TuS Ferndorf und das 32:32 – und plötzlich geht es nicht mehr nur um Handball

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(wS/red) Kreuztal, 18.02.2026 | Hideg rettet das Remis – und dann beginnt die Diskussion

VfL Eintracht Hagen gegen TuS Ferndorf: 32:32 (??) (19:15)

Kinners, das, was sich gestern an der Ische in Hagen vor insgesamt 1537 Zuschauern abspielte, war absolut filmreif. Mehr Derby, mehr Emotionen, mehr Stimmung und mehr Kampf gehen nicht, das war DERBY im XXL-Format. Der Gästeblock der Ferndorfer war mit geschätzten 200 Fans gut gefüllt und die Ferndorfer Füchse zauberten mit nur 4 Trommlern eine richtig geile Stimmung in die Ische. Die Hagener standen dem in nichts nach, schonten nach hinten raus aber doch ihre Stimmbänder, man hielt sich da ein wenig zurück.

Ich pflücke jetzt das Match mal nicht minutiös auf, sondern beschränke mich auf markante Spielszenen/Momente.

Ferndorf begann mit einem technischen Fehler und ermöglichte den Gastgebern das bejubelte 1:0. Ferndorf konterte mit Josip Eres und Nico Schnabl und es stand 1:2. Es war die erste Ferndorfer Führung und es sollte auch die einzige Führung in dieser 1. HZ bleiben. Nach dem 3:3 durch Julius Fanger und dem 4:4 durch Marvin Mundus, spielten die Hagener ihr Ding, so, wie sie es seit Saisonbeginn tun. Dazwischen aber immer wieder gute Ferndorfer Abwehrleistungen und ein gut aufgelegter Can Adanair im Kasten, der sieben Mal den Gastgebern den Zahn gezogen hat, darunter auch ein gehaltener Siebenmeter.

Wie gesagt, Hagen steuerte das Match in dieser 1. HZ gut, gerieten nie in Rückstand, 7:4, 9:6, 11:7, 12:9, 14:11, Hagen machte viele wirklich einfache Tore durch unkonzentrierte Ferndorfer Aktionen. Es war zum Ende der 1. HZ ein Hagener Torhagel auf das Ferndorfer Tor. Ferndorf war in der 26. Minute durch unsere zwei Neuzugänge Finn Scharnweber und Sören Servos auf 14:13. Aus diesem 14:13 machte Hagen, begünstigt auch durch 3 technische Fehler des TuS das Halbzeitergebnis von 19:15, Hagen 5, Ferndorf 2 Tore, das war unnötig.

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Erwähnen sollte man noch ein sehenswertes Kempa-Tor, Finn Scharnweber von RA auf Julius Fanger und der haute das Ding zum 12:10 rein, Klasse.

Die 2. HZ begann komplett anders, denn Ceven Klatt und seine Jungs drehten die „Ische“ mal eben auf Links und entzauberten die eigentlich heimstarken Gastgeber, direkt Josip Eres mit 2 verwandelten Siebenmetern, einer mit einem frechen Heber, dann folgte der wieder mal sehr stark spielende Daniel Hideg, der Mann für die wichtigen Momente, mit dem 19:18. Danach begann das Wechselspielchen, Tor Hagen, Tor Ferndorf, Tor Hagen. Bis zur 41. Minute und dem Spielstand von 23:22, gefolgt von einem Kuriosum, dessen Aufklärung bzw. Entscheidung das Sportgericht (?) klären wird/muss. Finn Scharnweber bekommt einen Pass von der Mitte, setzt zum Wurf an, wirft, doch der Ball prallt am Seitenpfosten ab und landet NICHT im Tor. Was da am Zeitnehmertisch von den beiden Damen gesehen, oder nicht gesehen wurde, wissen wir nicht, man entschied auf Tor, die Hagener Spieler jubelten wegen des TuS-Fehlwurfs, ihr Coach reagierte aber nicht und das Spiel ging auch ohne Kreis-Anwurf weiter und es hieß 23:23. Sogar der Delegierte, der mittlerweile immer dabei sein muss, hat wohl auch keinen Fehlwurf gesehen. Wofür sitzt der Delegierte denn da, zumindest er hätte es doch sehen MÜSSEN!?

Weiter unten haben wir mal mögliche Szenarien nach dem Einspruch der Hagener nach Spielende aufgeführt, wie es letztendlich ausgehen wird, werden die nächsten Tage zeigen.

Es ging weiter mit dem falschen 24:23 und 25:23, Hideg machte das 25:24, Ceven Klatt erhielt eine gelbe Karte wegen Meckern, was ihm nicht gefiel, wissen wir nicht. Er nahm jetzt auch direkt sein Team-Time-Out, um wieder Ruhe ins Spiel zu bringen. Gebracht hat es nichts, denn innerhalb von 4 Minuten sahen wir 3 technische Fehler vom TuS, aber Hagen bekleckerte sich auch nicht gerade mit Ruhm und so verwunderte es kaum, dass der TuS in der 51. Minute durch einen weiteren Siebenmeter von Josip Eres das 26:27 erzielte, es war gleichzeitig die zweite Führung des TuS, die ja eigentlich keine wirkliche war.

