Anschub-Projekt „DataHealth“ beendet – Entlastung regionaler Hausarztpraxen durch Anschluss an Telemedizin

(wS/wi) Wilnsdorf 01.02.2023 | Die wissenschaftliche Studie „DataHealth – Monitoring von Vitaldaten zur Unterstützung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum am Beispiel des Burbacher Hickengrunds“ ist abgeschlossen. Vierzig Patientinnen und Patienten haben unter verschiedenen Voraussetzungen und auf ärztliche Anordnung hin, ihre Vitaldaten erhoben. Die Messwerte wurden automatisiert transferiert und von der Hausärztin Fudu Yu und dem Hausarzt Dr. Jozsef Marton bewertet. Der Mehrwert durch die vorliegenden Gesundheitsdaten sind für Patienten und Ärzte vielversprechend. Daraus resultierende telemedizinische Entwicklungsmöglichkeiten und vorstellbare Synergien auf Landesebene werden am Mittwoch, 8. Februar, in der Wilnsdorfer Festhalle mit der Universität Siegen, der regionalen Hausärzteschaft und den drei Bürgermeistern, Christoph Ewers (Burbach), Dr. Bernhard Baumann (Neunkirchen) und Hannes Gieseler (Wilnsdorf) diskutiert.

Das durch LEADER-Mittel geförderte Projekt wurde von der „Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck“ (DMGD, www.dmgd.de) der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Universität Siegen durchgeführt. Ziel des Vitaldatenmonitorings war es, zunächst in einem kleinen Teilgebiet, dem Burbacher Hickengrund, und zusammen mit den dort ansässigen Hausarztpraxen herauszufinden, ob die Erhebung und der Transfer von Gesundheitsdaten für medizinische Präventions-, Diagnose- und Behandlungszwecke nützlich ist und ob ein solches Vorgehen zukünftig die Ärztinnen und Ärzte im ländlichen Raum entlasten könnte. Zugleich wurde in dem Projekt die technische Machbarkeit erprobt. Wissenschaftler, die am Projekt mitgearbeitet haben, können sich bereits jetzt vorstellen, dass die Daten mit Hilfe von automatisierten Verfahren vorausgewertet werden und dieses Vorgehen die Hausärzteschaft weiter entlasten könnte, wobei gleichzeitig eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patientinnen und Patienten gewährleistet sein soll.

Um den digitalen Versorgungsprozess zu vervollständigen, wäre ergänzend ein digital-unterstütztes Arzt-Patientengespräch auf der Grundlage zuvor gewonnener Vitaldaten möglich. Aber auch ärztliche Konsile, mittels derer sich Haus- und Fachärzte niederschwellig beraten können, wären vorstellbar. Dazu braucht es eine virtuelle Plattform. Im Hintergrund steht die Überlegung, eventuell gemeinsam mit dem Virtuellen Krankenhaus gGmbH des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW und dem Zentrum für Telematik und Telemedizin eine nachhaltige telemedizinische Struktur aufzubauen, wobei ein frühzeitiger Anschluss regionaler Hausarztpraxen aus dem Netzwerk der DMGD-Studien denkbar wäre.

Die Wissenschaft konnte durch die Unterstützung der beiden Hausarztpraxen Yu und Dr. Marton, durch teilnehmende Patientinnen und Patienten und dem Christlichen Seniorenhaus in Lützeln sowie der Gemeinde Burbach neue Erkenntnisse gewinnen, die zukunftsweisend sind. Da die abgeschlossene Studie vom Regionalverein LEADER-Region 3-Länder-Eck e. V. befürwortet und über das Förderprogramm LEADER der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raums als Anschub finanziert wurde, haben die drei Gemeinden Burbach, Neunkirchen und Wilnsdorf die gemeinsame Schirmherrschaft der bevorstehenden Veranstaltung und eines eventuellen Folgeprojektes übernommen. Die Veranstaltung am Mittwoch, 8. Februar 2023, in der Wilnsdorfer Festhalle (Rathausstraße 9, 57234 Wilnsdorf) ist öffentlich. Das Programm beginnt um 18 Uhr und endet um 20 Uhr. Es wird um vorherige Anmeldung per E-Mail (vanessa.simon@uni-siegen.de) gebeten.

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