TuS Ferndorf überrascht in Coburg, dominiert über 60 Minuten und belohnt sich mit einem verdienten 33:27 Auswärtssieg

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(wS/red) Kreuztal, 03.05.2026| Ferndorf zeigt Nervenstärke, kontrolliert das Spiel und baut den Vorsprung auf die Abstiegsplätze aus

HSC 2000 Coburg gegen TuS Ferndorf 27:33 (13:18)

Das war ja gestern etwas für die Geschichtsbücher des TuS Ferndorf, denn Ceven Klatt und seine Jungs haben die „Veste Coburg“ eingenommen, den Fluss Itz trockengelegt und den Vestestädtern die 2 Punkte geklaut, die wir unbedingt brauchten, denn es sind vermutlich die 2 Punkte, die uns den Klassenerhalt sichern könnten. Ich weiß, ich lehne mich da vielleicht zu weit aus dem Fenster, aber noch 4 Spiele und wir haben 5 Punkte Abstand auf den ersten Abstiegsplatz, stimmen mich zuversichtlich und ich denke DAS WAR`S, wir sind durch!

Nachdem tags zuvor Krefeld gewonnen und die Eulen unentschieden gespielt haben, kam ja ein gewisser Druck auf, dieses Spiel gewinnen zu müssen oder wenigstens 1 Punkt mitzunehmen. Wund, angeschlagen und die Worte „Jetzt erst recht“ im Hinterkopf trat man den Weg zu den Gelben an. Ich weiß auch nicht, welche Worte Ceven seinen Jungs eingeimpft hat, vielleicht standen sie noch nicht im Duden, aber es waren genau jene, die Coburg stolpern ließen. Wobei stolpern freundlich formuliert war, denn in Wirklichkeit wurden sie von den belächelten Ferndorfern mit 33:27 aus der HUK Arena gefegt. Das war ein Statement, das war eine Hausnummer, die den 1938 Fans absolut nicht gefallen konnte. Hier schließe ich jetzt mal die angereisten TuS Fans aus, es waren doch etliche, aber für die Reise lohnte sich doch jeder Tropfen Benzin und sie machten sich lautstark bemerkbar.

Die Arena ist ja weithin bekannt für ihre lautstarken Fans bei den Heimspielen, doch heute gab es nicht viel zu beklatschen oder zu bejubeln, etliche Kinnladen waren nach unten geklappt, denn wie die Ferndorfer diese Arena mal eben auf links drehten, rang allen ein Chapeau ab. Hatte man mit dem TuS einen „Underdog“ erwartet, einen leichten Punktelieferanten, einen, den man mal eben in die Schranken weisen wollte, vielleicht war das ihr größter Fehler.

Vor dem Spiel wurde Tom Jansen von DYN gefragt, wie er die Situation nach den Ergebnissen von Krefeld und den Eulen am Vortag wahrnimmt und Tom sagte: „Wir wollen hier heute 2 Punkte mitnehmen und dafür sind wir heute angereist.“ Ein Schmunzeln des Moderators war unübersehbar und im Nachhinein sorgte das für ein Schmunzeln meinerseits. Ich hatte jetzt, wenn überhaupt, mit einem hauchdünnen Sieg von Ferndorf geliebäugelt, aber hauchdünn reichte den Jungs nicht, da wurde geklotzt, was das Zeug hält. Die Worte des DYN Moderators nach dem Spiel „absolut verdienter Sieg“ und „wir hätten noch 3 Stunden spielen können, das Spiel hätten wir nicht mehr umgebogen“ gingen runter wie Öl.

Schon die Ankunft dürfte den TuS Fans gefallen haben, denn vor der Halle gab es die „Bierolympiade der Mönchshof Brauerei“ mit Schankwagen und Biergarten, Herz, was willst du mehr.

Und dieser Sieg gegen die Oberfranken ist wirklich eine richtige Klatsche, denn eine Niederlage zu Hause mit mehr als 6 Toren gab es nur am 01. April 2023, da verlor man gegen Dormagen mit 20:27, alter Schwede, da kann man sich schon was drauf einbilden. Dazwischen liegen exakt 1128 Tage und dann kommt ausgerechnet dieser TuS Ferndorf und demontiert unsere Mannschaft. Und abgesehen davon, Ferndorf hat noch nie gegen Coburg gewonnen.

