Zauberhafte Klänge für den guten Zweck

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(wS/hgm) Wilnsdorf 21.03.2026 | Expressive Klänge der besonderen Art gab es am vergangenen Sonntagnachmittag in der Ev. Kirche Wilden zu hören – vorgetragen vom Akkordeonorchester Ferndorftal-Wilden; das waren im Ursprung zwei verschiedene Orchester, die sich schon lange zusammengeschlossen haben. Musikalische Leiterin ist Jutta Heinrich-Reichel. Dieses Orchester – in Kurzform OAFW genannt – konnte sich einen Namen schaffen und ist neben Auftritten im gesamten Siegerland, auch im Wittgensteiner, Altenkirchener und Olper Raum unterwegs.
Und das Schönste war: Das AOFW spielte an diesem Sonntag bei freiem Eintritt für einen guten Zweck: Nämlich in der Form eines Benefizkonzertes für die Deutsche Kindernothilfe. Die Organisation und Durchführung oblag Christoph Dasbach. 

Das Akkordeon wurde von den Landesmusikräten zum Instrument des Jahres 2026 gekürt. Ziel dieser Auszeichnung ist es, die enorme Vielseitigkeit des Instruments hervorzuheben, das weit über die klassische Volksmusik hinausreicht. 

Dieses Instrument, das oft liebevoll als „Quetschkommode“ bezeichnet wird, hat eine lange Tradition und ist heute in fast allen Genres vertreten: Durch seine musikalische Bandbreite findet es Einsatz in der Klassik, im Jazz, im Tango (insbesondere als Bandoneon), im Pop und sogar im Techno. Als einziges tragbares Tasteninstrument mit „freier Zunge“ gibt es sowohl Knopf- als auch Tastenakkordeons in unterschiedlichsten Größen. Die Wahl soll das moderne Image des Instruments stärken und zeigen, dass es auch für junge Musiker und zeitgenössische Kompositionen attraktiv ist.

Judith Geisweid, 1. Vorsitzende des AOFW, begrüßte das Publikum und stellte auch das Akkordeon in seiner Vielfältigkeit vor. Durch das Programm führte die Spielerin Katrin Koch. Und ja, dass das Akkordeon vom Klang her und der Tonmodulation auch gehobenen Ansprüchen gerecht wird, hörte man gleich beim ersten Stück aus den hochwertigen Instrumenten, die mehrere Tausend Euro kosten können:

„Concerto d‘ Аmоге“ verbindet mit Barock, Pop und Jazz drei verschiedene Epochen bzw. Stilrichtungen. Die würdevolle Einleitung klingt wie eine barocke Ouvertüre. Es folgt ein energischer Abschnitt im Pop-Stil, der in einem charaktervollen Adagio ausläuft. Ein Motiv daraus wandelt sich zu einer Swing-Passage, worauf das Werk mit der Wiederkehr des Adagio-Teils in abgewandelter Form endet“.
Musikalisch wurde dies von den fünfchörigen Instrumenten mit zwölf Klangfarben hervorragend umgesetzt.

Und eigentlich gab es gleich beim nächsten Stück eine Überraschung. „Over the rainbow ist bekannt aus dem Musicalfilm „Der Zauberer von Оz“ und wurde von Judy Garland gesungen. Dieser Evergreen aus den 30er Jahren ist bekannt, da er in unzähligen Variationen von verschiedenen Künstlern immer wieder neu interpretiert wurde. Das Orchester spielte eine Jazzversion von Matthias Hennecke. Und eben diese Überraschung war das Solo von Karolin Münker auf der Querflöte. Damit lieferte die talentierte, erst 15-Jährige – eine Tochter der Spielerin Karolin Münker – eine regelrechte Steilvorlage; entsprechend fiel der Beifall aus, hatte doch so ein Können niemand vermutet.

Schlag auf Schlaf lief ein Repertoire vom Stapel, das der Zuhörerschaft regelrecht den Atem stocken ließ. Klänge, die man in der Regel gar nicht von einem Akkordeon erwartet: Ob „Concerto“, „La Califfa“, „Game of Thrones“ – um nur einige Titel zu nennen, jedes Stück wurde ein Volltreffer.

Erwähnt sei auch der Titel „Amgigos para sempre“ das ist ein Lied von José Carreras und Sarah Brightman, welches für die Olympischen Sommerspiele 1992 in Barcelona geschrieben wurde und dessen Musik von Andrew Lloyd Webber stammt. Der Titel bedeutet übersetzt: Freunde für immer. Bei den olympischen Spielen sollte es die Freundschaft der Nationen hervorheben – ein hoffnungsvoller Gedanke in der heutigen krisengeschüttelten Zeit. Hervorstechend in diesem Stück sind die warmen Klangfarbe in Verbindung mit einer gewissen Expressivität, die sehr einschmeichelnd wirken kann.

„Historia de un amor“ ist die Geschichte einer Liebe ist ein Lied aus Panama. Passend zu diesem Thema spielte das Orchester eine Beguine  – ein Tanz, der zum Flirten wie gemacht ist. Die Dirigentin Jutta Heinrich-Reichel arrangierte eigens für das AOWF dieses Lied.


im letzten Stück des großartigen Programmes wirkte noch einmal die junge Flötistin Lena Münker mit: „We are the World“

„Wir sind diejenigen, die einen helleren Tag schaffen werden, also fangen wir an! Sagt es allen Menschen dieser Erde und sagt ihnen, dass wir eine bessere Welt haben wollen – für alle Kinder und deren Kinder – damit sie Hoffnung auf eine bessere Welt haben können“.

Diese Zeilen entstammen aus dem Stück „We are the World“ von Michael Jackson. Bereits 1985 komponiert, zählt der Titel noch heute zu den erfolgreichsten aller Zeiten. Der Wunsch nach einer besseren Welt ist angesichts der vielen Katastrophen und Krisen wohl aktueller denn je. Und auch viele Kinder sind von dieser Not betroffen.


Eine großartige menschliche Geste machte nach diesem Abschluss die Dirigentin Jutta Heinrich-Reichel. Sie gab ihren Blumenstrauß an Lena Münker ab, nachdem sich Pfarrer Christoph Dasbach noch einmal für das engagierte Benefizkonzert bedankt hatte. 

Fotos & Bericht: Hans-Gerhard Maiwald

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