(wS/wlv) Wenden 10.04.2026 | Grauenvolle Funde in Wenden-Scheiderwald: WLV fordert Ende der politischen Untätigkeit
WENDEN-SCHEIDERWALD. In der ländlichen Idylle von Wenden-Scheiderwald herrscht tiefe Bestürzung. Innerhalb von nur zwei Nächten – von Mittwoch bis Freitag – wurden Schafhalter mit einem grausamen Anblick konfrontiert: Mindestens 14 Schafe wurden bestialisch zugerichtet und getötet aufgefunden. Während die Tierhalter noch das Gelände absuchen, steht eine offizielle Bestätigung für den Wolfsverdacht aus. In Nordrhein-Westfalen nimmt dieser bürokratische Prozess bis zu zwei Monate in Anspruch.
Landwirte im Kreis Olpe fühlen sich im Stich gelassen
Der Landwirtschaftliche Kreisverband Olpe (WLV) reagiert mit deutlicher Kritik auf die aktuellen Vorfälle. Die Stimmung unter den Tierhaltern im Kreis, der durch seine Topographie und klimatischen Bedingungen als benachteiligte Region gilt, ist am Tiefpunkt. Bernd Eichert, stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender und WLV-Sprecher, findet klare Worte: „Unsere Tierhalter fühlen sich dermaßen allein gelassen von der Politik, dass sie jegliches Vertrauen in die Hilfe durch das Land verloren haben.“
Eichert kritisiert insbesondere den Fokus auf Schutzzäune. Diese seien laut Verband:
- In der Praxis oft wirkungslos.
- Naturschutzfachlich fragwürdig bei großflächiger Einzäunung.
- Finanziell in der Unterhaltung nicht tragbar.
Bundesweite Forderungen nach Bestandsregulierung
In einer aktuellen Stellungnahme untermauert der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) die Notwendigkeit einer Kursänderung. Bundesweit wird die Lage als existenzbedrohend für die Weidetierhaltung eingestuft. Laut WLV hat sich der Wolf in Deutschland ungebremst ausgebreitet; für das Jahr 2025 wurden rund 4.300 Nutztiere als gerissen, verletzt oder verschleppt gemeldet. Besonders alarmierend: Wölfe überwinden dabei regelmäßig auch intakten Herdenschutz, der den offiziellen Förderrichtlinien entspricht.+4
Der WLV fordert daher unter anderem:
- Die umgehende Anpassung des Bundesjagd- sowie des Bundesnaturschutzgesetzes.
- Ein praxistaugliches Wolfsmanagement in allen Bundesländern ab 2026.
- Die Einführung einer bundesgesetzlichen Entnahmequote.
- Die unbürokratische Entnahme von Problemwölfen.
- Die Übernahme sämtlicher Unterhaltungskosten für den Herdenschutz.
Ruf nach schneller Umsetzung auf Landesebene
Kreisverbandsvorsitzender Michael Richard bezeichnet die geplante Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz zwar als wichtigen Schritt, drängt jedoch auf eine sofortige Umsetzung auf Landesebene. Ziel müsse die gezielte Entnahme auffälliger Tiere zum Schutz der Weiden in der Mittelgebirgsregion sein.
Die Sorge weitet sich derweil aus: Nicht nur die zahlreichen Hobbyhalter und Schafbetriebe im Kreis Olpe, die wichtige Landschaftspflege leisten, sind alarmiert. Auch unter den Rinderhaltern wächst die Angst vor der nun immer konkreter werdenden Bedrohung durch den Wolf.

Symbolbild Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.