Es fing aber auch schon gut an, der Start Ziel Sieg begann direkt mit Marvin Mundus und Daniel Hideg, gefolgt von Cans erster Parade und es stand 0:2 und schon da konnte man ahnen, dass die TuS Abwehr einen guten Tag haben sollte. Ferndorf konnte schon zu diesem frühen Zeitpunkt Lösungen finden, um das gefürchtete Coburger Tempospiel zu unterbinden. Dazu reichten Stoppfouls und ein gutes Rückzugsverhalten, gepaart mit einer guten Eigenoffensive. Im weiteren Verlauf tat sich Coburg unheimlich schwer gegen unsere Abwehr und der TuS zog sein Ding in einer Manier durch, die den Auswärtsfans und auch den zu Hause gebliebenen ein Grinsen ins Gesicht zauberte. 2:4, 4:6, 6:9 oder auch 8:13. Es lief gut, es wurden viele Kreuzungen gespielt, die Raum für Torchancen schafften und die wurden auch genutzt. Sah man zuletzt viele technische Fehler, gehörte das hier der Vergangenheit an, in 60 Minuten sah man nur 3 technische Fehler und das dürfte Ceven sehr, sehr gut gefallen haben. Zudem sahen wir einen guten Can Adanir im Ferndorfer Kasten, der immer wichtige Würfe zunichtemachte.

Sein Kollege auf Coburger Seite, nämlich Boukovinas, eigentlich ein Top Torhüter, hatte heute nur 1 Parade, sein Kollege Apfel kam auf 5 Paraden, schon daran kann man sehen, dass die TuS Offensive heute einen Sahnetag hatte. Aber nicht, weil Ceven mit voller Kapelle antreten konnte, auf der Bank saßen 5 Mann, darunter auch Tom Jansen, der noch nicht voll einsetzbar ist, aber im Notfall hätte spielen können. Und natürlich Jannis Michel, der Bruder von Mattis Michel, er vertrat Filip Baranasic, der nicht dabei war. Coburg übte sich im sieben gegen sechs, aber gebracht hat es ihnen nichts, der TuS Express lief gut, nach dem 9:14 kam Tom zu einem Kurzeinsatz rein, damit andere kurz durchschnaufen konnten. Nach dem 9:15 durch Nico Schnabl sah es schon nach einer Halbzeitklatsche für die Gastgeber aus, doch zwei Zeitstrafen gegen den TuS verhinderten dies. Gabi Viana, Julius Fanger und Daniel Hideg verwandelten trotzdem und so ging man mit einem sehr guten 13:18 zum Pausentee.

Es dürften ruhige Gespräche hinter verschlossenen Türen gewesen sein, denn es gab ja nicht wirklich was zu bemängeln. Der Start in die 2. HZ war schon recht holprig, Coburg hatte Anwurf, vermasselte aber direkt und Finn Scharnweber erhöhte auf 13:19. Nun zum Holprigen, es gab schnelle Gegenstöße der Coburger, die man so nicht erwartet hatte und in dieser Phase produzierten unsere Jungs 3 Fehlwürfe, die auch prompt zu Gegentoren führten. 37. Minute nur noch 16:19, aber unsere Jungs kamen schnell wieder in die Spur und in der 39. Minute stand es schon wieder 17:22. Coburg konnte machen, was es wollte, sie fanden keine Lösungen gegen die Abwehr und die Offensive der Gäste. Und die blühten förmlich auf, allen voran Marvin Mundus, nach 60 Minuten standen bei ihm 9 Tore auf dem Papier, davon auch einige Siebenmeter. Einer davon in der 44. Minute, er verwandelte völlig humorlos zum 20:25 und 21:26 und dazu noch ein Feldtor zum 22:27 in der 49. Minute. Ceven nahm eine Auszeit, sagte den Jungs, dass sie noch 5 Minuten Tempo gehen sollen und ansonsten alles ok ist.

