(wS/red/ots) Olpe 15.07.2026 | Was als vermeintlicher Einbruch begann, entpuppte sich in der Nacht zu Mittwoch (15. Juli) als nächtlicher Ausflug zu einem sogenannten „Lost Place“ – und endete für drei junge Männer mit einem größeren Polizeieinsatz und mehreren Strafanzeigen.
Gegen 1:30 Uhr gingen bei der Leitstelle der Polizei Hinweise auf verdächtige Geräusche im Bereich eines Haus- und Gartenmarktes an der Hugo-Ruegenberg-Straße in Olpe ein. Weil sich anhand der Schilderungen ein Einbruch mit Tätern vor Ort zunächst nicht ausschließen ließ, rückten die Einsatzkräfte mit einem entsprechend großen Aufgebot an: Mehrere Streifenwagen sowie ein Polizeihubschrauber wurden zur Einsatzörtlichkeit entsandt. Der Hubschrauber befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Kreisgebiet – zuvor war er im Bereich Attendorn/Lennestadt bei einer inzwischen erfolgreich abgeschlossenen Vermisstensuche im Einsatz gewesen.
Vor Ort trafen die Beamten schließlich auf zwei 19-Jährige und einen 21-Jährigen. Die drei Männer hatten sich unbefugt Zutritt zum Gelände des Marktes verschafft. Ein Einbruch in das Marktgebäude selbst bestätigte sich allerdings nicht.
Ihr Interesse galt nach bisherigen Erkenntnissen vielmehr einem Stollen, der vom Gelände aus erreichbar und mit einer Metalltür gesichert ist. Um in den als „Lost Place“ bekannten Stollen zu gelangen, beschädigten die drei die Zugangstür.
Als die Polizei eintraf, ergriffen die Männer zunächst die Flucht. Dabei zog sich einer der beiden 19-Jährigen eine Kopfverletzung zu. Er kam mit dem Rettungsdienst zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus. Die beiden anderen wurden zur Identitätsfeststellung und für weitere polizeiliche Maßnahmen zur Polizeiwache gebracht.
Gegen alle drei Männer wurden Strafverfahren eingeleitet – unter anderem wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung.
Die Polizei nimmt den Vorfall zum Anlass für einen deutlichen Appell: Die Erkundung sogenannter „Lost Places“ sei keineswegs ein harmloses Abenteuer. Verlassene Gebäude, Stollen oder Bunkeranlagen bergen demnach oftmals erhebliche Gefahren – etwa durch Einsturzgefahr, Schächte oder Sauerstoffmangel. Die Beamten appellieren daher eindringlich, solche Orte nicht unbefugt zu betreten.

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