(wS/red) Kreuztal 14.02.2026 | TuS Ferndorf musste liefern und TuS Ferndorf hat geliefert
TuS Ferndorf gegen TSV Bayer Dormagen 32:31 (16:16)
„Junge Männer braucht das Land, junge Männer braucht auch das Siegerland, und zwar beim Handballzweitligisten TuS Ferndorf“.
Und die zwei sind nun da, es sind die zwei 19-jährigen Finn Scharnweber und Soeren Ernesto Servos. Finn Scharnweber verstärkt auf Rechtsaußen und ergänzt das Duo mit Josip Eres. Soeren Servos spielt auf Rückraum Links, kann aber ebenso auf Mitte und Rechts eingesetzt werden, der linke Rückraum ist aber sein eigentliches „Revier“.
Ferndorf war immer dafür bekannt, dass immer wieder mal junge Gesichter ins Team geholt wurden, und schon oft war der TuS für so manchen ein Sprungbrett nach weiter oben. Gute Leistungen erwecken nun mal Begehrlichkeiten bei anderen Teams und das wird sich sicherlich auch nicht ändern. Und ein guter Mix zwischen jungen und erfahrenen Spielern ist ja mit Sicherheit keine schlechte Lösung.
Nun ja, gestern Abend waren auch beide Neuzugänge im Einsatz, und alle Fans konnten sich ein Bild davon machen, wozu sie in der Lage sind.
Finn Scharnweber hatte noch wenig Möglichkeiten, seine Leistung zu präsentieren, erzielte aber trotzdem 1 Tor. Soeren Servos hingegen hatte eine ganz starke Heimspielpremiere, er krönte diese Leistung, die in Abwehr und Angriff gleich gut war mit 4 tollen Toren. Das dürfte allen 1400 Zuschauern, die an einem Freitag dem TuS eine ausverkaufte Halle bescherten, sehr gut gefallen haben. Mein erster Gedanke war „der bleibt nur bis Saisonende“, aber warten wir mal ab, der TuS hat öfter mal eine Wundertüte parat, vielleicht gibt es ja eine Option? 😉
Wir sahen eine geschlossene Mannschaftsleistung, deren Abwehrleistung nicht konstant war, die aber immer wieder in die Spur kam. Die Wiesel zeigten ihr bekannt schnelles Spiel, aber sie machten auch ihre Fehler. Was auffiel, war die niedrige Fehlwurfquote bei Cevens Jungs. Ich habe nur 9 Fehlwürfe aber auch 13 technische Fehler gezählt, 32 Tore ist absolut in Ordnung, 31 Gegentore hingegen dürften Ceven nicht gefallen haben. Der TuS hatte in der 1. HZ eine Wurfquote von 84 %, das ist ein starker wert, von 19 Würfen fanden 16 ihr Ziel, insgesamt lag die Wurfquote über 60 Minuten bei 59,3 % das ist ein sehr guter Wert.
Ein TuS Ferndorf, der so oft mit nur 1 Tor verloren hat, drehte den Spieß wieder um und gewann zum 2. Mal mit 1 Tor, bitte weiter so. Unsere Torhüter kamen auf gute 14 Paraden, 10 davon von Filip Baranasic und darunter waren auch 2 abgewehrte Siebenmeter. Und nicht nur das, sein Meisterstück präsentierte er nach gespielten 59:58, indem er den Wurf von Luca Krist abwehrte und damit den TuS zum Sieg führte. Bester Torschütze insgesamt war wieder Marvin Mundus, der derzeit auf Wolke sieben schwebt, er erzielte 8 Tore, davon 2 Siebenmeter.