Coburg setzte nun alles auf eine Karte, nahm den Keeper raus und spielte bis zum Ende mit sieben Feldspielern, doch unterm Strich hat es nichts gebracht, denn auch darauf hatte Ceven eine Antwort, er hatte eigentlich auf alles eine Antwort an diesem Abend.

Nach dem 24:28 in der 53. Minute dachte sich Ceven, was die können, können wir auch und hatte fortan auch sieben Spieler auf dem Feld. Ob das Coburg nun gefiel oder nicht, sie bekamen wieder ihre Grenzen aufgezeigt, Julius 54. Minute 24:29, Gabi 56. Minute 25:30, Marvin 25:31, Can ins leere Tor 26:32 und Mattis ins leere Tor mit der Sirene zum 27:33.

Das saß, die Coburger Tribüne erinnerte an die Semperoper in Dresden, Totenstille. Doch die Coburger Anhänger begleiteten danach ihr Team erstmals seit Langem mit Pfiffen in die Kabine. Ruhig war es natürlich nur bis auf den Gästeblock, denn da gab es was zu feiern und unsere Jungs wurden von ihnen auch 60 Minuten lang lautstark unterstützt.

Ferndorf zog durch diesen nicht für möglich gehaltenen Sieg auf Tabellenplatz 13 und hat nun 5 Punkte Abstand auf den 1. Abstiegsplatz, den derzeit TuSEM Essen innehat.

Ceven hat heute viel gewechselt, hat den Jungs kurze Pausen gegeben, wo es eben ging, ansonsten hatte man das Gefühl, dass jeder über seine 100 Prozent gegangen ist. Kampf, Emotionen und pure Leidenschaft haben diesen Sieg möglich gemacht und das in einer ganz wichtigen Phase der Saison. Die Jungs haben sich förmlich zerrissen, ließen nie den Gedanken aufkommen, es könnte mal eng werden und haben diesen Abend zu ihrem Abend gemacht und auch zu unserem Abend.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel und so erwartet Ferndorf am kommenden Samstag um 18 Uhr die HSG Nordhorn Lingen, drücken wir unseren Jungs die Daumen und hoffen, dass sie diesen Flow aus Coburg mit rübernehmen können.

Tor: Can Adanir 8 Paraden (ich hatte 2 mehr gezählt!?)

Torschützen: Marvin Mundus 9, Daniel Hideg und Julius Fanger je 4, Nico Schnabl, Mattis Michel, Josip Eres, Gabriel Viana und Finn Scharnweber je 3, Can Adanir 1

Bericht: Peter Trojak

Collage/Fotos: Andreas Domian

CEVEN KLATT: Es war eine sehr, sehr starke Leistung von uns, vor allem eine super Angriffsleistung. Ähnlich, wie letzte Woche in Hagen, wo wir es geschafft haben, die Dinge, die wir besprochen haben, auf den Punkt durchzubringen und hatten auch nur 3 technische Fehler. Wir verteidigen über 60 Minuten sehr, seht gut. Es gab von den Schiris 16 Siebenmeter, 9 davon gegen uns. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase haben wir uns mit 9:6 abgesetzt und lagen zur Halbzeit schon 5 Tore, 2. HZ schon 6 Tore und dann auch kein Einbruch, sondern bis zum Ende durchgezogen und hinten raus noch ein bisschen sieben gegen sechs um Kräfte zu sparen und haben dann ja mit 8 Spielern durchgespielt. Tom war ja kran, musste Antibiotikum nehmen, stand uns aber zur Verfügung. Josip hat nicht gespielt, da Finn Scharnweber einen guten Job gemacht hat und ich ihn dann drin lassen wollte. Jannis war dann noch als Torwart dabei und Philip Würz als Auswechselspieler, damit man dem ein oder anderen eine Pause geben konnte, zudem war Max Löher auch dabei. Wir haben heute im Prinzip mit 8 Leuten durchgespielt und die Jungs haben das Bärenstark gemacht, das muss man ganz klar sagen. Sie hatten heute die absolute Bereitschaft, den Willen und eine hohe taktische Disziplin, dieses Spiel zu gewinnen. Es war eine tolle Angriffsleistung heute, wo wir ganz oft eine Superlösung gefunden haben und dafür kriegen die Jungs am Sonntag auf jeden Fall frei.

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