Großes Zeichen für Zusammenhalt: Aufräumaktion in Geisweid mit mehr als 100 Teilnehmern

Teilen Sie
Teilen Sie

(wS/red) Siegen 29.06.2026 |Trotz sommerlicher Hitze und Temperaturen um die 30 Grad haben sich am Samstag, 27. Juni 2026, mehr als 100 Menschen vor dem Rathaus Geisweid versammelt, um ihren Stadtteil gemeinsam sauberzumachen. Initiiert hatte die Aktion Kürsat Özcan – Kommunalpolitiker aus Geisweid, der Wochen zuvor zehn verschiedene Glaubensgemeinschaften angesprochen und für das Projekt gewonnen hatte.

Der Treffpunkt war um 10 Uhr am Haupteingang des Rathauses Geisweid, Richtung Lindenplatz. Ausgestattet mit blauen Müllsäcken, Greifzangen und Handschuhen machten sich die Freiwilligen auf den Weg. Schwerpunkt der Aktion war bewusst der Bereich unter der Hochstraße Siegerland (HTS) – zum einen, weil dort Müll besonders sichtbar ist, zum anderen, weil der Schatten unter dem Viadukt bei den hohen Temperaturen willkommene Abkühlung bot.

Das Ergebnis der Aktion konnte sich sehen lassen: Allein unter der HTS türmten sich am Ende rund zehn prall gefüllte blaue Müllsäcke – dazu kamen illegal entsorgte Autoreifen, ein demoliertes Fahrrad sowie schwarze Kabel und Leitungen, die jemand unter dem Viadukt zurückgelassen hatte. Neben dem üblichen Kleinstmüll wie Zigarettenkippen und Verpackungen wurde damit auch handfester Sperrmüll aus dem Stadtbild entfernt.

Die Besonderheit der Aktion: Hinter ihr stehen keine Vereine oder Parteien als treibende Kraft, sondern ein bewusster interkultureller und interreligiöser Dialog. Christliche Kirchengemeinden und muslimische Gemeinden aus Geisweid und Klafeld zogen dabei an einem Strang. „Dass wir Müll sammeln, ist ja nur ein Teil der Aktion“, sagte Eberhard Vogel von der evangelischen Gemeinde Geisweid. „Dass wir uns alle mal treffen – das ist wichtig.“

Kürsat Özcan selbst ist Mitglied der Jungen Union, hatte zur Aktion aber bewusst auch den SPD-Bürgermeister eingeladen. Parteipolitik war ausdrücklich kein Thema. Im Vorfeld hatte er die Aktion mit klaren Worten umrissen: „Was als Gedanke begann, wird nun Realität. Nicht mit großen Worten, sondern mit Taten.“ Dass am Ende tatsächlich Menschen aus zehn Glaubensgemeinschaften erschienen, hatte selbst den Organisator überrascht.

Wasser wurde für alle Teilnehmenden kostenlos bereitgestellt. Gegen Mittag klang die Aktion mit einem gemeinsamen Grillen im Kloawender Garten am Jugendtreff Geisweid aus – bei Würstchen, kalten Getränken und dem Fazit, dass Geisweid dann am schönsten ist, wenn alle gemeinsam anpacken.

Fotos: Ersad Rahimzai

Teilen Sie

Anzeige

Archivkalender