Dabei begannen die Ferndorfer direkt mit einem technischen Fehler, in dessen Folge das 0:1 fiel. Den gleichen Fehler machte der TuS direkt nochmal und dieser brachte das 0:2, nicht gerade ein Traumstart. In der Folge brachte das schnelle aber faire Spiel das 2:3, 3:5 und nach 3 Paraden von Can Adanir auch die erste Führung, es hieß in der 11. Minute durch Valentino Duvancic 6:5. Die hatte nicht lange Bestand, Ferndorf blieb immer dran, 6:6, 7:7, aber Fehler in der Abwehr ermöglichten den Gästen immer wieder leichte Tore. 7:9, 8:10, 10:12 oder auch 12:14 in der 23. Minute ließen Dormagen nicht davonziehen, aber der TuS kam nicht näher ran. Nach einem technischen Fehler in der 24. Minute hieß es 13:15 und man entschloss sich auf Ferndorfer Seite nur noch 1 Gegentor zuzulassen (😉). Trotz eines weiteren technischen Fehlers und eines Fehlwurfs erzielte Soeren Servos, der mit dem 13:14 schon sein erstes Tor für Ferndorf in der Stählerwiese erzielte, hier auch das 14:15. Es folgten Mattis Michel mit dem 15:15 und Gabriel Viana mit dem 16:15. Kurz vor der Sirene musste man aber leider noch das 16:16 hinnehmen, aber das war auch das einzige Tor von Dormagen in den letzten 6 Minuten. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, aber Ferndorf hätte auch diese Halbzeit gewinnen können.

Halbzeit zwei sah zu Beginn einen besseren Start der Ferndorfer und der Goalgetter des Tages, Marvin Mundus brachte den TuS mit dem 17:16 in Führung und ein starker Soeren Servos in der Abwehr und ein starker Filip im Tor ermöglichten das 18:16 durch Valentino Duvancic. Dormagen blieb aber weiterhin stark, sie wechselten viel durch und brauchten nur 2 Minuten, um das Spiel zum 18:20 zu drehen. Das waren die leichten Tore, die Ferndorf da zuließ, es waren unkonzentrierte Aktionen. Es muss aber auch gesagt werden, dass die Schiris nicht gerade ein Glückslos für Ceven und seine Jungs waren. Das Rückzugsverhalten war nicht immer das Beste, aber unsere Jungs kämpften, das muss man ihnen schon bestätigen. Aber unsere Rückraumwürfe kamen nicht mehr so gut und der TSV hatte sich besser auf uns eingestellt. Cevens Team-Time-Out in der 40. Minute, es stand 19:21, offenbarte das auch, und er forderte mehr Tempo auf den Halbpositionen und er forderte auch das „Hamburg Plus“. Was das heißt, wird vermutlich sein Geheimnis bleiben, sorgte aber dafür, dass es in der 43. Minute 22:22 stand, „Hamburg Plus“ muss also was Gutes sein. 😉
Es war jetzt aber auch die Zeit, in der der TuS noch ein paar Kohlen mehr in den Ofen schmiss, es wurde ein heißes Match und der TuS überließ den Gästen nicht wehrlos das Feld. Zu verdanken war dies aber auch Neuzugang Soeren Servos, der in der Abwehr stark aufspielte, es brauchte meist 2 Dormagener, um ihn in den Griff zu kriegen. Man ließ nun die Gäste nicht mehr davonziehen, 23:23, 24:24, 25:25, 26:26, 27:27, 28:28 und auch das 29:29 zeigten, dass das hier und heute wieder eine enge Kiste werden wird. Das 25:25 und das 29:28 erzielte ebenfalls Soeren Servos, ich hoffe, wir sehen ihn noch öfter, denn da steckt unglaubliches Potenzial drin. Wir befinden uns jetzt in der Crunchtime, schreiben die 52. Minute und auf der Anzeigetafel steht ein humorloses 29:29. Nach einem Fehlwurf, einer TSV-Auszeit und einem technischen Fehler von uns stellte Dormagen kurz auf sieben zu sechs um, brachte aber nichts, außer einer Parade von Can Adanir, denn er war kurz zu einem Siebenmeter reingekommen, den er mal eben abwehrte. Nun erhöhte auch der Gast seine Fehlerquote und nun kam wieder die Zeit für unseren Mann für die ganz wichtigen Tore, nämlich Daniel Hideg. Der erste Wurf von ihm krachte zum 30:29 ins Gebälk der Dormagener, ihm folgte ein weiterer TSV-Fehler und nun nahm nach gespielten 57:19 Ceven seine Auszeit, da mussten jetzt die letzten 101 Sekunden gewinnbringend geplant werden. Wir wissen nicht, welche Städtenamen er jetzt gefordert hat, aber es muss ein schönes Städtchen gewesen sein, denn wieder war es Daniel Hideg, der das 31:29 erzielte. Dormagen zog nach, erzielte das 31:30, es blieb spannend und wieder bahnte sich ein Krimi an. Es war wieder ein leichtes Tor der Gäste, aber wieder war es Daniel Hideg, der den 2-Tore-Vorsprung mit dem 32:30 markierte, die Haupttribüne stand schon längst und so mancher hatte gewiss schon Schnappatmung, denn so etwas kennen wir aus der Vergangenheit schon.

