(wS/red) Kreuztal – Krombach 15.07.2026 | Am Mittwochnachmittag ist es auf dem Betriebsgelände der Krombacher Brauerei an der Krombacher Straße 1 zu einem Großeinsatz der Feuerwehr und Rettungskräfte gekommen. Der Alarm wurde unter dem Einsatzstichwort „ABC 3 – Gefahrstoffaustritt – Krombacher Straße 1 – Brauerei Abfüllanlage – Treppenraum – unbekannter Stoff – starker Hustenreiz“ ausgelöst.
Die Alarmstufe „ABC 3″ ist die höchste Gefahrstoff-Alarmstufe im Kreis Siegen-Wittgenstein. Die Abkürzung ABC steht dabei für atomare, biologische und chemische Gefahren. Die Stufe 3 bedeutet, dass von einem besonders schwerwiegenden Gefahrstoffereignis ausgegangen wird – mit möglicher Gefahr für eine größere Anzahl von Personen. In der Folge werden nicht nur die örtlichen Einsatzkräfte, sondern auch spezialisierte ABC-Einheiten, Zivilschutzfahrzeuge sowie Rettungskräfte aus den umliegenden Kommunen im Kreisgebiet alarmiert und zum Einsatzort entsandt.
Aufgrund der hohen Alarmierungsstufe eilten zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehr aus Kreuztal und den umliegenden Orten zur Krombacher Brauerei. Vor Ort waren unter anderem mehrere Löschfahrzeuge, ein ABC-Erkundungsfahrzeug, ein Zivilschutzfahrzeug sowie weitere Fahrzeuge. Auch die Polizei ist im Einsatz. Die Ein- und Ausfahrt zum Betriebsgelände wurde mit Polizei-Absperrband gesichert und von Polizeibeamten kontrolliert.
wirSiegen.de war vor Ort: Aus dem, was wir von außen beobachten konnten, machte die Einsatzlage insgesamt einen ruhigen und geordneten Eindruck. Die Einsatzkräfte sammelten sich auf dem Betriebsgelände, ein hektischer Verlauf war nicht erkennbar.
Ob und wie viele Personen durch den Einsatz tatsächlich verletzt wurden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bestätigt. Es liegen noch keine gesicherten Informationen der Behörden vor. Sobald offizielle Angaben vorliegen, wird wirSiegen.de an dieser Stelle aktualisieren und weiter berichten. Wir bitten um etwas Geduld.
Erstmeldung: Mittwoch, 16:54 Uhr – Bericht wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen.
Update, 17:01 Uhr: Wie die Feuerwehr Kreuztal telefonisch wirSiegen.de mitteilte, waren insgesamt neun Personen von dem Vorfall betroffen. Fünf von ihnen klagten über Beschwerden in Form von Reizhusten. Nach bisherigem Stand wurde niemand ernsthaft verletzt. Genaue Angaben zum verursachenden Stoff lagen zum Zeitpunkt der Auskunft noch nicht vor.
Update, 18:25 Uhr: Der Einsatz auf dem Gelände der Krombacher Brauerei ist inzwischen beendet.
Die Beschwerden der betroffenen Personen beschränkten sich auf Atemwegsreizungen. Nach bisherigen Erkenntnissen könnte es sich bei dem verursachenden Stoff um Reizgas handeln, das in einem Treppenhaus versprüht wurde. Infos folgen.
Update, 18:30 Uhr: Wie die Feuerwehr Kreuztal in einer Pressemitteilung bekannt gab, kam es am Mittwochnachmittag ab 15:05 Uhr zu einem umfangreichen Feuerwehreinsatz auf dem Werkgelände der Krombacher Brauerei im Bereich der Logistik in der Krombacher Straße. Rund 60 Einsatzkräfte waren vor Ort.
Nach Information von Einsatzleiter Jan Kleine, Leiter der Feuerwehr Kreuztal, klagten anfangs neun und später noch fünf Mitarbeiter über Reizungen der Atemwege, nachdem sie ein Treppenhaus im Bereich der Logistik passiert hatten. Sie wurden rettungsdienstlich gesichtet, jedoch musste keiner von ihnen ins Krankenhaus transportiert werden.
Angesichts der anfangs unbekannten Lage und eines vermuteten Gefahrstoffaustritts löste die Leitstelle mit „ABC 3″ das höchstmögliche Alarmstichwort für Einsätze mit gefährlichen Stoffen und Gütern aus. In diesem Zuge alarmiert wurden Einsatzkräfte aus Krombach, Eichen, Kreuztal, Ferndorftal und Buschhütten sowie die verfügbaren ABC-Kräfte der Stadt Kreuztal. Als Kreiskomponenten kamen angesichts des Einsatzstichwortes hinzu: ein Rettungstransportwagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug, der Organisatorische Leiter Rettungsdienst, der Einsatzdienst des DRK Kreuztal, der ABC-Zug Siegen Süd, ein Spezialfahrzeug zur Dekontamination aus Erndtebrück-Birkelbach, ein Erkundungsfahrzeug aus Bad Berleburg-Aue-Wingeshausen, der Einsatzleitwagen des Kreises (Standort Siegen-Eisern), ein Messtruppfahrzeug aus Netphen-Dreis-Tiefenbach sowie der Kreisbrandmeister.
Die Feuerwehr schickte einen Trupp unter Atemschutz zur Erkundung in das besagte Treppenhaus, um Gefahrstoffmessungen durchzuführen. Mit der eingesetzten Messtechnik konnte die Feuerwehr jedoch keine relevanten Gefahrstoffe nachweisen. „Wir gehen davon aus, dass es Reizgas war“, nannte Jan Kleine die mutmaßliche Ursache des Einsatzes. Wie und in welcher Form möglicherweise Pfefferspray versprüht worden sein könnte, blieb der Feuerwehr allerdings unbekannt. Während des Einsatzes ruhten die Arbeiten der Brauereimitarbeiter im betroffenen Bereich.
Nach einer umfassenden Lüftung des Treppenhauses war der Einsatz für die Feuerwehr beendet.



Fotos: Andreas Trojak / wirSiegen.de
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