TuS Ferndorf verliert das Rückspiel gegen den VfL Lübeck-Schwartau

(wS/red) Lübeck/Ferndorf 02.05.2021 | VfL Lübeck-Schwartau gewinnt das Rückspiel in der heimischen „Hansehölle“

Eines vorneweg, wenn eine Mannschaft, wie der TuS Ferndorf, die Coronabedingt um 6 Wochen zurückgeworfen wurde, die lange Zeit kein Training und kein Spiel hatte ist es kein Wunder, wenn irgendwann die Kräfte nachlassen, weil der Körper seine Akkus noch nicht voll aufgeladen hat. Und wenn dieser Körper dann trotzdem funktionieren will, wenn er trotzdem Leistung bringen will, baut er noch schneller ab, weil er seine 100 % noch nicht erreicht hatte.

So, oder so ähnlich ging/geht es den Ferndorfer Handballern. Als alle wieder spielberechtigt waren, haben sie die Saison fortgesetzt und sie haben bisher Unglaubliches vollbracht, die Krönung war der Heimsieg in der Stählerwiese gegen den hochfavorisierten VfL Gummersbach, den sie noch NIE geschlagen haben.

Das Hinspiel gegen den VfL Lübeck am vergangenen Freitag in der Stählerwiese gewannen sie und haben sich dank einer kämpferischen Leistung selbst aus den Abstiegsrängen rausgezogen und befinden sich trotz der heutigen Rückspielniederlage immer noch auf dem 15.Tabellenplatz und haben gute Chancen den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen. Es wird sicherlich kein Selbstläufer sein, denn durch bereits absolvierte Nachholsspiele hinkt der TuS in der Tabelle nicht mehr so stark hinter den Konkurrenten her.

Stimmen vor dem Spiel:

Piotr Przybecki / VfL Lübeck-Schwartau

Unsere Wurfeffektivität war im Hinspiel nicht ausreichend genug und in der 2. HZ hatten wir etwas abgebaut. Ferndorf war da bissiger, aber wir wollen uns revanchieren.

 

Robert Andersson / TuS Ferndorf

Wir hatten im Hinspiel eine gute Abwehr und waren gut im Tor, das müssen wir auch heute wieder haben. Aber es wird  ein schweres Spiel werden.

Zum Spiel:

In der 1. Viertelstunde war es der schon im Hinspiel überragende Mattis Michel, der dafür sorgte, das die Holsteiner nicht davonzogen. Nachdem diese 2:0, 3:1 und 5:3 vorlegten, waren es Niklas Diebel, zwei mal Lucas Schneider und drei mal Mattis Michel, die in der 15. Minute für das zwischenzeitliche 6:6 sorgten. Ferndorf spielte in der Phase weitgehend fehlerfrei und die Wurfqualität aus dem Rückraum war in dieser Phase des Spiels besser. Was folgte, war ein Hin und Her und als dann Andreas Bornemann in der 21. Minute das 9:10 erzielte, reichte es Trainer Piotr Prybecki, er legte die Grüne Karte auf den Zeitnehmertisch. Danach folgte ein kompletter „Rückraumtausch“ bei den Hanseaten, mit dem die Ferndorfer nicht mehr klar kamen.

Die Gastgeber drückten jetzt auf`s Tempo und innerhalb von vier Minuten musste der TuS-Keeper Marin Durica fünf mal hinter sich greifen es stand nun 14:10, wobei bei diesen Würfen der TuS-Keeper nicht gut aussah. Lübeck-Schwartau spielte jetzt auch konzentrierter als beim Hinspiel am Freitag und die Fehler, die sie in Ferndorf noch machten, wiederholten sich hier nicht. Ihre Abwehr stand sehr gut und anders als im Hinspiel kam Ferndorf über die Außenpositionen zu keinem Treffer.

Mattis Michel verkürzte in der 27. Minute mit seinem vierten Treffer zwar noch auf 14:11, der Gegner ließ sich aber nicht davon abhalten den Pausenstand auf 16:11 hochzuschrauben.

Archivfoto (Hinspiel) – Mattis Michel, 8 Treffer. Foto: TuS Ferndorf

Die zweite HZ begann recht vielversprechend für Ferndorf, Lucas Schneider verkürzte auf 16:12, der VfL zog nach, doch zwei mal Lucas Schneider, zwei mal Mattis Michel und drei mal Torben Matzken brachte die aus der Stählerwiese in der 42. Minute wieder auf 20:18 ran. Aber nun machte sich die Corona-Auszeit, das fehlende Training in der langen Quarantänezeit und nun die englischen Wochen bemerkbar. Dazu das Hin-u. Rückspiel innerhalb von zwei Tagen gegen den VfL Lübeck-Schwartau, der nun wieder „aufdrehte“, in der Crunchtime fanden viele enge Zweikämpfe statt und den Ferndorfern war auch regelrecht anzusehen, dass ihre Kräfte aufgebraucht waren.

Sie hatten den starken Hanseaten nichts mehr entgegenzusetzen und in der 54. Minute sah man ein 28:20 auf der Anzeigetafel.
Die Siegerländer bäumten sich noch einmal auf, zweistellig wollte man ja hier nicht verlieren und es klappte, in den letzten sechs Minuten erzielte der Gastgeber nur noch einen Treffer, doch Chrissi Klasmann, Josip Eres, Andreas Bornemann und Mattis Michel mit seinem 8. Treffer verkürzten noch auf den Endstand von 29:24, auch weil Marin Durica in der Schlußphase noch einen Siebenmeter von Julius Lindskog-Andersson abwehrte.

Julius Lindskog-Andersson nach dem Spiel:

Wir haben im Hinspiel viel zu viele Fehler gemacht und die Chancenverwertung war nicht so gut,

aber dieses Erfolgserlebnis heute haben wir gebraucht.

Fazit:
Zur Crunchtime hatte Ferndorf alle seine Pfeile im Köcher verschossen,sie haben auch zu viele technische Fehler gemacht, den Hanseaten gelang die Revanche und der Sieg geht auch in dieser Höhe voll in Ordnung. Gut, dass der Einbruch jetzt kam, so kann man sich nun auf das Heimspiel kommenden Samstag gegen Dessau vorbereiten. Der Physio wird bis dahin noch viel Arbeit haben, aber die Mannschaft hat nun ein paar Tage mehr Zeit.

Bemerkung am Rande: Schade, das Torben Matzken nur 3 Treffer erzielt hat, ein vierter Treffer wäre sein Tor Nummer 100 für den TuS gewesen.

Tor: Marin Durica  8 Paraden (25,81 %), Tim Hottgenroth

Torschützen:

Mattis Michel 8/4

Lucas Schneider 5

Niklas Diebel und Torben Matzken je 3

Andreas Bornemann und Josip Eres je 2

Christopher Klasmann 1

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