Es kam, was kommen musste, wieder kam Dormagen und es stand 32:31. Die TuS-Fans hielten den Atem an, als ihre Mannschaft in dieser spielentscheidenden Phase einen technischen Fehler produzierte. Der Dormagener Luca Kris bekam den Ball und brauchte ihn eigentlich nur noch zum Remis im Tor zu versenken. Wenn, ja wenn da nicht Filip Baranasic im Ferndorfer Kasten gewesen wäre, der mit dem Ball etwas anderes vorhatte. Die Hallenuhr zeigte gespielte 59:58, als der Dormagener Luca Kris feststellen musste, dass er da gerade seinem Meister gegenüberstand, der ihm gerade mal seinen Wurf zunichtemachte. Aus, Schluss, vorbei, egal wie, es sind zwei weitere, ganz wichtige Punkte, die zum Klassenerhalt beitragen und es macht die Köpfe frei, die Jungs haben sich selbst bestätigt und so kann man kommende Aufgaben etwas ruhiger angehen.
Can Adanir brachte ja das gleiche Kunststück 3 Minuten vor Schluss in Krefeld fertig. Glückwunsch Chapeau. Nun stehen die Ferndorfer vor dem wohl schwersten Februar-Spiel, denn sie müssen auswärts beim VfL Eintracht Hagen ran und das dürfte ein ganz hartes Derby werden, das Derby aller Derbys.

Heute war es das Spiel Nummer 2, das wir nicht mit 1 Tor verlieren, sondern mit 1 Tor gewinnen. Gerne dürfen die Spiele höher gewonnen werden, denn die verbessern das Torverhältnis und das kann richtig wichtig werden.
Tor: Can Adanir 4/2, Filip Baranasic 10/2
Torschützen:
Marvin Mundus 8/2
Daniel Hideg 6
Josip Eres 5/2
Soeren Servos 4
Valentino Duvancic 3
Nico Schnabl und Mattis Michel je 2
Gabriel Viana und Finn Scharnweber je 1

Da war noch folgendes:
- Mäßige Schiri-Leistungen sorgten auch dafür, dass es insgesamt 17 Siebenmeter gab, 7 für den TuS (alle verwandelt), 10 für den TSV (nur 6 verwandelt)
- Ferndorf hatte 4 Zeitstrafen, Dormagen 2
- Paraden: Ferndorf 14 = 31,1 %, TSV 6 = 15,8 %
- Ferndorf auf Platz 13 mit 13:25 Toren, die Eulen spielen aber noch kommenden Mittwoch zuhause gegen Krefeld. Der Abstand auf die Abstiegsplätze wird immer größer.
- ZEHN Trommler der Ferndorfer Füchse sorgten für einen ganz starken Hallensound und trieben ihre Mannschaft zum Sieg
- Philip Würz stand auf dem Spielberichtsbogen und saß auch auf der Bank, er wird gewiss in Kürze seine ersten Minuten auf der Platte bekommen.
- Man oft the Match wurde Marvin Mundus.
- Endlich wieder ein Heimsieg für den TuS, den letzten durften wir am 25.10.2025 bejubeln.
Meinungen zum Spiel:
JOSIP ERES: Ein sehr wichtiges Spiel für uns. Von Beginn an war klar, dass es schwer werden würde. Wir hatten zwar zu viele Fehler im Angriff, aber unsere Wurfquote war sehr hoch. Die Torhüter haben einen guten Job gemacht. Soeren hat mit seinen schnellen Durchbrüchen Frische in den Angriff gebracht. Ich muss auch meinen Kollegen Finn loben, der ein Tor erzielt hat. Die zwei Punkte sind da, aber wir richten den Blick schon auf das nächste Spiel in Hagen, wo wir die Serie fortsetzen wollen.

