(wS/sp) Neunkirchen 07.05.2026 | Insgesamt 22 Kameraden aus dem gesamten Kreis Siegen-Wittgenstein haben in Neunkirchen-Zeppenfeld kürzlich das erste Modul des ABC-Lehrgangs der Feuerwehr beendet. Die Abkürzung ABC steht dabei für „Atomare, Biologische und Chemische Gefahren“ – im jetzt absolvierten Auftakt-Modul ging es um den ersten Buchstaben: das A, also um Strahlung, Radioaktivität und das richtige Vorgehen der Feuerwehr bei entsprechenden Einsätzen.

Vom Lehrsaal in den Einsatz: Theorie als Fundament
Auch wenn das Thema auf den ersten Blick sehr abstrakt wirkt, brauchen die Einsatzkräfte ein solides theoretisches Fundament, bevor sie in die Praxis starten können. Entsprechend stand zum Lehrgangsbeginn klassischer Unterricht auf dem Programm. Die Teilnehmer beschäftigten sich mit den physikalischen Grundlagen der Strahlung, mit den geltenden Feuerwehrdienstvorschriften im ABC-Einsatz und mit den Kennzeichnungen von Strahlungsquellen – also mit jenen Symbolen und Hinweisen, an denen Einsatzkräfte sofort erkennen müssen, womit sie es zu tun haben.
Praxis Schritt für Schritt: Schutzkleidung, Messgeräte, Dekontamination
Im weiteren Lehrgangsverlauf schlossen sich verschiedenste Praxiselemente an, die zunächst einzeln und später im Rahmen vollständiger Einsatzübungen durchgeführt wurden. Die Kameraden lernten den Umgang mit unterschiedlichsten Messgeräten, das Anlegen der Schutzkleidung sowie – mindestens ebenso wichtig – das korrekte Ablegen im Rahmen der Dekontamination. Hintergrund dieses oft unterschätzten Punktes: Nach einem ABC-Einsatz darf keinesfalls Gefahrstoff an Kleidung oder Ausrüstung haften bleiben und mit nach Hause genommen werden. Sauberes Aus- und Ablegen schützt am Ende nicht nur die Einsatzkraft selbst, sondern auch ihr Umfeld.
Realistische Szenarien: vom LKW mit Strahler bis zum Alarm am Schrottplatz
Die Einsatzübungen begannen bewusst mit dem frühen Vorgehen ohne Sonderausrüstung – ein zentraler Punkt der Ausbildung, denn längst nicht alle Feuerwehreinheiten verfügen über die spezielle Schutz- und Messtechnik für solche Lagen. Gerade die ersten Minuten, in denen oft nur die Standardausrüstung zur Verfügung steht, entscheiden darüber, ob ein Einsatz sicher ablaufen kann.
Darauf aufbauend übten die Teilnehmer komplexere Szenarien – darunter:
- Verkehrsunfälle mit Fahrzeugen, die Strahler transportierten,
- eine ausgelöste Warnanlage für Radioaktivität auf einem Schrottplatz, durch die gerade ein LKW gefahren ist.
Beide Lagen sind keine reinen Theorie-Konstrukte, sondern bilden tatsächliche Einsatzbilder ab, mit denen Feuerwehren konfrontiert sein können.
Wie es weitergeht: Modul B/C folgt
Mit dem Abschluss von Modul A ist die ABC-Ausbildung allerdings noch nicht beendet. Im weiteren Jahresverlauf wird der Lehrgang mit dem Modul B/C fortgesetzt. Dort dreht sich dann alles um das richtige Vorgehen beim Austritt biologischer und chemischer Gefahrstoffe – also um die beiden anderen Buchstaben des ABC-Spektrums.

Fotos: Feuerwehr Neunkirchen
Werbepartner der Region – AnzeigeNachrichten aus der Heimat brauchen Rückhalt.
Täglich für Sie in Siegen und der Region unterwegs. Unsere Arbeit ist kostenlos, aber nicht umsonst. Mit einer kleinen Spende sichern Sie unabhängigen Lokaljournalismus.
❤️ Jetzt wirSiegen unterstützen











