(wS/red) Neunkirchen 29.03.2026 | Das Siegerland und der Bergbau gehören zusammen wie das Erz und der Stahl. Wer diese tiefe Verbindung einmal hautnah spüren möchte, dem legt die Redaktion von wirSiegen.de einen Besuch im Wodanstolln in Neunkirchen-Salchendorf ans Herz. In einer Gemarkung, die stolze 50 Stollen und Bergbaudenkmäler zählt, sticht dieses Schmuckstück besonders hervor.





Fotos: Andreas Trojak / wirSiegen.de
Vom Erbstollen zum Besucherbergwerk
Die Geschichte des Wodanstolln reicht weit zurück: Ab 1732 wurde er als „Tiefer Stollen“ angelegt, um die Gruben Heidenberg und Rennseifen zu verbinden. Erst um das Jahr 1800 fertiggestellt, diente er über Generationen hinweg als Erbstollen und bis 1910 dem aktiven Erzabbau. Interessanterweise verdankt der Stollen seinen markanten Namen dem Volksmund – benannt nach vier umliegenden Grubenfeldern (Wodan I–IV), mit denen er technisch gesehen gar nicht direkt verbunden war.
Nachdem die Gruben um 1920 stillgelegt wurden, übernahm der Stollen neue Rollen: Von 1925 bis 1974 sicherte er die Trinkwasserversorgung Salchendorfs, und in den dunklen Jahren 1944/45 bot er den Menschen Schutz als Luftstollen. Seit 1995 engagiert sich der Heimatverein Salchendorf e.V. mit beeindruckender Leidenschaft dafür, dieses Erbe zu erhalten. 1997 wurde der Stollen schließlich als Schaubergwerk eröffnet.
600 Meter faszinierende Einblicke
Von dem insgesamt 1,5 Kilometer langen Stollennetz sind heute rund 600 Meter für Besucher begehbar. Nach etwa 250 Metern teilt sich der Weg: Während der linke Arm Richtung Rennseifen im ursprünglichen, eingestürzten Zustand belassen wurde, führt der rechte Arm Richtung Heidenberg tief hinein in die Arbeitswelt vergangener Tage.
Die fachkundigen Bergführer – oft selbst Nachfahren stolzer Siegerländer Bergleute – demonstrieren hier den Wandel der Technik:
- Historisch: Die mühsame Arbeit mit Schlägel und Eisen.
- Modern: Der Einsatz von druckluftbetriebenen Maschinen und modernen Bohrmethoden.
Man bekommt ein beklemmendes, aber tief beeindruckendes Gefühl dafür, unter welchen körperlichen Strapazen hier Braun- und Spateisenstein sowie Kupferkies gefördert wurden – allein in den 1860er-Jahren waren es hunderte Tonnen.
Ein Erlebnis für die ganze Familie
Das originalgetreu wiedererrichtete Zechenhäuschen dient heute als Museum und beherbergt zahlreiche Exponate und Details aus dem Bergbau der Umgebung. Für Familien ist die Anlage bestens gerüstet: Direkt am Stollen stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung, und für die Kinder gibt es einen kleinen Spielplatz, auf dem sie sich vor oder nach der „Schicht“ austoben können.
Unser Fazit: Ein authentischer Einblick in die Seele unserer Region. Das Team des Heimatvereins vermittelt das Wissen mit einer Herzlichkeit, die den Besuch zu einem echten Erlebnis macht.
Infokasten: Ihr Besuch im Wodanstolln
Ausrüstung: Helme werden vor Ort gestellt. Festes Schuhwerk und warme Kleidung werden empfohlen!
Saison: März bis Oktober.
Termine: Jeden letzten Sonntag im Monat.
Uhrzeit: Erste Führung um 14:00 Uhr, letzte Führung um 16:00 Uhr.
Hinweis: Eine Mindestteilnehmerzahl von 5 Personen ist erforderlich. Sondertermine sind nach Absprache mit dem Heimatverein Salchendorf möglich.
Mehr dazu auch auf http://heimatverein-salchendorf.de/






Fotos: A. Trojak / wirSiegen.de
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