Alles oder nichts am Untermain: TuS Ferndorf will Revanche gegen den TV Großwallstadt

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(wS/red) Kreuztal, 27.02.2026 | Showdown in der Blau Weißen Hölle: Der TV Großwallstadt empfängt TuS Ferndorf zum richtungsweisenden Duell

UPDATE: Zuerst eine wichtige Meldung zum Hagener Phantom-Tor:

Das Bundessportgericht des Deutschen Handballbundes (DHB) hat angeordnet, dass das Zweitliga-Handballspiel zwischen VfL Eintracht Hagen und TuS Ferndorf wiederholt werden muss. Hintergrund ist ein sogenanntes „Phantom-Tor“, das im ursprünglichen Spiel irrtümlich für Ferndorf gewertet wurde und den offiziellen Endstand (32:32) beeinflusst hat. Das Bundessportgericht sah diesen Fehler als spielentscheidenden Regelverstoß an, hob daher das Ergebnis auf und ordnete eine komplette Wiederholung der Partie an.

Nun zum Spiel beim TV Großwallstadt:

Wenn der TV Großwallstadt am Sonntag, 01. März 2026, um 17 Uhr den TuS Ferndorf empfängt, steht in der 2. Handball Bundesliga ein Duell an, das für beide Mannschaften enorme Bedeutung hat. Die Stufen zur Kellertreppe sind durch den Heimsieg gegen den HCOB acht Pluspunkte entfernt, aber noch in Sichtweite, doch da steht ja auch noch die Entscheidung des Sportgerichts wegen des Phantomtors aus. Somit zählt derzeit jeder Punkt, und sowohl Großwallstadt als auch Ferndorf wissen, dass direkte Vergleiche am Ende über den Klassenerhalt entscheiden können, der TuS kann ein Lied davon singen.

Das Hinspiel am 26. September 2025 in der Stählerwiese entschied Großwallstadt denkbar knapp mit 28:27 für sich. Ferndorf musste sich damals trotz einer engagierten Leistung geschlagen geben und dürfte entsprechend motiviert in die Untermainhalle nach Elsenfeld reisen. Die Erinnerungen an diese enge Partie unterstreichen, dass auch diesmal Kleinigkeiten den Ausschlag geben können, es zählt natürlich auch die aktuelle Tagesform. Eminent wichtig werden auch hier wieder die Torhüterleistungen sein, die in der Rückrunde bisher bravourös waren. In den Spielen gegen Dormagen, Krefeld, Hagen und zuletzt Oppenweiler sahen wir ganz starke 62 Paraden, das sind Zahlen, die Spiele entscheiden, drücken wir unseren Keepern also die Daumen für weitere Glanztaten.

Nur mal so: Mit unseren 16 Zweitliga-Punkten würden wir in der Beletage des Handballs Platz 11 der Tabelle innehaben und wenn sich dort am Tabellenende nicht etwas gravierend ändert und Ferndorf den Klassenerhalt schafft, gibt es ein neues Derby in der nächsten Saison, nämlich TuS Ferndorf gegen die HSG Wetzlar, denn die Hessen haben derzeit nur drei Pünktchen auf der Habenseite und winken mit der Roten Laterne von Platz 18.

Die Gastgeber in der Untermainhalle bauen auf die besondere Atmosphäre in der Untermainhalle, die nicht umsonst den Beinamen „Blau/Weiße Hölle“ trägt. Dort wartet nicht nur ein leidenschaftliches Publikum, sondern auch ein in Europa einzigartiger Hallenboden (ähnlich Dresden). Der moderne Glasboden im Wert von 1,9 Millionen Euro kann per Knopfdruck unterschiedliche Spielfelder anzeigen und sorgt für ein außergewöhnliches Ambiente, der Preis erzeugt allerdings Schwindelgefühle. Sportlich lief es zu Hause allerdings noch nicht konstant. Erst drei Heimspiele konnte der TVG in dieser Saison gewinnen, der letzte Erfolg am 21.02.2026 gelang mit einem knappen 32:31 gegen die die Eulen Ludwigshafen, ein Sieg, der zeigte, dass die Mannschaft enge Spiele durchaus auf ihre Seite ziehen kann.

Im Angriff ruht viel Verantwortung auf Maxim Schalles, der mit 114 Treffern, davon 57 per Siebenmeter, der überragende Torschütze der Großwallstädter ist. Ihm folgen Ben Connar Battermann mit 80/1 Toren sowie Finn Wullenweber mit 65/0 Treffern. Diese Achse verleiht dem TVG Durchschlagskraft, gerade aus dem Rückraum und von der Linie. Zwischen den Pfosten verfügt Großwallstadt ebenfalls über Erfahrung und Qualität. Jan Steffen Minerva kommt bislang auf 83/11 Paraden, Stefan Hanemann auf 84/6 und Leon Nowottny 31/1 Paraden. In engen Spielen kann eine starke Torhüterleistung zum entscheidenden Faktor werden und da hat Ferndorf in der bisherigen Rückrunde ganz starke Leistungen präsentiert.

Ferndorf wird alles daransetzen, das Tempo zu kontrollieren und einfache Gegentore zu vermeiden. Auch muss man noch an der Höhe der Fehlwürfe und technischen Fehler arbeiten, da sie meist zu diesen Gegentoren führen. Nach der bitteren Hinspielniederlage dürften die Ferndorfer besonders wachsam sein. Großwallstadt hingegen will den Heimvorteil nutzen und die besondere Energie der „Blau Weißen Hölle“ auf die Platte bringen.

Viel spricht für eine Partie auf Augenhöhe, geprägt von intensiver Abwehrarbeit und hoher Emotionalität. Angesichts der Tabellensituation und der Erfahrung aus dem Hinspiel ist erneut ein enges Ergebnis zu erwarten. Für beide Teams geht es um mehr als zwei Punkte, es geht um ein Zeichen im Kampf um den Ligaverbleib.

Bericht: Peter Trojak

Collage: Andreas Domian

MARVIN MUNDUS: Wir müssen den aktuellen Flow einfach mitnehmen. Egal gegen wen und wo, wir brauchen dasselbe Mindset wie in den letzten Spielen. Weiter hohes Tempo, eine stabile Abwehr, das wird der Schlüssel zum Sieg gegen Großwallstadt.

CEVEN KLATT: Großwallstadt hat vor Jahresende auch eine Niederlagenserie gehabt, ich glaube, es waren acht, neun Spiele. Sie sind jetzt aber auch gut aus der Winterpause gekommen, und haben vor allem mit dem Sieg gegen Nettelstedt, wo sie schon zurücklagen, wichtige Punkte gesammelt und konnten jetzt gegen die Eulen Ludwigshafen am Wochenende im Heimspiel nachlegen, was sie jetzt wieder in eine ganz gute Situation gebracht hat.

Für uns war es im Hinspiel sehr ärgerlich, dass wir keine Punkte geholt haben. Es waren die 10 Minuten nach der Halbzeit, die uns dieses Spiel kosten. Ich glaube, dass, wenn wir eine ähnliche Leistung wie im Hinspiel hinkriegen und diese 10 Minuten nach der Halbzeit weglassen, dann haben wir auch gute Chancen, Punkte mitzunehmen. Zum Ender der englischen Woche wird es auch darum gehen, wer will mehr und wer hat noch die letzten Reserven, oder die letzten paar Prozent im Tank, um dieses Spiel zu gewinnen.

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