In der 53. Minute hieß es 27:28, in der 56. Minute 28:30 und Ferndorf wähnte sich schon als möglicher Sieger, doch Hagen wehrte sich mit Händen und Füßen, machte den TuS nervös und in der 58. Minute, nach einem weiteren technischen Fehler und einem Fehlwurf von Nico Schnabl hieß es gar 31:30. Mittlerweile hat Ceven Klatt, den Mann für besondere Aufgaben aufs Feld geschickt, nämlich Daniel Hideg. Nach dem 31:30 fielen noch 3 Treffer, erst das 31:31 (59. Minute) durch Marvin Mundus und der Gästeblock geriet völlig aus den Fugen, frenetisch wurde unsere Mannschaft nach vorne getrieben. Die Ernüchterung folgte, der VfL machte das 32:31 und dann kam der Mann für die besonderen Fälle zum Tragen, nämlich Daniel Hideg. Und wieder war er für den Ausgang eines Spiels mitverantwortlich, denn er erzielte das vermeintliche 32:32 Remis. Der Gästeblock explodierte ob dieser Leistung und beim Gratulieren wurde es immer etwas ruhiger, denn man vernahm, dass etwas nicht stimmte. Richtig, jetzt ging es um dieses irrtümlich gegebene Tor und Hagen erhob Einspruch. Sie wollten das Spiel auf 32:31 zu ihren Gunsten geändert sehen.

Aber das ist nicht ganz so einfach, weil das am Zeitnehmertisch verdaddelt wurde, weder die zwei am Tisch noch der Delegierte haben den Fehlwurf als solchen erkannt.

Hier noch die Pressekonferenz:

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Fazit: Ein ungeheuer spannendes Spiel endete mit einem politisch angehauchten „Vorläufigem Endergebnis“

Wir haben starke Leistungen des TuS gesehen, aber auch absolut vermeidbare Fehler, so gesehen hätten wir das Spiel gewinnen können/müssen, aber Hagen wird das ebenso sehen, ihr Einspruch geht ja auch in diese Richtung. Wir haben wieder starke Leistungen von Finn Scharnweber (4 Tore) und Sören Servos (6 Tore) gesehen. Sören wechselte oft seine Position, er kann ja den gesamten Rückraum spielen, zudem ist er auch in der Abwehr ganz stark gewesen, er beschäftigt meist zwei Gegenspieler.

Daniel Hidegs Leistungen waren wieder überragend, er kam auf 8 Tore und war somit bester Torschütze, 3 Assists hat er auch noch beigesteuert. Man müsste hier eigentlich alle Spieler erwähnen, denn alle haben zu diesem letztlich spannenden Spiel das ihrige beigetragen, wer nur ein oder 2 Tore wirft, hat nicht unbedingt schlechter gespielt, aber sie werden weniger erwähnt, das ist im Fußball genauso.

Tor: Can Adanir 12/2 Paraden, Filip Baranasic 1/1

Torschützen: Daniel Hideg 8, Sören Servos 6, Marvin Mundus und Finn Scharnweber 4, Josip Eres 4/3, Julius Fanger 3, Gabriel Viana, Mattis Michel und Nico Schnabl je 1

Stimmen von Ceven Klatt zum Spiel (nach der offiziellen Pressekonferenz) werden nachgeliefert.

  1. Welche Rolle spielt der Delegierte?

Ein Delegierter ist kein „Zuschauer mit Ausweis“, sondern

  • Offizielle Spielaufsicht des Verbandes
  • Kontrollinstanz für Schiedsrichter und Kampfgericht
  • Zuständig für korrekte Spielabwicklung
  • Darf und muss bei Regel- oder Verfahrensfehlern eingreifen

Wenn ihm der Fehler während des Spiels aufgefallen ist und er nicht eingegriffen hat, wird das juristisch relevant.

  • Tatsachenentscheidung der Schiedsrichter

Nicht anfechtbar

Beispiel:
Schiedsrichter sehen den Ball „drin“ und geben Tor.

Dann bleibt es dabei, selbst wenn Video später etwas anderes zeigt.

  • Technischer Fehler / Verfahrensfehler

 Anfechtbar

Beispiel:

  • Ball war nicht drin
  • Kein Pfiff / kein Torzeichen
  • Zeitnehmertisch trägt Tor ein
  • Spiel läuft weiter

Das wäre kein „Wahrnehmungsfehler“, sondern ein Fehler in der Spielorganisation.

Und genau das kann zur Neuansetzung führen.

  • Der Delegierte macht es heikel

Wenn der Delegierte es:

  • gesehen hat
  • als Fehler erkannt hat
  • aber nicht eingegriffen hat

 dann liegt ein möglicher verbandsseitiger Organisationsfehler vor.

Das Sportgericht prüft dann:

  • War der Fehler offensichtlich?
  • War er sofort korrigierbar?
  • Hat der Delegierte seine Aufsichtspflicht verletzt?
  • War das Tor spielentscheidend?
  • Warum ist das 23:23 besonders relevant?

Weil es:

  • kein Tor am Ende war
  • sondern mitten im Spiel
  • und beide Teams danach ihr Verhalten angepasst haben

Das macht eine einfache „Tor streichen“-Lösung praktisch unmöglich.

6. Realistische Szenarien jetzt (mit Delegiertem):

 1. Einspruch wird trotzdem abgewiesen

Wenn das Gericht sagt:

Die Schiedsrichter haben das Tor faktisch anerkannt → Tatsachenentscheidung.

Dann bleibt es beim 32:32.

  • Wiederholungsspiel

Wenn festgestellt wird:

  • Kein gültiges Torzeichen
  • Eintrag ausschließlich vom Kampfgericht
  • Delegierter hätte eingreifen müssen
  • Fehler beeinflusste Spielverlauf erheblich
  •  Dann ist ein Wiederholungsspiel juristisch am saubersten.

Das ist mit Delegiertem wahrscheinlicher als ohne.

Blicken Sie/Ihr da noch durch, wir nicht.

Bericht: Peter Trojak

Fotos: Andreas Domian

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