MARVIN MUNDUS: Die ersten 20 Minuten waren, was die Abwehr betrifft, gar nicht gut. Wir standen viel zu offensiv, hatten kaum Hilfesituationen und haben dadurch unseren Torwart im Stich gelassen. Vorne haben wir es uns auch schwer gemacht, weil wir wenig Bewegung ohne Ball hatten. Trotzdem hatten wir, finde ich, relativ wenige Fehler, was die Abschlussquote angeht.
In der zweiten Halbzeit haben wir es über weite Strecken deutlich besser gemacht in der Abwehr. Vorne haben wir, wie gesagt, unsere Chancen eigentlich gut genutzt. Am Ende war es dann wieder ein Abnutzungskampf, diesmal aber mit dem Glück auf unserer Seite. Wenn man überlegt, zwei Spiele, zwei Tore Unterschied, vier Punkte, das müssen wir jetzt mitnehmen. Die Euphorie tut uns gut, gerade mit Blick auf das Spiel gegen Hagen.
Ich bin einfach froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Das setzt positive Energie frei und wir können mit einem guten Gefühl weiterarbeiten. Ich finde, dass wir vorne im Angriff heute richtig gute Akzente gesetzt haben und nicht nur mitgespielt haben. Und ich bin stolz auf die Truppe, dass wir bis zum Schluss den Glauben hatten, das Spiel zu gewinnen.

CEVEN KLATT: Ich glaube, wir kommen nicht so gut ins Spiel und brauchen ein bisschen, um wirklich anzukommen. In der Abwehr geben wir in der ersten Viertelstunde zu viele einfache Gegentore her. Vorne machen wir es uns auch schwer, weil wir teilweise zu hastig abschließen. Aber im Laufe des Spiels verbessern wir uns.
Vor allem in der zweiten Halbzeit helfen wir Philipp deutlich besser, weil wir konsequenter verteidigen und er dadurch zu wichtigen Paraden kommt. Ich freue mich sehr für ihn, dass er ein starkes Spiel gemacht hat. Und ich freue mich auch für unsere beiden Offiziellen Spieler, Sören und Finn. Beide hatten einen guten Einstand. Besonders Sören hat einen sehr belebenden Eindruck hinterlassen, mutig gespielt und mit seinem Zug zum Tor wichtige Akzente gesetzt. Und für Finn freut es mich genauso – sein erstes Tor in der Schillerwiese, das ist ein schöner Moment.
Insgesamt: Wenn man ein Spiel mit einem Tor gewinnt, hat man wahrscheinlich nicht alles richtig gemacht, aber eben auch nicht so viel falsch. Wir sind einfach sehr froh, dass wir einen perfekten Rückrundenstart hingelegt haben, der Sieg in Krefeld und jetzt der Sieg gegen Dormagen, das ist die maximale Punktausbeute. Darauf können wir in den nächsten Wochen aufbauen.
Ich finde, wir haben wieder einen sehr starken Zusammenhalt gezeigt. In der zweiten Halbzeit hatten wir eine klare Steigerung in der Abwehr, was den Zugriff betrifft. Da sind Michel und Gabriel-Jana hervorzuheben, die das wirklich sehr gut gemacht haben. Am Ende trägt der Sieg viele Namen – es war einfach ein Mannschaftserfolg.“
NICO SCHNABL: Es war das erwartete schwere Spiel gegen eine Dormagener Mannschaft, die über 60 Minuten aufs Tempo drückt und im Angriff unermüdlich ihre Eins‑gegen‑Eins‑Duelle sucht. Wir machen über das ganze Spiel hinweg zu viele technische Fehler. Trotzdem sind wir, trotz des engen Spielverlaufs und des Rückstandes in der zweiten Halbzeit, cool geblieben, haben an uns geglaubt und unser Spiel durchgezogen.
Die wahnsinnige Kulisse gestern hat uns dabei natürlich geholfen. Das war schon sehr beeindruckend und hat uns in den entscheidenden Momenten getragen.
Bericht: Peter Trojak
Fotos: Sarah





