Ab dem 23. Mai heißt es in Siegen: Rauf aufs Rad und mitmachen beim „Stadtradeln“

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(wS/red) Siegen 07.05.2026 | Siegen tritt erneut in die Pedale: Vom Samstag, 23. Mai, bis Freitag, 12. Juni 2026, beteiligt sich die Universitätsstadt drei Wochen lang an der bundesweiten Kampagne „Stadtradeln“ des Klima-Bündnisses. Gemeinsam mit den Kommunen im Kreis Siegen-Wittgenstein soll dabei wieder kräftig in die Pedale getreten und möglichst viele Alltagskilometer aufs Rad verlagert werden – egal, ob auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen oder zum Sport.

Worum es bei der Aktion geht

Die Idee hinter dem „Stadtradeln“ ist einfach: Das Fahrrad soll als echte Alternative zum Auto sichtbar werden und stärker in den Alltag rücken. Dabei richtet sich die Aktion ausdrücklich an alle – an Menschen, die ohnehin regelmäßig im Sattel sitzen, ebenso wie an diejenigen, die das „Stadtradeln“ als Einstieg nutzen wollen. Das Motto bringt es auf den Punkt: „Jeder Kilometer zählt!“

Bürgermeister Vitt ruft zur Teilnahme auf

Bürgermeister Tristan Vitt wirbt für ein breites Mitmachen: „Gerade im Alltag haben wir viele Möglichkeiten, aufs Fahrrad umzusteigen. Das ‚Stadtradeln‘ zeigt, wie einfach das sein kann und wie viel wir gemeinsam bewegen können.“

Auch aus Sicht der städtischen Umwelt- und Klimaabteilung, die die Aktion für Siegen organisiert, hat das „Stadtradeln“ einen doppelten Nutzen. Jan König, Kommunaler Mobilitätsmanager der Universitätsstadt Siegen, erklärt: „Wer im Alltag häufiger mit dem Rad unterwegs ist, leistet nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern hilft auch dabei, nachhaltige Mobilität in Siegen weiter voranzubringen.“

Kilometer per App oder online erfassen

Das Mitmachen ist unkompliziert: Die zurückgelegten Kilometer können entweder bequem über die Stadtradeln-App erfasst oder online eingetragen werden. Ein interessanter Nebeneffekt: Die dabei anonym gesammelten Daten liefern der Stadt wertvolle Hinweise für die Weiterentwicklung der Radinfrastruktur vor Ort. Wer mitfährt, hilft also nicht nur dem Klima, sondern indirekt auch dabei, Schwachstellen und beliebte Routen im Stadtgebiet sichtbar zu machen.

Begleitende Aktionen lokaler Initiativen

Auch in diesem Jahr bleibt es nicht beim reinen Kilometerzählen. Verschiedene Aktionen und Angebote begleiten das „Stadtradeln“ und sollen zusätzlich motivieren, das Fahrrad häufiger in den Alltag einzubauen. Organisiert werden diese unter anderem von lokalen Initiativen und Vereinen.

So geht die Anmeldung

Die Teilnahme ist kostenlos. Interessierte können sich unter www.stadtradeln.de/siegen anmelden, ein eigenes Team gründen oder einem bestehenden Team beitreten. Auf der Seite gibt es zudem alle weiterführenden Informationen rund um die dreiwöchige Aktion.

Auch Bürgermeister Tristan Vitt und Stadtbaurat Henrik Schumann beteiligen sich für die Stadt Siegen an der Aktion „Stadtradeln“. Foto: Stadt Siegen

Anmerkung der wirSiegen.de-Redaktion

Bei aller Sympathie für das Radfahren und für jede Initiative, die Menschen in Bewegung bringt: Eine ehrliche Einordnung gehört dazu. Das „Stadtradeln“ verändert das Weltklima nicht. Auch nicht ein bisschen. Selbst wenn in Siegen drei Wochen lang Hunderttausende Kilometer zusammenkommen und daraus rechnerisch ein paar Dutzend Tonnen CO₂ „eingespart“ werden, bewegt sich das im Verhältnis zu den weltweiten Emissionen in einem Bereich, der mathematisch kaum noch darstellbar ist. Man kann radeln, so viel man will – das globale Klima wird davon nicht beeindruckt sein. Wer etwas anderes behauptet, verkauft Symbolik als Wirkung.

Was die Aktion durchaus leisten kann, ist anderes: Sie regt zum Nachdenken über die eigenen Wege an, sie liefert der Stadt Daten für die Radinfrastruktur, und sie macht sichtbar, wo Radfahren im Alltag funktioniert – und wo eben nicht. Das ist legitim. Aber es ist eben kein Klimaschutz im großen Stil, sondern lokale Verkehrspolitik mit grünem Anstrich.

Und noch ein Punkt, der in der allgemeinen Begeisterung gerne untergeht: Radfahren ist nicht ungefährlich. Laut Statistischem Bundesamt verunglücken in Deutschland jedes Jahr mehrere zehntausend Radfahrerinnen und Radfahrer im Straßenverkehr, mehrere Hundert davon tödlich. Mit dem wachsenden Anteil an E-Bikes und Pedelecs sind die Zahlen in den vergangenen Jahren sogar gestiegen. Wer also für mehr Radverkehr wirbt, sollte gleichzeitig auch über sichere Radwege, klare Verkehrsführung und gegenseitige Rücksicht im Straßenverkehr sprechen – sonst bleibt der gut gemeinte Aufruf zum Umstieg gefährlich unvollständig.

Drei Wochen Kilometer sammeln: gerne. Aber bitte mit beiden Händen am Lenker und ohne die Illusion, damit den Planeten zu retten.

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