen und wie kann man sich schützen?

Die Schneebrettlawine – die gefährlichste Lawine überhaupt

Eine der gefährlichsten Lawine ist die Schneebrettlawine. Diese ist für 95 Prozent der Lawinenunfälle abseits der Pisten verantwortlich. Um eine Schneebrettlawine auszulösen braucht es in der Regel eine Zusatzlast, die einen Anriss der Schneeschicht auslöst und eine Hangneigung von mindestens 30 Grad. Sie kann aber auch ganz spontan abgehen. Die Zusatzlast kann zum Beispiel ein Mensch oder ein Tier sein. „Weil Wintersportler die Lawine durch Leichtsinn oft selbst auslösen, wird die Schneebrettlawine auch Skifahrerlawine genannt.“, erklärt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. Dabei gleitet frisch gefallener Schnee wie auf einer Rutsche auf älteren Schneeschichten ab. Der Anriss erfolgt linienhaft quer zum Hang und tückischerweise oft oberhalb des Skifahrers. Deshalb wird dieser von den Schneemassen blitzschnell erfasst.

Besonders kritisch sind die ersten Schönwettertage nach einer Schneefallperiode. Wer dann sorglos und ohne Kenntnis der aktuellen Lawinensituation dem Reiz des frischen Pulverschnees erliegt und in die unberührten Tiefschneehänge fährt, gefährdet nicht nur sich, sondern auch andere Skifahrer auf der Piste.

Die Staublawine rast mit 300 km/h ins Tal

Hat sich ein Schneebrett gelöst, so kann sich daraus eine Staublawine entwickeln. Dabei stürzt eine große Menge Schnee einen steilen Hang hinab und nimmt immer weiteren Schnee auf. Dieser wird aufgewirbelt und zerstäubt, sodass ein Gemisch aus Schnee und Luft mit viel Lärm ins Tal donnert und weder durch Bäume oder Schutzbauten aufgehalten werden kann. Sie erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 300km/h. „Bei einer Staublawine kommt es zu plötzlichen massiven Luftdruckveränderungen, wie sie sonst nur in Wirbelstürmen erreicht werden.“, sagt Matthias Habel. Die Lawine schiebt eine Druckwelle vor sich her, sodass vor ihr der Luftdruck sprunghaft zunimmt und dann unmittelbar in einen heftigen Sog übergeht. Dadurch sind massive Zerstörungen möglich, da Bäume wie Streichhölzer abgeknickt und Dächer abgedeckt werden. Außerdem zerspringen durch die Druckwelle Fensterscheiben, sodass das Schnee-Luftgemisch durch die Häuser fegt und auch im Gebäudeinneren Menschen verschüttet werden können. Lebensgefahr besteht auch, wenn das Schnee-Luft-Gemisch eingeatmet wird und in die Lunge gelangt. Es droht dann in kürzester Zeit der Tod durch Ersticken.

Man kann Lawinen nicht beherrschen

Da Lawinenabgänge nicht vorhersagbar sind, sondern nur die Wahrscheinlichkeit eines Abgangs abgeschätzt werden kann, bleibt die Lawine eine unberechenbare Naturgewalt. Es ist daher äußerst wichtig, auf die Lawinenwarnstufen zu achten und grundsätzlich nicht abseits der Pisten Ski zu fahren oder zu wandern. Hat man die Lawine einmal ausgelöst oder gerät hinein, gibt es im Grunde keine Möglichkeit mehr zu handeln. Man kann einer Lawine nicht davonfahren!

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Die Skifahrerlawine ist für 95 Prozent der Lawinenunfälle abseits der Pisten verantwortlich. Bildnachweis: WetterOnline

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